Aktualisiert 16.07.2014 13:42

Chris von Rohr

«Die Schweizer sind zu lieb, die lassen alle rein»

In der neuen SRF3-Serie «Focus Blind Date» treffen jeweils zwei Promis aufeinander. Das Treffen von Chris von Rohr und Slam-Poet Gabriel Vetter war aber nicht sehr romantisch.

von
isa

Eigentlich hätten Rocker Chris von Rohr und Slam-Poet Gabriel Vetter einiges gemeinsam. Doch bei ihrem Zusammentreffen für die neue Sommerserie «Focus Blind Date» auf SRF 3 geraten sich die beiden ziemlich in die Haare. «Du tönst wie ein alternder SVP-Politiker!», wettert Vetter. «Du redest wie ein Linker!», zetert von Rohr. Die beiden haben das Heu nicht auf der gleichen politischen Bühne - nicht mal auf der kulturellen. «Du bist doch auch aus dem Kulturkuchen», sagt Vetter. «Nein, das bin ich nicht. F*** it, Kultur kommt bei mir hinten raus», kontert von Rohr. Die beiden schenken sich nichts - absolut nichts.

Wildes Gefluche und Gefuchtel

Vor allem wenn es um die Schweizer Politik geht, kennt der Rockmusiker kein Halten mehr. Einwanderungspolitik und die EU - zwei brisante Themen, die für viel Zündstoff sorgen. «Es gibt doch irgendwann Probleme, wenn man Krethi und Plethi reinlässt», erklärt der 63-Jährige in der Sendung. «Du bist doch auch für eine begrenzte Zuwanderung, oder?», fragt Chris sein Gegenüber. Noch bevor der 31-jährige Wortakrobat aber sein Konterargument ausführen kann, fährt von Rohr ihm schon wieder über den Mund. Es wird geflucht und mit den Armen gefuchtelt.

Im Nachhinein ärgert sich Chris über das Gespräch. «An einem anderen Tag wäre dieser Talk sicher anders gelaufen. Ich glaube, wir hätten uns nicht in die politischen Allerweltsthemen verbeissen sollen, die man in einem solchen Talk auf die Kürze gar nie zufriedenstellend bewältigen kann. Es wäre interessanter gewesen, mehr über unser Tun und Schaffen zu sprechen», sagt Chris zu 20 Minuten. Die Themenauswahl bei «Focus Blind Date» ist übrigens völlig frei.

«Ich bin weder ein Abschotter noch ein Fremdenhasser»

Deshalb versucht Vetter auch immer wieder ein wenig die Spannung aus der Diskussion zu nehmen, doch ohne Erfolg. Mit Aussagen wie: «Das Problem der Schweiz ist multikulti» oder «Die Schweizer sind zu lieb, die lassen alle rein» bringt der Rocker den Slam-Poeten auf die Palme. Doch Chris bleibt standhaft, wie er gegenüber 20 Minuten sagt: «Ich vertrete, wie 50 Prozent der Menschen hierzulande, die Meinung, dass wir wie überall auf der Welt, ausser in der EU, die Zuwanderung selbst bestimmen sollten und nicht zu viel des schlechten politischen Managements der EU importieren müssen.» Er sei der Meinung, das demokratische System sei ein Erfolgssystem, das kein Diktat von aussen brauche. «Deswegen bin ich weder ein Abschotter noch ein Fremdenhasser, ich arbeite ständig mit Ausländern zusammen und fand das schon immer bereichernd», sagt von Rohr.

Politik hin oder her - nach der Sendung haben sich die Wogen wieder geglättet, wie von Rohr verriet: «Wir haben phasenweise durch unklare Formulierungen einfach aneinander vorbeigeredet. Schade eigentlich. Das haben wir beide nach der Sendung im Tram festgestellt. Ich habe Gabriel mein Buch ?Bananenflanke? geschenkt, damit er mich etwas vertiefter kennenlernt.» Leider war Gabriel Vetter für 20 Minuten bis jetzt nicht erreichbar.

Nebst Chris von Rohr und Gabriel Vetter treffen auch noch andere Schweizer Promi-Paare aufeinander, wie Sie in der Bildstrecke sehen.

Die Sommerserie «Focus Blind Date» läuft jeweils montags um 20.03 Uhr auf Radio SRF3.

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