Gesünder und besser: Die Schweizer kochen lieber selbst
Aktualisiert

Gesünder und besserDie Schweizer kochen lieber selbst

Während die Schweizer den Kochlöffel schwingen, greifen die nördlichen Nachbarn lieber zu Fertigprodukten.

von
Stefanie Nopper

Eine Verkaufsanalyse von Knorr hat ergeben, dass die Schweizer gerne selbst kochen. Im Vergleich dazu verwenden Deutsche eher fixfertige Produkte.

Ein möglicher Grund ist die unterschiedliche Kochkultur. «In der Schweiz werden das Kochwissen und damit verbundene Gewohnheiten innerhalb der Familie stärker weitergegeben», meint Knorr-Chefkoch Georg Schmücker. So mögen es Deutsche eher praktisch und bereiten eine Bolognese lieber mit Fertigmischungen zu, statt nach einem traditionellen Rezept zu kochen. Auch im nördlichen Teil Europas wird im Vergleich zu mediterranen Gebieten vermehrt auf Fertigmischungen zurückgegriffen. Laut Schmücker ist die Schweizer Kochkultur von den Sprachregionen Deutschschweiz, Tessin und Romandie geprägt. Ausserdem seien die Schweizer eher bereit, für qualitativ hochstehende Lebensmittel mehr Geld auszugeben.

Das bestätigt auch Jörg Rössel, Soziologe an der Universität Zürich: «Die Deutschen geben im Jahr pro Haushalt nur etwa 3000 Euro für Lebensmittel aus – das ist unter dem EU-Durchschnitt.» Dieser liege derzeit bei etwa 4000 Euro. Da greifen die Schweizer mit rund 7000 Franken schon tiefer in die Tasche. Ein weiterer Grund für die Kochunterschiede könnte auch die Bildung sein: «Der Haushaltsunterricht in der Schweiz trägt sicher dazu bei, dass die Schweizer ihr Essen lieber selbst frisch zubereiten», so Rössel weiter. Gemäss dem Diätexperten Sven-David Müller führt dieses Kochverhalten dazu, dass die Schweizer im Durchschnitt dünner sind als die Deutschen.

Amis essen nur halb so lang

Die Amerikaner verwenden weniger als 40 Minuten am Tag zum Kochen. Im Vergleich dazu kochen die Europäer über 50 Minuten täglich. Beim Essen sind die Koch-Unterschiede der Nationen noch viel grösser: Die Amerikaner verbringen damit mit durchschnittlich rund 40 Minuten nicht einmal halb so lang wie die Franzosen, die dem Essen ganze 100 Minuten widmen. Die Niederländer nehmen täglich fast 70 Minuten lang Nahrung zu sich. Im Schnitt essen Europäer jeden Tag während 50 Minuten.

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