Aktualisiert 23.06.2011 10:27

SommergewitterDie Schweiz kommt glimpflich durchs Unwetter

Glück im Unglück bei den gestrigen Gewittern: Der Sachschaden hält sich in Grenzen und der Zugverkehr funktioniert mittlerweile wieder beinahe reibungslos.

Nach dem heftigen Unwetter vom Vorabend hat am Donnerstagmorgen das Aufräumen begonnen. Der Bahnverkehr in der Schweiz verläuft laut SBB wieder planmässig. Wegen Unwetterschäden in Österreich ist aber die direkte Verbindung zwischen Zürich und Wien unterbrochen.

Die Züge von Zürich nach Wien und zurück werden umgeleitet, wie einer SBB-Bahnverkehrsinformation vom Donnerstag zu entnehmen ist. Reisende müssen deshalb rund 90 Minuten mehr Reisezeit einrechnen. Grund für den Unterbruch sind Unwetterschäden zwischen Innsbruck und Salzburg.

In der Schweiz verläuft der Bahnverkehr wieder reibungslos. Beim heftigen Unwetter vom Mittwochnachmittag und -abend war vor allem der Regionalverkehr beeinträchtigt worden. Die SBB sei «mit einem blauen Auge» davongekommen, sagte SBB-Sprecher Reto Kormann auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Der grösste Zwischenfall war zugleich der Kurioseste: In Dietikon ZH musste ein Intercity-Zug Bern - Zürich evakuiert werden, weil er auf einen Einkaufwagen aufgefahren war. Der Wind hatte das «Wägeli» auf das Gleis geweht.

Rettungskräfte im Dauereinsatz

In mehreren Kantonen in der Nordwest- und Ostschweiz und angrenzenden Regionen standen Feuerwehr und Polizei während dem kurzen, aber intensiven Gewitter im Dauereinsatz. Wegen der heftigen Sturmwinde mit Böen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde lagen Äste und Bäume auf verschiedenen Strassen. Keller, Tiefgaragen oder Hauseingänge wurden überflutet.

Die Polizei Baselland verzeichnete nach eigenen Angaben am Mittwoch zwischen 16 und 17 Uhr 68 Notrufe. Zahlreiche Ortsfeuerwehren standen im Einsatz. In Zürich gingen bei der Kantonspolizei rund 50 Schadensmeldungen ein, im Thurgau rund ein Dutzend, und auch Schaffhausen meldete Schäden. Im Kanton St. Gallen standen während rund zweieinhalb Stunden 15 Ortsfeuerwehren im Einsatz.

Zu schweren Schäden kam es vor allem auch im Süden und Osten Deutschlands sowie in Österreich. In Ostdeutschland waren zeitweise rund 50 000 Haushalte ohne Strom.

Zwei Todesopfer am Bodensee

Am Bodensee starben wegen des Unwetters zwei Frauen: Bei Radolfzell (D) ertrank eine 57-jährige Frau, nachdem ihr Kanu gekentert war, wie das Landesministerium in Stuttgart mitteilte. In Konstanz (D) wurde eine 77-jährige Frau unter einem einstürzenden Erdbeerstand begraben und tödlich verletzt. In Rheinfelden (D) wurde eine Frau von einem einstürzenden Silo schwer verletzt.

Auf Schweizer Boden wurden ebenfalls mehrere Menschen verletzt: In Glattbrugg ZH stürzte ein Arbeiter von einem Gerüst und zog sich dabei Verletzungen zu. Im Baselbiet wurde bei Hölstein ein 67-jähriger Velofahrer von einem herunterfallenden Ast getroffen und verletzt. (sda)

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