27.10.2020 14:43

EM-Qualifikation gegen RumänienDie Schweizerinnen wollen zeigen, dass sie ihre Lektion gelernt haben

Eigentlich ist ein Sieg heute in Rumänien Pflicht: Doch die Fussballerinnen des Schweizer Nationalteams wissen, wie gefährlich kleinere Gegner sein können.

von
Fabian Sangines
Achtung, Stolpergefahr: Die Schweizerinnen wissen um die Gefährlichkeit von Gegner Rumänien.

Achtung, Stolpergefahr: Die Schweizerinnen wissen um die Gefährlichkeit von Gegner Rumänien.

Keystone/Walter Bieri

Die Warnung ist noch präsent. Das 1:1 gegen Aussenseiter Kroatien, es steckt tief in den Köpfen der Schweizer Nationalspielerinnen. «So ein Ergebnis kann die Qualifikation kosten», sagt Ana-Maria Crnogorcevic. Natürlich weiss die Schweizer Rekordtorschützin, wovon sie spricht, sie ist schliesslich schon lange dabei. Auch als die Equipe die Weltmeisterschaft 2019 unter anderem verpasste, weil sie als haushohe Favoritin im letzten Qualifikationsspiel gegen Polen patzte. Diese bittere Erfahrung hilft nun, alle Gegnerinnen gleich ernst zu nehmen. Auch Rumänien im zweitletzten EM-Ausscheidungsspiel (16.30 Uhr, SRF2).

Trotz des Ausrutschers in Kroatien ist die Ausgangslage gut, denn wenige Tage später folgte das 2:1 in Thun gegen die bis dahin noch verlustpunktlosen Belgierinnen. So führen die Schweizerinnen die Tabelle mit einem Punkt vor Belgien wieder an, oder wie Crnogorcevic sagt: «Wir sind in der Poleposition.» Zum Abschluss der Kampagne gastiert das Team von Nils Nielsen bei den direkten Konkurrentinnen – vier Punkte aus den letzten beiden Spielen reichen sicher, um 2022 in England an der Europameisterschaft spielen zu dürfen.

Einfachere Vorbereitung

Dabei ist es sicher kein Nachteil, dass die mögliche Finalissima in Belgien erst Anfang Dezember stattfindet, so kommen alle gar nicht erst in Versuchung, den Kopf woanders zu haben als bei Rumänien. Eine weitere Lektion war beim Remis in Kroatien, dass sich die Schweizerinnen von der harten Gangart hatten aus dem Tritt bringen lassen. «Wir haben nun die Chance, zu zeigen, dass wir unsere Lektion gelernt haben», sagt Lia Wälti.

Die Ausgangslage ist also gut, auch wenn mit Rahel Kiwic, Viola Calligaris, Noëlle Maritz und Luana Bühler gleich vier Abwehrspielerinnen ausfallen und diverse Legionärinnen erst verspätet zum Team stossen durften. Denn die Corona-Auflagen der Schweiz besagen, dass beruflich Einreisende aus Risikogebieten maximal fünf Tage hier bleiben dürfen, ohne in Quarantäne zu müssen. Weil das Team am Sonntag nach Rumänien flog, durften sie also erst am Dienstag in die Schweiz kommen.

Am Donnerstag stiegen sie dann ins Training ein, weil sie zuerst noch das Resultat des Corona-Tests abwarten mussten. «Das reicht schon», findet Crnogorcevic, die 30-Jährige braucht natürlich weniger Akklimatisierung. Etwas komplizierter sei es, die neuen Spielerinnen zu integrieren. Statt im Aufenthaltsraum müssen alle mehr Zeit in ihren Zimmern verbringen, beim Essen ist die Sitzordnung fix: «So ist es schwieriger, mehr von ihnen zu erfahren.» Captain Wälti pflichtet bei: «Deshalb müssen wir Spaziergänge oder die Anfahrt zum Training dazu nutzen, auf die Neuen zuzugehen und dafür zu sorgen, dass sie sich wohl fühlen.» Schliesslich braucht es alle für die letzten Schritte an die EM-Endrunde.

Ausgangslage

Eigentlich war es absehbar, dass die Finalissima um die direkte EM-Qualifikation am 1. Dezember in Belgien stattfindet. Weil aber neben den neun Gruppensiegerinnen auch die drei besten Gruppenzweiten weiterkommen, wäre es sogar möglich, dass die Schweiz mit einem Sieg heute gegen Rumänien den definitiven Schritt nach England machen könnte – aktuell sieht es nicht danach aus, dass zum Abschluss der Gruppenphase mehr als drei Zweitplatzierte weniger als fünf Verlustpunkte aufweisen können. Und auch im schlimmsten Fall stünde die Schweizer Chance nicht schlecht: Die restlichen sechs Gruppenzweiten haben mittels Barrage eine weitere Chance auf die EM 2022. Dort wären die Schweizerinnen gegen nahezu alle möglichen Gegnerinnen klarer Favorit. (fas)Rangliste (alle 6 Spiele): 1. Schweiz 16 Punkte. 2. Belgien 15. 3. Rumänien 9. 4. Kroatien 4. 5. Litauen 0.

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14 Kommentare
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Alisha

27.10.2020, 17:20

Ich will nur Alisha Lehmann sehen. Da geht mir immer einer ab.

U15

27.10.2020, 17:08

Dachte Amateurfussball sei eingestellt worden...

Urs

27.10.2020, 16:09

Schaut das überhaupt jemand?