Brittnau AG: «Die Schweizer nehmen den Namen ‹Bünzlichopf› mit Humor»
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Brittnau AG«Die Schweizer nehmen den Namen ‹Bünzlichopf› mit Humor»

Mit seinen «Bünzlichöpf» scheint die Bäckerei Waber aus dem aargauischen Brittnau den Nerv der Zeit getroffen zu haben: Um der Nachfrage gerecht werden zu können, muss der Chef Überstunden schieben und das weisse Pendant zum «Mohrenkopf» in Serie produzieren.

von
Daniela Gigor
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«Bünzlichopf»-Hersteller Daniel Waber hat einen Erfolg gelandet.

«Bünzlichopf»-Hersteller Daniel Waber hat einen Erfolg gelandet.

Hier zeigt Daniel Waber ein Blech voller frischer «Bünzlichöpfe».

Hier zeigt Daniel Waber ein Blech voller frischer «Bünzlichöpfe».

Ja, zwischendurch darf auch Daniel Waber mal herzhaft in einen seiner frischen «Bünzlichöpfe» reinbeissen.

Ja, zwischendurch darf auch Daniel Waber mal herzhaft in einen seiner frischen «Bünzlichöpfe» reinbeissen.

Darum gehts

  • Der Inhaber einer Bäckerei im Aargau verkauft unter dem Namen «Bünzlichopf» Schaumküsse mit weissem Schokoladenüberzug.
  • Innerhalb von nur einer Woche hat er rund 2000 Stück der «Bünzlichöpfe» verkauft.
  • Etwas vom Erfolg überrumpelt muss der Chef nun Überstunden leisten.

Seit einer Woche verkauft Daniel Waber «Bünzlichöpfe» in seiner Bäckerei in Brittnau AG. «Mit dieser Nachfrage hätte ich nie gerechnet», sagt der 42-Jährige auf Anfrage. Wegen den Diskussionen um die «Mohrenköpfe» habe er einfach nach etwas Neuem gesucht, das auch «noch witzig» sei.

Dass er unkonventionelle Wege geht, scheinen auch die Bewohner von Brittnau zu wissen. Laut Waber gibt es im Dorf viele Vereine und er suche immer wieder nach neuen Ideen, die er umsetzen könne. Im letzten Jahr habe er beispielsweise vor Weihnachten ein sogenanntes «Füürwehr-Stängeli» im Geschäft angeboten. Waber: «Dabei handelt es sich um ein Branchli mit süss-scharfer Chilinote, die im Abgang etwas brennt.»

Waber hat innerhalb einer Woche etwa 2000 «Bünzlichöpfe» verkauft

Und nun landet er einen Hit mit seinen «Bünzlichöpfen.» «Ich habe innerhalb einer Woche rund 2000 Stück verkauft», sagt Waber, der nun Überstunden schiebt, damit er der Nachfrage gerecht werden kann. «Ich produziere sie an meinen freien Tagen oder wenn ich Feierabend habe», sagt Waber. Wenn er von Feierabend spricht, dann meint er jene Zeit, die seine Berufskollegen zum Schlafen nützen, damit sie mitten in der Nacht wieder aus den Federn kommen, um ihrer Arbeit nachzugehen.

Waber muss die «Bünzlichöpfe» höchstpersönlich herstellen, weil diese Süssigkeit zu den Confiserie-Artikeln zählt und er in seinem Betrieb ausschliesslich Bäcker und Konditoren beschäftigt. Dennoch denkt Waber nicht ans Aufgeben: «Solange das Thema ‹Mohrenköpfe› diskutiert wird und die Nachfrage da ist, werden wir die ‹Bünzlichöpfe› herstellen.» Er freut sich, dass er mit dem Produkt die Schweizer auf die Schippe nehmen kann. Angst vor negativen Reaktionen hat er nicht: «Bisher habe ich nichts gehört, dass sich jemand über die ‹Bünzlichöpfe› aufgeregt hätte. Wir Schweizer können darüber lachen.»

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