Vorwürfe: «Die Schwyzer SVP hat ein Naziproblem»
Aktualisiert

Vorwürfe«Die Schwyzer SVP hat ein Naziproblem»

Die Schwyzer SVP soll ein Mitglied ausschliessen, das Verbindungen zur militanten neonazistischen Organisation Combat 18 haben soll. Die SVP klärt das jetzt ab.

von
mme

An einer Demo gegen Rassismus im Frühling kam es zu Ausschreitungen. War ein lokaler SVP-Politiker beteiligt, der Verbindungen zur Combat 18 hat? (Video: Leser-Reporter)

Im Frühling kam es in Schwyz zu einer Demonstration des Bunten Bündnis Schwyz, die zeigen sollte, «dass Schwyz kein Nazinest ist, sondern ein bunter Flecken mit vielen tollen Leuten, wo sich alle sicher fühlen können».

Dabei kam es zu einer Schlägerei zwischen Links- und Rechtsextremen. Bei dieser soll das Vorstandsmitglied einer lokalen SVP dabei gewesen sein. Der Mann soll einen linken Demonstranten mit Pfefferspray attackiert sowie ein in Transparent des Organisationsbündnisses «Buntes Schwyz» gestohlen haben. Auch könnte der Mann Verbindungen zu Combat 18 haben : Die Schwyzer Kantonspolizei habe ihn deswegen verhört, berichtete der Sonntagsblick.

«Das ist erschütternd»

Nachdem dies am Wochenende bekannt wurde, teilte nun das Bunte Bündnis am Sonntag mit: «Die Schwyzer SVP hat ein Nazi-Problem. Dass ein SVP-Funktionär Verbindungen zu Combat 18 hat, ist erschütternd – wenn auch nicht überraschend. Die SVP muss sich nun sofort in aller Deutlichkeit von Neo-Nazi-Strukturen distanzieren.» Zudem müsse das betreffende Mitglied aus der Partei ausgeschlossen werden, «wenn sie noch einen Funken Glaubwürdigkeit behalten will.»

«Wir haben kein Nazi-Problem»

Roland Lutz, Präsident der SVP des Kantons Schwyz, sagt dazu:

«Wir haben kein Nazi-Problem. In dieser Hinsicht gilt bei uns Nulltoleranz. Wenn wir Kenntnis von solchen Personen hätten, würde das einen sofortigen Auschluss aus der Partei bedeuten.»

Zu den Vorkommnissen an der Demo in Frühling sagt der SVP-Parteipräsident weiter: «Von diesen Vorwürfen nehmen wir Kenntnis. Ich habe auch bereits mit der betreffenden Person geredet. Er sagt, er habe den Pfefferspray nur zur Verteidigung eingesetzt, weil eine Drittperson angegriffen worden sei.» Die weitergehenden Vorwürfe mit der Verbrennung eines Banners und der Verbindung zur Combat 18 bestreite der Mann hingegen. «Das tönt für mich insofern glaubhaft, weil er bisher nie in diese Richtung aufgefallen ist.»

SVP prüft, ob eine Verbindung zu Combat 18 besteht

Dennoch werde dies durch die SVP nun weiter abgeklärt, man sei bereits daran. «Und wenn sich das bewahrheiten sollte, erfreifen wird die entsprechende Massnahme», so Lutz.

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Mehrere hundert Personen gingen am Samstag unter dem Motto «Schwyz ist bunt - zusammen gegen Rassismus».

Mehrere hundert Personen gingen am Samstag unter dem Motto «Schwyz ist bunt - zusammen gegen Rassismus».

Keystone/urs Flueeler
Die Polizei stand ebenfalls im Einsatz. Am Rande der Demonstration kam es zu einer kleinerenAuseinandersetzung zwischen links- und rechtsextremen Personen.

Die Polizei stand ebenfalls im Einsatz. Am Rande der Demonstration kam es zu einer kleinerenAuseinandersetzung zwischen links- und rechtsextremen Personen.

Keystone/urs Flueeler
Die Demonstranten hielten vor dem Regierungsgebäude eine Platzkundgebung ab.

Die Demonstranten hielten vor dem Regierungsgebäude eine Platzkundgebung ab.

Keystone/urs Flueeler

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