Liefermengen steigen - Die Schweiz überholt beim Impfen ihre Nachbarländer
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Liefermengen steigenDie Schweiz überholt beim Impfen ihre Nachbarländer

Die Schweizer Impfkampagne hat Fahrt aufgenommen. Die Schweiz impft jetzt schneller als viele Nachbarländer. In einer Kategorie haben wir sogar einen weltweiten Spitzenplatz.

von
Philippe Coradi
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Fünf Hersteller haben mit dem Bund einen Vertrag, insgesamt 35,8 Millionen Impfdosen zu liefern. Geliefert wurden bisher gut drei Millionen Dosen, also circa acht Prozent des Gesamtvolumens.

Fünf Hersteller haben mit dem Bund einen Vertrag, insgesamt 35,8 Millionen Impfdosen zu liefern. Geliefert wurden bisher gut drei Millionen Dosen, also circa acht Prozent des Gesamtvolumens.

Stadt Wetzikon

Darum gehts

  • Per Ende April sind in der Schweiz gut zehn Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

  • Das ist global gesehen ein Spitzenrang.

  • Wir impfen momentan schneller als verschiedene Nachbarländer.

In der letzten Woche wurden in allen Kantonen knapp 339’000 Dosen verimpft. Das macht täglich 48’000 Einheiten. Der «Tages-Anzeiger» rechnet vor: Gegenüber den beiden Vorwochen ist das eine Steigerung von 19 respektive 64 Prozent. Somit sind per Ende April in der Schweiz rund zehn Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Im internationalen Vergleich verbessert sich die Schweiz gemäss Bericht immer mehr. Zwar bleiben wir in Bezug auf Dosen pro 100 Einwohnerinnen und Einwohner hinter unseren Nachbarländern Österreich, Deutschland, Italien und Frankreich zurück. Doch die vollständig Geimpften betreffend, hat die Schweiz ihre Nachbarn mit 10,1 Prozent überholt.

Italien (9,2 Prozent), Österreich (9), Frankreich (8,7) und Deutschland (7,4) können diesbezüglich nicht mehr mithalten. Nur zehn Länder (Israel, Chile, Bahrain, USA, Grossbritannien, Serbien, Ungarn, Singapur, Marokko, Dänemark und die Türkei) haben weltweit aktuell einen höheren Anteil an vollständig Geimpften als die Schweiz. Auch beim aktuellen Impftempo liegt die Schweiz mit 48’000 Dosen pro Tag derzeit laut «Tages-Anzeiger» vor Frankreich und Österreich.

Erste Effekte der Impfstrategie in der Schweiz sind denn auch zu beobachten: In der Altersgruppe der über 80-Jährigen sinkt die Zahl der Infektionen, auch Spitaleintritte und die Zahl der Todesfälle gehen zurück.

Über 35 Mio. Dosen bestellt

Bestellt hätte die Schweiz genug: Fünf Hersteller haben mit dem Bund einen Vertrag, insgesamt 35,8 Millionen Impfdosen zu liefern. Geliefert wurden bisher gut drei Millionen Dosen, also circa acht Prozent des Gesamtvolumens. Eigentlich hätten es bis Ende April 3,8 Millionen Dosen sein sollen, doch es bestehen Lieferrückstände beim Vakzin von Moderna. Davon wurden gut 2,4 Millionen Dosen bereits verabreicht.

Aus fünf mach sechs

Mit einem Kniff gelingt es offenbar, etwas mehr zu impfen als berechnet. In den Fläschchen befindet sich sicher genug Impfstoff für fünf Dosen. Mit Fingerspitzengefühl und optimalen Gerätschaften könnten aber sechs Dosen entnommen werden, vermeldet Swissmedic. Das kann dazu führen, dass Kantone etwas mehr verimpfen können, als ihnen zugeteilt wurde.

Herausforderung Impfdrängler

In der Praxis müssen sich die Kantone zudem mit Nebenerscheinungen auseinandersetzen. Verschiedentlich versuchen sich Personen mit gesundheitlichen Falschangaben einen frühen Termin zu erschleichen. Und es ist laut BAG nicht verboten, sich auch in einem anderen Kanton/mehreren Kantonen zur Impfung anzumelden. Die Stände wollen aber ihre eigene Bevölkerung prioritär behandeln und weisen darum derzeit mit entsprechendem administrativem Aufwand ausserkantonale Personen ab.

Weitere Informationen über den aktuellen Stand um Corona findest du in der Übersicht auf einen Blick.

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