EM-Qualifikation: Die Schweiz schafft den Befreiungsschlag
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EM-QualifikationDie Schweiz schafft den Befreiungsschlag

Nach dem 2:0-Sieg über Irland bringen zwei Siege in den letzten Spielen die sichere EM-Teilnahme.

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Schweizer Jubel: Yann Sommer und die Schweizer Nationalmannschaft können sich dank dem Sieg gegen Irland weiterhin aus eigener Kraft für die EM qualifizieren.

Schweizer Jubel: Yann Sommer und die Schweizer Nationalmannschaft können sich dank dem Sieg gegen Irland weiterhin aus eigener Kraft für die EM qualifizieren.

Keystone/Cyril Zingaro
Gratulation an den Torschützen: Haris Seferovic bringt die Schweiz früh im Spiel in Führung.

Gratulation an den Torschützen: Haris Seferovic bringt die Schweiz früh im Spiel in Führung.

Keystone/Jean-Christophe Bott
Der Schuss ins Glück: Seferovic stellt mit seinem Treffer schon früh die Weichen zum Sieg.

Der Schuss ins Glück: Seferovic stellt mit seinem Treffer schon früh die Weichen zum Sieg.

Keystone/Jean-Christophe Bott

Natürlich geht es wieder nicht ohne Zittern. Wie auch in dieser EM-Qualifikation, in der die Schweizer so oft einen Weg gefunden haben, ihren Spielen am Ende noch einen negativen Dreh zu geben. Auch dieses Mal halten die Schweizer in der zweiten Halbzeit einen Tiefpunkt bereit. Es ist der Elfmeter, mit dem Ricardo Rodriguez in der 77. Minute an Irlands Goalie Darren Randolph scheitert. Er hätte das erlösende 2:0 bringen können. Aber so müssen sich die Schweizer ihren Sieg noch etwas länger erkämpfen und erdauern.

Rodriguez vergibt Penalty

Die verpasste Entscheidung: Rodriguez verschiesst den Penalty. (Quelle: SRF)

Am Ende reicht es. Auch, weil die Iren für Seamus Colemans Handspiel doppelt bestraft werden. Der Verteidiger muss für sein penaltyreifes Hands mit Gelb-Rot vom Feld. Und gegen zehn Iren bringt die Schweiz endlich einmal eine Führung über die volle Zeit. Ja, sie schiesst für einmal sogar in der Nachspielzeit ein Tor, anstatt eines zu kassieren. Edimilson Fernandes ist es, der den Ball in der 93. und letzten Minute via einem irischen Innenverteidiger ins Tor drischt.

2:0 für die Schweiz fällt in der Nachspielzeit

Die Entscheidung: Edimilson Fernandes trifft zum 2:0. (Quelle: SRF)

Die Schweizer haben damit in dieser Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 alles in den eigenen Füssen. Zwei Siege in den letzten beiden Spiele gegen Georgien und Gibraltar – und die Schweiz wird an der Endrunde dabei sein. Die Schweiz erreicht dieses Ziel gegen Irland mit einer starken Startphase – und einer zweiten Halbzeit, in der sie die Kontrolle über die Partie gegen spielerisch limitierte Iren unverständlicherweise komplett verliert. Verdient ist der 2:0-Sieg trotzdem. Weil Irland gegen vorne einfach gar nichts zustande bringt. Und weil sich die Schweiz mit der Führung für einen starken Beginn selber belohnt.

Petkovic vertraut der gleichen Aufstellung

Das 1:0 in der 16. Minute entspringt der Mentalität, dem grossen Willen der Schweizer. Admir Mehmedi legt nach einem gewonnenen Ball quer. Danach schliesst Haris Seferovic aus 20 Metern direkt ab. Es ist ein platzierter Flachschuss. Aber es hilft schon auch, dass da kein Kasper Schmeichel im Tor steht wie gegen Dänemark, sondern Randolph, der sein Geld beim Fünftletzten der zweiten englischen Liga verdient. Den Treffer darf Vladimir Petkovic auch Bestätigung für seine Aufstellung sehen. Der Schweizer Nationaltrainer schickt von Beginn weg die selben Spieler aufs Feld, die schon beim 0:1 in Dänemark begonnen haben.

Seferovic bringt die Schweiz in Führung

Die frühe Führung: Seferovic trifft in der 16. Minute zum 1:0. (Quelle: SRF)

Er setzt damit erneut auf die Dreierkette in der Abwehr, mit der die Schweiz zuletzt in vier Spielen bloss einmal gewonnen hat – gegen Gibraltar. Und Petkovic wird diesmal dafür belohnt, dass er seine Mannschaft hoch angreifen lässt. Beim 1:0 ist es Manuel Akanji, der nachsetzt und den zweiten Ball hoch, für einen Innenverteidiger sogar extrem hoch gewinnt. Es ist der Moment, in dem alles nach einem souveränen Sieg aussieht. Dass die Schweizer danach nachlassen, dass sie die 24'000 im Stadion nochmals bangen lassen, ist am Ende egal. Für einmal hat die Schweiz nicht stark gespielt, dafür hat sie drei Punkte gewonnen.

Die Schweiz qualifiziert sich für die EM wenn:

Sie die zwei verbleibenden Spiele gewinnt oder mindestens vier Punkte holt. Gewinnen die Iren das letzte Spiel nicht gegen Dänemark, reichen sogar drei Punkte.

Falls die Schweiz scheitert, bietet sich ihr die Möglichkeit, sich als Gruppensieger der Nations League im Frühjahr via einer Barrage von vier Teams für die EM-Endrunde 2020 zu qualifizieren.

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