Die Schweiz ist europaweit Spitze
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Die Schweiz ist europaweit Spitze

Die Schweiz bleibt gemäss einer Umfrage die innovativste Volkswirtschaft Europas. Die Spitzenposition sei branchenmässig breit abgestützt und gelte für den Industrie- wie den Dienstleistungssektor.

Dies teilte das seco mit. Relativ büsste die Schweiz aber Boden ein.

Gemäss den Ergebnissen der im Jahr 2002 zum fünften Mal seit 1990 durchgeführten Umfrage der ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF vermochte die Schweiz ihren Spitzenplatz vor Schweden, Finnland und Deutschland zu behaupten. Die Schweiz weist den höchsten Anteil von Unternehmen mit eigener Innovationstätigkeit auf, und liegt beim Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz hinter Schweden auf Platz zwei. Beim Umsatzanteil innovativer Produkte belegt die Schweiz hingegen nur den fünften Platz. Sehr gut schnitt die Schweiz bei der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschulen ab. Die oft vertretene These, wonach der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Unternehmen nicht funktioniere, habe sich nicht bestätigt.

Insgesamt sei die Spitzenposition der Schweiz sowohl im Industrie- wie im Dienstleistungssektor bei den untersuchten 28 Branchen breit abgestützt, hiess es in der Mitteilung. Besonders die Schweizer KMU verfügten im internationalen Vergleich eine sehr hohe Innovationstätigkeit. Gemessen an den Patentanmeldungen liege die Schweiz auch im Vergleich mit den USA und Japan an der Spitze. Als innovativste Branchen wurden Elektronik und Fahrzeugbau in der Industrie sowie Informatikfirmen und Forschungsinstitutionen im Dienstleistungssektor ermittelt.

Trotz der behaupteten Spitzenposition hat die Schweiz seit den frühen 1990-er Jahren im Vergleich mit anderen Ländern ständig Boden verloren. Nach einem Anstieg der Innovationsleistung zu Beginn der 1990-er Jahre folgte in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ein ausgeprägter Rückgang. Als Hauptgrund nannten die Studienautoren Juliette von Arx, Heinz Holenstein und Spyros Arvanitis die hartnäckige Rezession der Schweizer Wirtschaft. Diese nagte an den Eigenmitteln der Unternehmen und schmälerte deren Innovationskraft. Mit der Konjunkturerholung um das Jahr 2000 stabilisierte sich die Innovationsleistung der Schweizer Wirtschaft auf tieferem Niveau. Andere Länder wie Schweden oder Finnland haben ihre Position in dieser Zeit aber markant erhöht.

Der Politik empfehlen die Autoren, Innovationshemmnisse wie administrative Auflagen und Vorschriften weiter zu vermindern. Zudem liessen sich durch die Öffnung bisher geschützter Märkte Ressourcen zur Finanzierung von Zukunftsinvestitionen freisetzen. Eine generelle Aufstockung der Mittel dränge sich hingegen nicht auf. Die Innovationsförderung sollte nach Ansicht der Autoren aber noch stärker auf die KMU ausgerichtet werden, da für diese auch die Hürden am grössten seien. (dapd)

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