Aktualisiert 21.05.2013 13:12

WirtschaftswunderDie Schweiz setzt auf Türkei-Boom

Schweizer Firmen sollen vom Wirtschaftswachstum in der Türkei mehr profitieren. Die Exportförderorganisation Switzerland Global Enterprise hat deshalb am Dienstag einen Stützpunkt in Istanbul eröffnet.

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sda/sas
Das Wahrzeichen von Instanbul: Die blaue Moschee im historischen Stadteil Sultanahmet.

Das Wahrzeichen von Instanbul: Die blaue Moschee im historischen Stadteil Sultanahmet.

Von solchen Zahlen können andere Länder nur träumen: Seit 2003 wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Türkei um über 40 Prozent. Weil die Schweiz von diesem kräftigen Wirtschaftswachstum stärker profitieren will, hat die Exportförderorganisation Switzerland Global Enterprise (ehemals Osec) am Dienstag in Istanbul einen Aussenstandort eröffnet. Er soll Schweizer KMU beim Markteintritt in der Türkei helfen.

Aus Schweizer Sicht sei die Türkei eine bedeutende Exportdestination mit viel Potenzial, erklärte Daniel Küng als Chef der Aussenwirtschafts-Förderorganisation, die bis vor kurzem Osec hiess, anlässlich der Eröffnung in Istanbul: «Besonders interessant ist auch die Rolle der Türkei als Drehscheibe für Geschäfte nach Nordafrika, den mittleren Osten und Asien.»

In den letzten zehn Jahren hat die Türkei stark zugelegt. Seit 2003 wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) um über 40 Prozent. Der Handel verdreifachte sich. 2012 hat sich die Konjunktur mit einem Plus von lediglich noch 2,6 Prozent allerdings deutlich abgekühlt. Im Gegensatz zu früher war das Wachstum vor allem den Ausgaben der öffentlichen Hand und den Exporten zu verdanken, während sich die Binnennachfrage abschwächte.

Exporte sacken ab

Dies bekam auch die Schweiz zu spüren. Die Schweizer Exporte in das Land am Bosporus tauchten um 14,5 Prozent auf 1,8 Mrd. Franken, wie aus den Zahlen der Eidg. Zollverwaltung (EZV) hervorgeht. Damit sind die Ausfuhren wieder auf das Niveau von 2009 zurückgefallen.

Insgesamt hat die Schweiz in den letzten Jahren deutlich an Gewicht in der türkischen Wirtschaft verloren. Unser Land machte im vergangenen Jahr lediglich noch 1,8 Prozent der türkischen Importe aus. In den Jahren vor der Finanzkrise waren es noch rund 3 Prozent. Dabei sind die Gewichte ungleichmässig verteilt: Den Löwenanteil der Exporte steuert mit knapp einem Drittel die Pharmaindustrie bei.

Türkei wichtig für Maschinenindustrie

Nicht ganz ein Viertel der Exporte entfällt auf die Schweizer Maschinenindustrie. Deutlich geringer ist die Bedeutung anderer Industrien. Dieses Verhältnis will der Chef der Exportförderorganisation ändern.

Gute Geschäftschancen böten sich für Schweizer Firmen aus der Bau-, Infrastruktur- und Transportbranche sowie aus der Biotechnologie und Medizinaltechnik, erklärte Küng. Auch für die Umwelt-, Abfall- und Energieindustrie seien die Aussichten gut.

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