Frühlingswetter: Die Schweiz ist viel zu trocken
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FrühlingswetterDie Schweiz ist viel zu trocken

In weiten Teilen der Schweiz herrscht mässige bis grosse Waldbrandgefahr. Eine Entschärfung der Lage ist nicht in Sicht. Und auch die bereits starke Sonne ist nicht zu unterschätzen.

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vro
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Sonnenbrandgefahr und Pollenkonzentration: Das Frühlingswetter hat auch Schattenseiten. Leute auf der Josefswiese vor dem Primetower in Zürich. (8. April 2017)

Sonnenbrandgefahr und Pollenkonzentration: Das Frühlingswetter hat auch Schattenseiten. Leute auf der Josefswiese vor dem Primetower in Zürich. (8. April 2017)

Keystone/Ennio Leanza
Nicht zu unterschätzen ist derzeit auch die Waldbrandgefahr, wie aktuelle Beispiele zeigen: In Trübbach SG brannte am 2. April eine Hecke.

Nicht zu unterschätzen ist derzeit auch die Waldbrandgefahr, wie aktuelle Beispiele zeigen: In Trübbach SG brannte am 2. April eine Hecke.

Leser-Reporter
Am Donnerstag, 6. April, rückte die Feuerwehr zu einem brennenden Baumstamm aus.

Am Donnerstag, 6. April, rückte die Feuerwehr zu einem brennenden Baumstamm aus.

In Muttenz hat am Sonntag ein Stück Wald gebrannt und im Kanton Solothurn kam es in der vergangenen Woche zu mehreren Flurbränden. Grund dafür dürften unvorsichtiger Umgang mit Raucherwaren oder unvollständig gelöschte Grillfeuer sein, wie die Solothurner Polizei am Freitag mitteilte. In Trübbach SG brannte am 2. April zudem eine Hecke, die vermutlich durch eine nicht ganz gelöschte Zigarette Feuer gefangen hatte, wie die Polizei mitteilte.

Das beinahe sommerliche Wetter lockt Grillfreunde ins Freie. Gerade sie müssen jedoch bei der Trockenheit besonders vorsichtig sein. Die Kantonspolizei warnte deshalb am Freitag, keine Zigaretten oder andere Raucherwaren wegzuwerfen und Feuer nur in bestehenden Feuerstellen anzuzünden.

Kein erlösender Regen in Sicht

Denn die Waldbrandgefahr ist derzeit in vielen Gebieten der Schweiz hoch: Im Tessin und in Teilen Graubündens herrscht im Freien absolutes Feuerverbot, die Waldbrandgefahr ist dort gross. Doch auch in den Kantonen Bern, Wallis, Solothurn, im Baselbiet, in der Romandie und im Jura herrscht mässige Gefahr.

Die Situation dürfte sich auch nicht so schnell ändern. Zwar erwartet Roger Perret, Meteorologe bei Meteonews, in der Nacht auf Dienstag besonders in den Voralpen einige Schauer, «das ist jedoch nur ein Tropfen auf den heissen Stein». Es sind auch im Flachland geringe Niederschlagsmengen möglich, das ändere die Situation aber nicht wirklich. Und für den Rest der Arbeitswoche prognostiziert Perret einen Sonnen-Wolken-Mix bei Temperaturen zwischen 13 bis 17 Grad. Regen ist jedoch nicht in Sicht.

«Haut ist jetzt besonders empfindlich»

Auch die Ostertage beginnen ohne Niederschläge: «Am Freitag wird es recht sonnig und mild», sagt Perret. Die Temperaturen dürften dann bis auf etwa 17 Grad steigen. Auch am Samstag sei das Wetter zumindest am Vormittag noch recht gut. Am Nachmittag könnte es ein wenig Schauer geben. Ob der Sonntag und der Ostermontag ins Wasser fallen oder nicht, ist noch unklar. «Es dürfte aber kühler werden», sagt Perret. Ein Abstecher in den Süden würde sich deshalb lohnen. «Dort ist es am Sonntag und Montag deutlich besser und wärmer.»

Doch wo sich die Sonne zeigt, herrscht bereits Sonnenbrandgefahr. «Im Frühling reagiert unsere Haut besonders empfindlich auf die intensiver werdenden UVA- und UVB-Strahlen», schreibt die Krebsliga Schweiz. Und das nicht nur bei blauem Himmel. Auch an einem trüben Tag gelangten noch rund 80 Prozent der Strahlen auf die Erdoberfläche. Gerade deshalb sei die «unsichtbare Frühlingssonne brandgefährlich». Die Krebsliga empfiehlt deshalb schon jetzt, einen Hut, Sonnenbrille, Sonnencreme und schulterbedeckende Kleidung zu tragen. Zwischen 11 und 15 Uhr ist die Sonne am intensivsten, weshalb dann der Schatten vorzuziehen sei.

Pollen machen zu schaffen

Wer sich nicht daran hält, riskiert, an Hautkrebs zu erkranken. Jährlich gibt es in der Schweiz rund 2500 neue Fälle von schwarzem Hautkrebs, rund 310 Menschen sterben pro Jahr.

Nicht nur die Sonnenbrandgefahr trübt das Frühlingswetter. Auch die Pollenkonzentration in der Luft vermiest vielen den Aufenthalt im Freien. Gemäss dem Allergiezentrum Schweiz aha! ist die Belastung derzeit stark bis sehr stark. Den Prognosen zufolge dürfte sich das auch in den kommenden Tagen nicht ändern. Lediglich in der Ostschweiz dürfte die Konzentration dank der Schauer etwas sinken.

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