Aktualisiert 15.10.2007 09:58

Die schwulen Homo-Hasser im Visier

Ein Internet-Blogger outet US-Politiker, die über Schwule schimpfen und selbst eine Vorliebe für das eigene Geschlecht haben. Die meisten seiner «Opfer» sind Republikaner.

Das Rezept von Michael Rogers ist einfach: Man nehme einen Politiker, der scharf gegen Homosexuelle schiesst und recherchiere in dessen Umfeld. Wenn Rogers herausfindet, dass dieser selber eine schwule Vergangenheit oder Gegenwart hat und zwei Zeugen seine Version bestätigen können, macht er die Geschichte öffentlich. Auf diesem Wege hat der Blogger schon 33 Volksvertreter desavouiert. Die «Washington Post» spricht deshalb schon vom «meistgefürchteten Mann vom Capitol Hill». In Spitzenzeiten besuchen 100'000 User seine Webseite.

Rogers' Macht bekam unlängst etwa Larry Craig zu spüren. Der republikanische Senator aus Idaho hatte auf sich aufmerksam gemacht, als er sagte, Schwule hätten in der Army nichts zu suchen. Rogers veröffentlichte daraufhin die Geschichte eines Zivilpolizisten, den der Senator auf einer Flughafentoilette bedrängt hatte. Craig verzichtete daraufhin auf seine Wiederwahl.

«Wenn das private Leben im Konflikt mit der eigenen politischen Agenda steht, kenne ich kein Mitleid. Diese Heuchler verdienen es nicht besser», erklärte der Blogger in einem Interview mit dem «Magazin», einer Beilage des «Tagesanzeigers». «Alle diese Politiker haben sich ablehnend gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen oder Adoptionsrechten für Homosexuelle geäussert.»

Stolz macht ihn seine Arbeit nicht. «Es macht mich eher wütend, in einem Land zu leben, wo du so was tun musst.» Dass er auf dem linken Auge blind ist, lässt Rogers nicht gelten. «Bei den Republikanern gibt es eben einfach besonders viele dieser Politiker, die ihre Homosexualität hinter einer real sehr wirksamen schwulenfeindlichen Politik verstecken.»

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