OECD-Studie: Die Schweiz ist jedermanns Steuerparadies
Aktualisiert

OECD-StudieDie Schweiz ist jedermanns Steuerparadies

Während die Steuerbelastung in den meisten OECD-Staaten im vergangenen Jahr gestiegen ist, blieben die Steuern in der Schweiz seit 2009 unverändert.

Die Steuerbelastung in der Schweiz ist im Vergleich mit den meisten OECD-Staaten tief.

Die Steuerbelastung in der Schweiz ist im Vergleich mit den meisten OECD-Staaten tief.

In zwei von drei OECD-Ländern stieg die durchschnittliche Steuer- und Abgabenlast. Am stärksten war dies in Island der Fall, das von der Finanzkrise arg gebeutelt wurde. Für einen alleinstehenden Arbeitnehmer ohne Kinder stiegen die Steuern dort im Schnitt um 3,29 Prozentpunkte.

Dies geht aus der jüngsten Ausgabe der Studie «Taxing Wages» der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die am Mittwoch in Paris veröffentlicht wurde.

Weniger Steuern in Deutschland

Mehr Geld an den Staat mussten auch Arbeitnehmer in Spanien (plus 1,36 Prozentpunkte) und Japan (plus 1,35) abgeben. In Deutschland hingegen schrumpften Steuern und Abgaben um 1,84 Prozentpunkte.

Auch bei den anderen Haushaltskategorien war laut OECD in Deutschland ein Rückgang der Steuerlast zu verzeichnen. Gründe seien vor allem höhere Kinderabzüge und eine leichte Anpassung des allgemeinen Steuerfreibetrages. Dennoch werde der Faktor Arbeit in Deutschland noch immer deutlich stärker mit Sozialabgaben und Steuern belastet als in den meisten anderen OECD-Ländern.

Für einen Single mit Durchschnittslohn lag die Belastung bei 49,1 Prozent. Höher sind nur noch Belgien (55,4 Prozent) und Frankreich (49,1 Prozent). Der OECD-Schnitt beträgt hier 34,9 Prozent.

Deutlich tiefere Zahlen für die Schweiz

Die Belastung in der Schweiz liegt mit 20,8 Prozent deutlich darunter. Auch bei den anderen Haushaltstypen steht das Land bedeutend besser da. Die Zahlen sind allerdings nur bedingt vergleichbar, da Arbeitnehmer in der Schweiz einen erheblichen Teil ihres Verdienstes für berufliche Vorsorge sowie die obligatorische Krankenversicherung aufwenden müssen.

Diese Zahlungen werden in der OECD-Berechnung nicht berücksichtigt, da sie an privatrechtlich organisierte Träger gehen. Die effektive Abgabenbelastung in der Schweiz werde somit unterschätzt, stellt die OECD-Studie fest.

(sda)

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