1. August-Reden: «Die Schweiz macht zu wenig Kinder»
Aktualisiert

1. August-Reden«Die Schweiz macht zu wenig Kinder»

Zum Nationalfeiertag haben sich schon jetzt prominente Redner zu Wort gemeldet. Sie sprachen von Erfolgsmodell, Kindern, Stolz und Unabhängigkeit.

Alt Bundesrat und SVP-Vizepräsident Christoph Blocher veröffentlichte seine «Gedanken zum 1. August» in Text und Video am Samstagmorgen auf seiner Internetseite. Ein EU-Beitritt würde die schweizerischen Staatssäulen niederreissen, erklärte er. Deshalb überlege er sich, im Wahljahr 2011 nochmals für den Nationalrat zu kandidieren. Auch wenn die Politiker es nicht laut sagten wollten, töne es heute wieder aus allen Ecken, dass sie als Ziel für die Schweiz den Beitritt in die EU hätten. Die Politiker wüssten jedoch, dass die Volksmehrheit dagegen sei. Deshalb machten sie alle erdenklichen Winkelzüge, um allmählich in die Arme der EU zu gelangen.

Die «lästige Kontrolle» durch die Bevölkerung entfalle bei einem EU-Beitritt. Aber niemand wisse heute, wie es mit den hohen Staatsverschuldungen weitergehe. Niemand wisse, wie die EU zusammengehalten werde könne. Ans Rednerpult tritt Blocher am Samstagabend in Grindel SO und Wolfhalden AR. Am 1. August ist er Redner an den Bundesfeiern in Rüti ZH und Hohentannen TG.

Das Land braucht mehr Kinder

CVP-Präsident Christophe Darbellay bezeichnete die Schweiz als ein «Erfolgsmodell». Es gebe jedoch ein «Aber», sagte er gemäss Redetext in seiner Ansprache zur Bundesfeier, die er am Samstagabend in Autigny FR halten sollte: Die Schweiz bringe zu wenig Kinder hervor. Kinder seien «das Fundament unseres Landes und Versprechen für die Zukunft». Zum Glück «haben wir erreicht, dass die Familien besser unterstützt werden und weniger Steuern zahlen», sagte der Walliser Nationalrat.

Darbellay rief seine Mitbürger dazu auf, «stolz zu sein auf unsere Arbeitskräfte, unsere Unternehmen und, auch wenn sie einige Fehler gemacht hat, unsere Regierung». Die Schweiz habe aber auch Schattenseiten: Jugendgewalt, explodierende Krankenkassenprämien oder «Probleme wegen einer Minderheit von Ausländern, die unsere Sicherheit bedrohen». Als Lösungen nannte der CVP-Präsident Strafen, Abschreckung und mehr Polizei.

Präsenz von Ausländern ist Chance

Auch sein Parteikollege und CVP-Fraktionspräsident Urs Schwaller thematisierte Ausländerinnen und Ausländer in seiner Rede, die er am Samstagabend in Courtepin FR halten soll. Schwaller wählte jedoch einen anderen Blickwinkel. Der Freiburger Ständerat bezeichnete die Anwesenheit von Ausländern in der Schweiz als eine Chance, zu erkennen, dass nur eine weltoffene Schweiz international attraktiv und konkurrenzfähig bleibe. «Von unseren internationalen Beziehungen hängt auch unser Wohlstand und vor allem auch unsere Sicherheit ab.»

Auch biete der 1. August Anlass, sich daran zu erinnern, dass man auf die Schweiz stolz sein könne. «Wir haben Gemeinden, Kantone und eine Eidgenossenschaft, die sichere Orte sind, die gut organisiert sind, die funktionieren und die Dienste erster Qualität anbieten.»

«Vermeiden wir es wenigstens am Abend des ersten August, alles zu kritisieren und zu jammern», forderte Schwaller gemäss Redetext in seiner Ansprache.

(sda)

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