Solidarität: Die Schweizer spenden trotz Krise
Aktualisiert

SolidaritätDie Schweizer spenden trotz Krise

Die Schweizer lassen sich ihre Barmherzigkeit auch in Zeiten der Finanzkrise nicht nehmen: Sie spenden dieses Jahr mehr als 2007. Und: In der Rezession zeigen die Menschen Solidarität.

von
Dajan Roman

Die Schweizer spenden mit einer erstaunlichen Regelmässigkeit – seit mehreren Jahren rund 800 Millionen Franken pro Jahr. Tun sie das auch im Jahr der Finanzkrise? Roland Jeanneret von der Glückskette hat zwar noch keine genauen Zahlen, sagt aber: «2008 dürften die Schweizer eher noch mehr spenden als 2007.» Die Finanzkrise werde erst mittelfristig zu spüren sein. Jeanneret erwartet, dass vor allem institutionelle Spender wie Firmen oder Stiftungen im nächsten Jahr wohl weniger Geld springen lassen, weil diese die Spenden oft aus den Wertpapiererträgen finanzieren würden. Doch Sorgen macht das Jeanneret nicht, denn bei der Glückskette machen die institutionellen Spenden lediglich 10 Prozent aus - der Rest kommt von Privatpersonen. «Und diese Spenden nehmen erfahrungsgemäss in einer Rezession eher zu», so Jeanneret. Allerdings sei es nicht so, dass Einzelne höhere Beträge sprenden würden, sondern dass es ganz einfach mehr Spender gebe. So oder so seien die Spenden bei der Glückskette stark von Einzelereignissen abhängig. «Die emotionale Beziehung zum Schaden ist enorm wichtig», erklärt Jeanneret und ergänzt «die Betroffenheit wiegt stärker als die finanzielle Lage».

Rotes Kreuz mit mehr Spenden

Auch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) stellt laut Mediensprecher Beat Wagner generell keine negativen Veränderungen fest. Im Gegenteil: «Bei den Spenden verzeichnen wir bis zum 10. November gegenüber dem letzten Jahr gar eine Zunahme von 13 Prozent.» Wagner will aber nicht ganz ausschliessen, dass in einer schweren Rezession die Spenden zurückgehen könnten.

Auch Caritas stabil

Auch Caritas Schweiz konnte bei den Spenden das Niveau vom Vorjahr halten. «Wir können noch keine konkreten Zahlen nennen, sind aber bis jetzt im langjährigen Durchschnitt. Wir hoffen, dass es so weitergeht», sagt Barbara Kunz, Mediensprecherin Caritas Schweiz. Sie geht nicht davon aus, dass das Spendenvolumen in nächster Zeit markant zurückgehen wird. Aber: «Es gibt eine Tendenz zu mehr zweckbestimmten Spenden», so Kunz.

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