Wetter in der SchweizSommer meldet sich ab Freitag zurück

Nach heftigen Gewittern und Regenfällen steigen die Temperaturen in der Schweiz wieder. Alle News zum Wetter im Ticker.

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30. August
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Im Flachland Regen, in den Bergen Schnee: Nach dem Schneefall am Sonntag besteht im Hochgebirge Lawinengefahr.

Leser-Reporter
30. August
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«Heute nichts mit Grillen», schreibt ein Leserreporter zu diesem Foto, aufgenommen an der Thur bei Bischofszell TG.

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30. August
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Der Wasserpegel der Sihl in Zürich ist dramatisch angestiegen. Zuvor noch sichtbare Treppenstufen sind in den braun-grauen Wassermassen versunken.

20 Minuten

Nun steigen die Flusspegel in der Ostschweiz

Nach dem starken Regen im Tessin lag am Sonntag ein neuer Schwerpunkt in der Ostschweiz.

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Montag, 31.8.2020

Sommer meldet sich zurück

Nach den starken Regenfällen vom Wochenende hat sich die Lage in den betroffenen Gebieten am Montagmorgen weitgehend beruhigt. Auch die Pegelstände der Flüsse und Bäche sanken wieder gegen Normalniveau. Nach den starken Regenfällen vom Wochenende hat sich die Lage in den betroffenen Gebieten am Montagmorgen weitgehend beruhigt. Auch die Pegelstände der Flüsse und Bäche sanken wieder gegen Normalniveau.

Vereinzelt sind am Montag in der ganzen Schweiz noch Schauer möglich. Am Dienstag bleibt es zumindest im Tessin trocken und mit 24 Grad steigen auch die Temperaturen wieder. Im Norden sind mit Temperaturen zwischen 15 und 19 Grad zu rechnen.

Ab Mittwoch steigen die Temperaturen dann auch im Norden wieder an und es bleibt verbreitet trocken. In der Ostschweiz kann es aber noch zu kleineren Niederschlägen kommen. Am Freitag und Samstag meldet sich dann der Sommer nochmals zurück. Im Norden gibt es Temperaturen um die 25 Grad, in Basel und Sitten sind sogar 28 vorausgesagt – dazu gibt es viel Sonnenschein.

Lawinengefahr

Während am Wochenende im Flachland grosse Regenmengen gemessen wurden, schneite es in den Bergen vorübergehend bis unter 1500 Meter über Meer - wie zum Beispiel im Berner Oberland. Das führte am nördlichen Alpenkamm, im Wallis, Graubünden und im nördlichen Tessin zwar zu einer Lawinengefahr, aber erst oberhalb von 3000 Meter über Meer, wie dem Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung zu entnehmen ist.

Die Hauptgefahr gehe von Neu- und Triebschnee aus. Auch Bergsteiger könnten trockene Lawinen auslösen. Vorsicht sei besonders an steilen Nordhängen geboten. Nasse Lawinen seien in hohen Lagen an sehr steilen Fels- und Wiesenhängen sowie an steilen Gletscherflanken möglich, hiess es.

Prognose

Der grosse Regen ist vorbei, das Tief zog Richtung Nordosten weiter. Am Vormittag ist es laut dem «Wetterflash» von MeteoNews trocken, mancherorts zeigt sich sogar die Sonne. Am Nachmittag ist es bewölkt mit einigen Regengüssen. Die Temperaturen liegen zwischen 16 und 23 Grad.

Wetterflash vom 31.08.2020, 02h

Sonntag, 30.8.2020

Hier fiel am meisten Regen

Am meisten Regen gab es gemäss Meteo News mit 293 Millimetern in Cevio TI im Maggiatal. In Mosogno, im Onsernonetal, gab es insgesamt 278 Millimeter Regen und in der Region Locarno um 260 Millimeter. Im Gegensatz zu gestern war heute auch der Norden vom Starkregen betroffen. Im Kanton Graubünden wurde die grösste Regenmenge von Freitag bis Sonntag auf dem Berninapass mit 215 Millimetern gemessen.

Nachdem die Niederschläge im Süden bereits ab dem Mittag nachgelassen haben, folgt am Abend und in der Nacht nun auch im Norden eine Wetterberuhigung. In den kommenden Tagen geht es zwar wechselhaft weiter, die Niederschlagsmengen fallen aber deutlich geringer aus. Die definitive Bilanz zu den Unwettern folgt im Laufe des Montags.

Neuer Regen-Hotspot Ostschweiz

Nach dem starken Regen im Tessin lag am Sonntag ein neuer Schwerpunkt in der Ostschweiz. Die gesamte Niederschlagsmenge von Freitagabend bis Sonntagabend betrug in Braunwald GL 148 Millimeter, in Ebnat-Kappel SG 139 Millimeter und in Bad Ragaz SG 127 Millimeter. An diesen Orten regnete es am Sonntagabend immer noch weiter. Im Kanton Schwyz gab es an verschieden Orten von Mitternacht bis Sonntagmittag gut 60 Millimeter Regen.

Im Kanton St. Gallen beschäftigten die Regenfälle die Feuerwehren. Sie wurden in rund 50 Gemeinden aufgeboten, wie die Kantonspolizei am Sonntag mitteilte. Es kam zu Wassereinbrüchen, vereinzelt seien kleinere Hangrutsche gemeldet worden. Mehrere Feuerwehren seien an Flüssen aufgrund von Pegelstandsalarmen vorsorglich aufgeboten worden.

Wegen der grossen Regenmengen bleiben im Kanton St. Gallen die Fuss- und Radwege entlang des Rheins ab der Diepoldsauer Rheinbrücke bis zum Bodensee aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres gesperrt, wie die Internationale Rheinregulierung mitteilte. Alertswiss gab am Sonntag für das Gebiet an der Thur eine Hochwasserwarnung heraus und empfahl, sich nicht an dem Fluss aufzuhalten.

Der Dauerregen hielt auch die Feuerwehr in Zug und Schwyz auf Trab. In beiden Kantonen gingen am Sonntag rund ein Dutzend Meldungen wegen überfluteten Kellern, Tiefgaragen und Strassen bei der Polizei ein. Auch in Luzern führte das Hochwasser zu Verkehrsbehinderungen.

Auch der Rhein führt Hochwasser

Nach den heftigen Unwettern führt auch der Rhein Hochwasser. Ein Leser-Video zeigt den reissenden Fluss bei Domat/Ems im Kanton Graubünden.

Hochwasser am Rhein bei Domat/Ems

Leser-Reporter

Wasserstand Sihl

Der Wasserpegel der Sihl in Zürich ist dramatisch angestiegen. Zuvor noch sichtbare Treppenstufen sind in den braun-grauen Wassermassen versunken.

Unwetter im Tessin

Das heftige Unwetter im Tessin hat zu Erdrutschen geführt, wie hier in Prato-Sornico.

So sieht es in Prato-Sornico nach dem Unwetter aus

20 Minuten ist selbst im Tessin unterwegs. Das sind die Spuren die das Unwetter hinterlassen hat. (Video: Salvatore Iuliano)

Hochwasseralarm in Weinfelden

Für das Gebiet Thurvorland bei Weinfelden im Thurgau hat Alert Swiss eine Hochwasserwarnung herausgegeben. Die Warnung betrifft den Raum Bischofszell. Die Thur habe einen Pegelstand erreicht, der einen Feuerwehr-Einsatz nötig mache, wie die Kantonspolizei Thurgau auf Anfrage von «Radio Top» bestätigt.

Die Thur führt aufgrund der heftigen Regenfälle Hochwasser. Personen werden gebeten, nicht in das betroffene Gebiet zu gehen oder es zu verlassen.

Leser-Reporter

Tessin

Nach den heftigen Unwettern im Tessin scheint nun wieder so Sonne, wie Meteonews berichtet. Auch die Temperaturen steigen wieder. So ist es im Moment 20 Grad warm.

Gewitterlinie zieht nach Osten ab

Nochmals bis zu 40 mm Regen brachte eine Gewitterlinie dem Tessin in den letzten zwei Stunden. Wie Meteonews schreibt, ziehen die Gewitter nun nach Osten ab. Am Nachmittag gibt es im Süden nur noch wenig Regen - die Lage beruhigt sich.

Schneefallgrenze

Oberhalf von Lenk im Simmental ist die Schneefallgrenz unter 2000 m gesunken, schreibt SRF Meteo auf Twitter.

Rhein

Der Rheinpegel steigt am Sonntag weiter an, schreibt die Internationale Rheinregulierung in einer Medienmitteilung. Die Abflussspitze werde auf Sonntagabend erwartet. Die Fuss- und Radwege in den beiden Vorländern ab Diepoldsauer Rheinbrücke bis zum Bodensee bleiben aus Sicherheitsgründen weiterhin gesperrt. Es sei damit zu rechnen, dass die Vorländer im Laufe des Nachmittags überflutet werden. Die Lage werde seit Freitagabend laufend beobachtet und analysiert. Die Bevölkerung wird weiterhin gebeten, sich aus Sicherheitsgründen nicht in der Nähe des Rheins aufzuhalten.

Gewitter im Anzug

Maggia

Die Maggia tritt im Tessin bereits über die Ufer und droht Strassen zu überfluten. Der Flusspegel werde höher und höher, berichten die «internationalen Unwetterbeobachter» vor Ort. «Die Maggia führt Schwemmholz und hat sich zu einem reissenden Fluss entwickelt. Es wird womöglich noch prekärer.» Sie hätten den Fluss schon oft gesehen, aber so noch nicht. Aber auch die Hänge könnten die Regenmengen nicht mehr aufnehmen. «Da kommt Wasser runter, wo eigentlich kein Wasser runterkommen sollte.»

300 mm Regen

Auch in den kommenden 12 Stunden sind die Niederschlagsmengen verbreitet sehr hoch - dies zeigt eine Prognose von Meteonews. Bis Sonntagabend dürften in Teilen des Tessin damit bis zu 300 mm Regen zusammenkommen.

Erdrutsch

Ein Erdrutsch verschüttete in der Nacht auf Sonntag eine Strasse im Verzasca-Tal – Bilder zeigen nun die Lage vor Ort. Das Tal war während einiger Stunden von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Situation bleibt aufgrund neuer starker Niederschläge angespannt – es drohen weitere Erdrutsche.

Sonntag

Am Sonntagmorgen gibt es in der Schweiz weiter starken Niederschlag. Während am Freitag und am Samstag besonders der Kanton Graubünden und das Tessin betroffen war, gibt es nun auch in der Westschweiz heftige Niederschläge, wie der Regenradar zeigt. Auch im Tessin hat der Regen nicht nachgelassen. In der Magadinoebene fiel bis am Sonntagmorgen 243 mm Regen, berichtet SRF Meteo. Das ist das 1,3 fache wie normalerweise im ganzen Monat August zusammenkommt.

Am Sonntag gibt es verbreitet erneut starken Niederschlag. Die Hochwassersituation in der Schweiz verschärft sich. Mit einer Beruhigung der Situation sei gemäss SRF Meteo erst am Sonntagabend zu rechnen.

Zwischenbilanz

Seit Freitag fielen im Tessin und im Kanton Graubünden mehr Regen als sonst im ganzen August, wie SRF Meteo twittert:

Angespannte Wetterlage

Die Wetterlage ist am Sonntagvormittag weiterhin angespannt, am Nachmittag wird mit Winden trockenere Luft auch im Tessin Entspannung bringen, wie es im «WetterFlash» von MeteoNews heisst.

Viel Feuchtigkeit schwappt am Vormittag laut Peter Wick über den Alpenkamm hinweg Richtung Norden. Östlich der Reuss und auch im Berner Oberland regne es unwetterartig, es herrsche viel Aquaplaning. Am Nachmittag helle es dann von Westen her auf, auch im Tessin gebe es am späteren Nachmittag erste Aufhellungen. Der Starkregen ziehe weiter Richtung Osten, wo es gegen Abend Entspannung gibt.

Die Temperaturen liegen am Sonntag zwischen 13 Grad im Nordosten und 21 Grad im Süden.

Wetterflash vom 30.08.2020, 02h

1782 Kommentare

Dann

31.08.2020, 18:12

Klimawandel, die Extreme nehmen zu und zwar in ganz Europa, warten wir mal ab bis Dürreperioden ebenfalls zunehmen und wir Ernteausfälle haben.

Daniel

31.08.2020, 15:31

Wusstet ihr, dass es für 1cm Gletscher einen Meter Schnee braucht? Nur für alle welche nun mit der Behauptung kommen, dass es im Sommer Schnee hat. Nebenbei war die Nullgradgrenze des letzten Wochenendes über 3000m, also Starkregen bis oben.

John

31.08.2020, 09:32

Ja, ich bin so froh das ich nun weiss wo es angeblich am meisten geregnet hat. Das bringt mir sehr viel. Besten Dank.