World Weather: «Die Schweizer haben ein grosses Problem»
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World Weather«Die Schweizer haben ein grosses Problem»

CNN berichtet über angebliche Schwierigkeiten in den Alpen. Die Wetterfee macht die Zuschauer darauf aufmerksam, dass es keinen Schnee in der Schweiz gibt. Was sagt Schweiz Tourismus dazu?

von
hag

Quelle: CNN

Starker Franken, Billig-Konkurrenz im Ausland, erste Skigebiete verschieben wegen Schneemangels den Saisonstart. Als ob es der Schweizer Wintertourismus nicht schon schwer genug hat. Jetzt ist die aktuelle niederschlagsarme Schönwetter-Periode sogar für CNN International ein Thema. An diesem Freitagnachmittag lief mehrmals ein kurzer Beitrag über den nicht vorhandenen Schnee in der Schweiz auf dem amerikanischen Sender.

Nachdem eine Wettermoderatorin einem Millionen-Publikum im «World Weather» die Wetteraussichten in den verschiedensten Regionen der Welt präsentierte, ging sie noch auf das aktuelle Problem in der Schweiz ein: «Ich zeige Ihnen nun eine Vorher-Nachher-Aufnahme. Das erste Satellitenbild ist vom 11. November 2010. Alles ist weiss und mit Schnee bedeckt. Wenn man die Zeit bis zum 17. November 2011 vorspult, sieht man klar die Veränderung. Der fehlende Schnee über den Alpen», erklärt die Moderatorin. «Sie können es sich denken, dies bereitet den Skigebieten grosse Sorgen. Der Saisonstart verschiebt sich, die Geschäfte leiden darunter», so die CNN-Frau.

«Es ist wirklich ein grosses Problem»

Nicht genug. CNN zeigt die Vorher-Nachher-Aufnahmen ein zweites Mal. Diesmal wurden, um das Ganze noch besser zu veranschaulichen, die Skigebiete Verbier und Les Crosets im Wallis mit einem stilisierten Skifahrer in die Karte eingefügt. Und dieser schwingt natürlich, wen wundert's, auf grüner statt weisser Unterlage talwärts. Es sei wirklich ein grosses Problem, so die Sprecherin.

Anschliessend zeigt die Wetterfee aktuelle Bilder aus Les Crosets. «Oh, das sieht nicht gut aus. Leere Skilifte und viel grünes Gras, beziehungsweise braunes», fügte sie resignierend hinzu. Dass in Les Crosets um diese Jahreszeit selten Lifte in Betrieb sind, stört sie dabei nicht.

Schweiz Tourismus reagiert gelassen

Es war zwar nur ein einminütiger Beitrag, aber keine besonders gute Werbung für die Schweizer Skigebiete, oder? «Keine Panik», sagt Daniela Bär, Mediensprecherin von Schweiz Tourismus, auf Anfrage von 20 Minuten Online, «klar wäre eine Meldung über viel Schnee in den Bergen erfreulicher, aber für das Wetter kann niemand etwas.»

Angesprochen auf die negative Wirkung eines solchen Beitrags, meint Daniela Bär, ein solcher Beitrag habe keinen grossen Effekt auf das Buchungsverhalten. Sie glaubt nicht, dass potentielle Gäste sich von solch kurzfristigen Wettermeldungen beeinflussen lassen. Die Buchungen für Weihnachten seien bereits mehrheitlich getätigt. Und ausserdem betreffe die Grosswetterlage nicht nur die Schweiz, sondern den ganzen Alpenraum.

Bedenken, dass Schweizer auf andere Skiregionen, vielleicht sogar auf Nordamerika ausweichen könnten, hat Daniela Bär nicht. «Es ist erst Mitte November und es wäre falsch jetzt in Panik und Hektik zu verfallen. Die Schweizer wissen, dass sich das Wetter schnell ändern kann», so die Mediensprecherin. Ab nächster Woche soll es kälter werden, dann kann in den Skigebieten Schnee produziert werden. Daniela Bär ist zuversichtlich: «Spätestens Mitte Dezember, wenn das eigentliche Skigeschäft beginnt, wird alles parat sein.»

Bleibt zu hoffen, dass der Schnee bald kommt und dass CNN dann wieder berichtet.

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