Kampf dem Müll: Die Schweiz soll sauberer werden

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Kampf dem MüllDie Schweiz soll sauberer werden

Der Littering-Berg wächst und wächst. 70 Gemeinden, Firmen und Vereine legen nun Hand an: Am schweizweiten Clean-Up-Day werden sie die Schweiz vom Müll befreien.

von
hal

Die Schweiz gilt als vorbildlich sauber und als Recycling-Weltmeister. Doch auch hierzulande ist Littering ein Problem: Fast ein Drittel des Abfalls landet nicht im Kübel, sondern irgendwo auf dem Boden. Die Stadt Zürich sammelte letztes Jahr alleine ums Seebecken 9263 Tonnen Flaschen, Dosen, Papier und Verpackungen. Der Müll wurde achtlos weggeworfen oder einfach liegengelassen.

Die IG saubere Umwelt (IGSU) hat dem steigenden Littering-Berg nun den Kampf angesagt: Sie ruft alle Schweizer auf, herumliegenden Abfall mit der App Clean-Up-Day zu fotografieren. «Ziel ist eine Bestandesaufnahme der Littering-Hotspots», sagt Geschäftsführerin Nora Steimer. Die fotografierten Orte werden direkt auf eine Karte eingetragen. Die meisten der bisher 2000 Fotos stammen aus Ballungsgebieten.

Taucher fischen nach Müll

Statt ein Pfand auf Dosen und Flaschen einzuführen oder Littering-Polizisten auf die Lauer zu schicken, setzt die IGSU auf Sensibilisierung: «Mit unserer App wollen wir allen zeigen, dass es nicht cool ist, Abfall liegen zu lassen oder auf den Boden zu werfen», sagt Steimer. Die Schweizer sollen aber nicht nur fotografieren, sondern auch selbst Hand anlegen: Am 21. September 2013 organisiert die IGSU einen schweizweiten Clean-Up-Day.

Bereits haben über 70 Gemeinden, Schulen, Vereine und Unternehmen zugesagt, an diesem Tag ein bestimmtes Gebiet von Abfall zu befreien. Einer der Teilnehmer ist Thomas Niederer, Präsident der Schweizer Umwelt- und Abfalltaucher. Mindestens 25 Taucher und 15 Helfer werden am Clean-Up-Day das Luzernerbecken des Vierwaldstättersees und einen Teil des Zugersee reinigen.

Auch grosse Städte sollen mitmachen

«Wir werden sicher viele Flaschen, Dosen, Plastik und vielleicht ein paar Velos finden», so Niederer. Sogar auf Autobatterien stossen die Taucher hin und wieder. Richtig schlimm seien auch Zigarettenstummel: «Die sind hochgiftig, wenn sie ausgewaschen werden. Leider sind sich das viele Leute nicht bewusst.»

Den Clean-Up-Day begrüsst er deshalb sehr, auch wenn er allein nicht reiche. «Die Schweizer werden so auf das Littering-Problem aufmerksam gemacht. Aber das hält nicht ewig an.» Je mehr Leute selbst am Clean-Up-Day mitmachen, desto eher bleibt etwas haften. Noch läuft die Anmeldefrist: «Wir wären begeistert, wenn auch grosse Städte mitmachen würden», so Steimer.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Clean-Up-Day und zur App.

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