Antwort auf Virus-Katastrophe - Die Schweiz schickt 30 Tonnen Covid-Schutzmaterial nach Nepal
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Antwort auf Virus-Katastrophe Die Schweiz schickt 30 Tonnen Covid-Schutzmaterial nach Nepal

Wegen der katastrophalen Ausbreitung des Coronavirus in Nepal schickt die Schweiz ein Frachtflugzeug mit Schutzmaterial los. Es ist nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Doch «im Konzert mit anderen sammeln sich die Tropfen», so Manuel Bessler vom DEZA.

«Die Bedürfnisse in Nepal sind gigantisch», sagt Manuel Bessler.

Video: Ann Guenter/ Produktion: Salvatore Iuliano

Darum gehts

  • In Nepal breitet sich das Coronavirus explosionsartig aus.

  • Der Himalaya-Staat hat die Weltgemeinschaft um Hilfe gebeten, und auch die Schweiz hat reagiert.

  • Sie schickt 30 Tonnen Hilfsgüter, von Sauerstoffgeräten über Schnelltests bis zu Schutzanzügen.

Am Flughafen Zürich ist heute um 18 Uhr im Auftrag der Schweiz ein bulgarisches Frachtflugzeug mit 30 Tonnen Covid-Schutzmaterial gestartet. Das Ziel ist Kathmandu, Nepal, wo das Gesundheitssystem wegen der explosionsartigen Ausbreitung des Coronavirus faktisch kollabiert ist. Betten und medizinischer Sauerstoff gehen aus. Die Positiv-Rate bei Corona-Tests ist hoch. Auch auf dem Mount Everest an der Grenze zwischen Nepal und China haben Bergsteigerinnen und Bergsteiger Infektionen gemeldet.

Jetzt hat der Himalaya-Staat die Weltgemeinschaft um Hilfe zur Bewältigung der Pandemie gebeten, «und da reagiert die Schweiz», wie Manuel Bessler sagt. «Wir haben über 30 Tonnen Covid-Schutzmaterial geladen. Das sind vor allem über eine Million Schnelltests, 40 Beatmungsgeräte, sogenannte Sauerstoffkonzentratoren und etwa Schutzanzüge», führt der stellvertretende Direktor des Departements für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA und Chef des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe aus.

Nicht für Schweizer Bevölkerung benötigt

In Kathmandu stellt die Botschaft sicher, dass das Material dort ankommt, wo es ankommen soll. «Und vor allem auch, dass das Material in die richtigen Hände kommt, dass das Personal geschult und es richtig einsetzen wird», so Bessler. «Zusammen mit dem Gesundheitsministerium wurden auch die Spitäler identifiziert, wo die Beatmungsgeräte hinkommen, um wirklich sicherzustellen, dass sie auch fachmännisch eingesetzt werden.»

30 Tonnen Hilfsmaterial für Nepal: Beatmungsgeräte, Sauerstoffkonzentratoren, 1,1 Millionen Antigentests  und Schutzmaterial.

30 Tonnen Hilfsmaterial für Nepal: Beatmungsgeräte, Sauerstoffkonzentratoren, 1,1 Millionen Antigentests und Schutzmaterial.

20 Minuten/ Ann Guenter

Insgesamt liefert die Schweiz 40 Beatmungsgeräte, zehn Sauerstoffkonzentratoren, 1,1 Millionen Antigentests sowie Schutzmaterial wie Schutzanzüge und Handschuhe. Im Vorfeld sei sichergestellt worden, teilte das EDA in einer Mitteilung mit, dass diese Güter nicht für die Versorgung der Schweizer Bevölkerung benötigt würden.

«Im Konzert mit anderen sammeln sich die Tropfen»

Doch auch wenn dieses Material im Wert von 7,5 Millionen Franken in das gut 30-Millionen-Einwohner-Land geflogen wird – es ist nur ein Tropfen auf einem sehr heissen Stein. «Es stimmt, die Bedürfnisse sind gigantisch», sagt Bessler. «Aber wir sind ja nicht die Einzigen, auch andere Länder schicken Hilfsflüge, und im Konzert mit anderen sammeln sich all die Tropfen, bis die benötigte Hilfe hoffentlich gewährleistet werden kann.»

Tatsächlich haben mehrere EU-Länder nach einem Tweet der zuständigen EU-Botschafterin hat Nepal unter anderem 77 Beatmungsgeräte, 50 Sauerstoffflaschen und 2,4 Millionen Masken zur Verfügung gestellt.

«Wir sind nicht die Einzigen, auch andere Länder schicken Hilfsflüge», sagt Manuel Bessler. 

«Wir sind nicht die Einzigen, auch andere Länder schicken Hilfsflüge», sagt Manuel Bessler.

20Minuten/ Ann Guenter

Anfangs Impfstoff aus China und Indien

Neben Hilfe von aussen hofft das arme Land auch darauf, selbst Impfstoff kaufen zu können. Bislang konnte Nepal nach eigenen Angaben 2,2 Millionen seiner Einwohnerinnen und Einwohner impfen – meist mit Impfstoff, dem ihm seine beiden grossen Nachbarländer China und Indien im Rahmen ihrer Impfstoffdiplomatie-Bemühungen geschenkt haben.

Nepal hatte auch zwei Millionen Dosen AstraZeneca-Impfstoff vom weltgrössten Impfstoffhersteller Serum Institute in Indien gekauft – allerdings die Hälfte der Dosen noch nicht erhalten. Angesichts der zweiten Welle in Indien hatte das Land seinen Impfstoffexport gestoppt.

(gux)

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