E-Mobilität: Die Hälfte der Schweizer will Verbrenner, die anderen Elektroautos

Die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer würde lieber einen Verbrenner, die andere Hälfte ein Elektroauto kaufen. 

Die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer würde lieber einen Verbrenner, die andere Hälfte ein Elektroauto kaufen. 

Tesla
Publiziert

Tag der Garagisten 2023Verbrenner oder Elektroauto? So entscheiden die Schweizer

Am «Tag der Schweizer Garagisten» in Bern ging es gestern um das Thema Elektroauto versus Verbrenner. Eine Umfrage des Fachmagazins «Autoinside» zeigt dazu auf: Die Hälfte der Schweizer würde einen Verbrenner, die andere Hälfte elektrifizierte Antriebe kaufen.

von
Timothy Pfannkuchen

Das Ziel für die Mobilität der Zukunft ist klar, der Weg dahin noch nicht. An der grössten Fachtagung des Schweizer Autogewerbes wurde von Rednerinnen und Rednern sowie 850 Gästen lebhaft dazu diskutiert. «Wir tragen das Ziel der Politik mit, den CO2-Ausstoss im motorisierten Individualverkehr zu senken», sagte Thomas Hurter, Präsident des Schweizer Autogewerbeverbands (AGVS), am 17. «Tag der Schweizer Garagisten» im Berner Kursaal. «Wir müssen den CO2-Ausstoss sogar schon heute reduzieren. Dafür ist eine einseitige Fokussierung jedoch nicht zielführend.» Darüber streiten auch die Experten: Ist die Zukunft das E-Auto, der Verbrenner – oder beide?

AGVS-Präsident Thomas Hurter eröffnete den 17. «Tag der Schweizer Garagisten».

AGVS-Präsident Thomas Hurter eröffnete den 17. «Tag der Schweizer Garagisten».

zvg

Auto und ÖV gemeinsam

Der Freiburger Ökonomieprofessor Reiner Eichenberger mahnte, eine einseitige Subventionierung der E- Mobilität bringe nicht den gewünschten Effekt; «Motorenpapst» Mario Illien plädierte für E-Fuels. Der einstige Volkswagen-Topmanager Jürgen Stackmann widersprach – für ihn liegt die Zukunft in der E-Mobilität. Wie offen und brückenbauend debattiert wurde, zeigte dann eine Diskussionsrunde: Grünliberalen-Präsident
Jürg Grossen traf auf Astra-Chef Jürg Röthlisberger und Bernard Lycke vom europäischen Autohandelsverband. Zwar gab es im Detail andere Ansichten, nicht aber darüber, dass weder Auto noch ÖV die Zukunft ist – sondern nur beide gemeinsam. Röthlisberger lieferte dazu ein kraftvolles Zitat, das auch die Tagung charakterisiert: «Mobilität wurde nicht erfunden, um sich schuldig zu fühlen – sie ist dazu da, um sich gut zu fühlen.»

Kontroverse Diskussionen über Verbrennerverbote und Technologieoffenheit, aber Einigkeit über das Ziel,
Autos emissionsärmer zu machen: Der 17. «Tag der Schweizer Garagisten» im Kursaal in Bern.

Kontroverse Diskussionen über Verbrennerverbote und Technologieoffenheit, aber Einigkeit über das Ziel,
Autos emissionsärmer zu machen: Der 17. «Tag der Schweizer Garagisten» im Kursaal in Bern.

zvg

Der Autogewerbeverband hatte die Diskussion um die Mobilitätszukunft bereits zuvor gross thematisiert – in einer Sonderausgabe seines Fachmagazins «Autoinside» über alternative Antriebe. Darin ist auch eine eigens erstellte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Link. Demnach würden sich bei einem Autokauf in den nächsten zwölf Monaten 45 Prozent der Befragten für ein Auto mit Verbrennungsmotor entscheiden. Elektrifizierte Fahrzeuge (zu 20 Prozent Elektroautos, der Rest Hybrid oder Plug-in-Hybrid) kommen ebenfalls auf 45 Prozent.

Kein Verbrennerverbot

Und das von der EU für 2035 angepeilte Verbrennerverbot wird von der Mehrheit (50 Prozent «nicht richtig» gegen 38 Prozent «richtig») abgelehnt. Gefordert wird statt Verboten also – wie auch seitens des Autogewerbeverbands – Technologieoffenheit. Anders als in der EU soll in der Schweiz übrigens kein Verbrennerverbot kommen, die Verkehrskommission des Nationalrats hat eine entsprechende parlamentarische Initiative abgelehnt. Auch bei der EU tut sich was: In einer Liveschaltung nach Brüssel äusserte Daniel Mes, im Kabinett von EU Vizekommissionspräsident Frans Timmermanns mitverantwortlich
für den «Green Deal»-EU-Klimapakt, man werde den Einsatz von synthetischen Treibstoffen noch «prüfen».

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