Digitale Bedrohung – Die Schweizer Armee baut ein Cyberbataillon auf
Publiziert

Digitale BedrohungDie Schweizer Armee baut ein Cyberbataillon auf

Um den Herausforderungen im Bereich Cyber zu begegnen, erhält die Schweizer Armee ein Cyberbataillon. Das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen.

von
Jonas Bucher
1 / 7
In die Schweizer Armee wird ein Cyberbataillon integriert. 

In die Schweizer Armee wird ein Cyberbataillon integriert.

Oskar Moyano
Das Cyberbataillon bestehe aus Armeeangehörigen, die aufgrund ihrer zivilen beruflichen oder akademischen Tätigkeit über die notwendige Cybererfahrung verfügen.

Das Cyberbataillon bestehe aus Armeeangehörigen, die aufgrund ihrer zivilen beruflichen oder akademischen Tätigkeit über die notwendige Cybererfahrung verfügen.

20min/Simon Glauser
Der Armeebestand verändere sich laut VBS dadurch nicht.

Der Armeebestand verändere sich laut VBS dadurch nicht.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Die Schweizer Armee rüstet im Bereich Cyber auf.

  • Dafür wird ein eigenes Cyberbataillon aufgebaut.

  • Die Informatikkosten wurden im laufenden Jahr massiv überschritten.

Die Herausforderungen im Bereich Cyber werden laut Bundesrat immer komplexer, auch für die Armee. Um diese künftig noch besser zu bewältigen, hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen, per 1. Januar 2022 ein Cyberbataillon zu bilden, wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitteilt.

Das Cyberbataillon bestehe aus Armeeangehörigen, die aufgrund ihrer zivilen beruflichen oder akademischen Tätigkeit über die notwendige Cybererfahrung verfügen. Das neue Bataillon wird ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Kommandos Cyber sein, zu dem ab Anfang 2024 die heutige Führungsunterstützungsbasis (FUB) weiterentwickelt werden soll.

Cyberlehrgang für Armeeangehörige

Seit 2018 bietet die Armee jungen Talenten aus dem Bereich Cyber (zum Beispiel Absolventinnen und Absolventen einer Berufslehre als Informatiker oder angehenden Informatik-Studierenden) die Möglichkeit, als hauptsächlichen Teil ihrer militärischen Grundausbildung einen 40-wöchigen Cyberlehrgang zu absolvieren. Zusammen mit anderen Cyberspezialistinnen und -spezialisten aus der Miliz werden diese Armeeangehörigen künftig im Cyberbataillon eingeteilt.

Die Bildung erfolgt durch Umverteilung von Armeeangehörigen aus bestehenden Cyberformationen, die im Gegenzug aufgelöst werden. Der Armeebestand verändere sich laut VBS dadurch nicht.

IT-Kosten explodieren

Wie der «Tages-Anzeiger» im Oktober publik machte, explodieren die Informatikkosten in der Armee. 2021 gab die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) fast zehn Prozent des Gesamtbudgets von fünf Milliarden Franken aus. In Zahlen: rund 460 Millionen Schweizer Franken. Wie Armeesprecher Stefan Hofer gegenüber der Zeitung bestätigte, werde das Informatikbudget 2021 um knapp 100 Millionen Franken überschritten.

Zurzeit hat Armee-Chef Thomas Süssli etwa 100 Vollzeitstellen für alle Informatikprojekte. Doch damit alle IT-Projekte der Armee gestemmt werden könnten, müsste man gehörig aufrüsten. «Um alle derzeit laufenden Projekte ausführen zu können, bräuchten wir etwa 400 Vollzeitstellen», sagte Armeesprecher Hofer.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Cybercrime betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Meldestellen:

Polizei nach Kanton

Aufklärung:

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

1 Kommentar