SBB beklaut: «Die setzen für Kupferdraht ihr Leben aufs Spiel»

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SBB beklaut«Die setzen für Kupferdraht ihr Leben aufs Spiel»

Schon wieder haben Unbekannte auf dem Fahrleitungsnetz der SBB zugeschlagen und drei Kilometer kupferne Erdungskabel abmontiert. Laut SBB-Mediensprecher begeben sich die Diebe dabei in tödliche Gefahr.

Die Kupferdiebe schlugen gleich an zwei Aargauer Bahnstrecken zu, wie die Kantonspolizei am Montag mitteilte. Auf der Strecke zwischen Siggenthal Station und Döttingen fehlten 1500 Meter Kupferkabel.

Zwischen Sisseln und Laufenburg wurden auf dem Gemeindegebiet von Kaisten weitere 1300 Meter Kupferkabel abmontiert. In beiden Fällen bemerkten Lokführer im Verlauf des Wochenendes, dass das Erdungskabel abhanden gekommen war.

In der Nacht auf Donnerstag in Rümikon

Nicht zum ersten Mal haben es Diebe auf das SBB-Netz abgesehen. Bereits vor fünf Tagen waren bei Rümikon 300 Meter Erdungskabel abmontiert worden. Dabei brachten sich die unbekannten Diebe in Lebensgefahr. Als sie das Kabel durchschnitten, fiel dieses auf die unter 15 000 Volt Spannung stehende Fahrleitung, was einen Kurzschluss auslöste.

Wegen des Kurzschlusses erhielt die SBB eine Störungsmeldung, worauf der Kontrolldienst ausrückte. Die SBB-Angestellten sahen noch, wie ein Fahrzeug davonfuhr. Dabei könnte es sich um die Kupferdiebe gehandelt haben.

Profis waren am Werk

Die Polizei geht davon aus, dass es sich in allen drei Fällen um dieselben Täter handelt und dass diese über professionelles Fachwissen verfügen.

SBB-Mediensprecher Roman Marti weist darauf hin, dass auf Menschen, die der Fahrleitung zu nahe kommen, jederzeit ein sogenannter Lichtbogen überspringen könne. Ein derartiger Stromschlag sei tödlich, warnte Marti. «Für ein paar Meter Kupferdraht setzen die ihr Leben aufs Spiel.»

Kontrollen an Strecken verstärken

Die SBB will nach den Diebstählen die Kontrollen an den Strecken verstärken. Man sei in Kontakt mit den Streckenwarten in Regionen, die ein ähnliches Profil aufweisen wie die betroffenen, sagte SBB-Sprecher Roman Marti. Weitere Sicherheitsmassnahmen gibt die SBB aus taktischen Gründen nicht bekannt.

Auf den Bahnverkehr haben die Diebstähle keinen Einfluss, wie Marti betonte. Die Zugstrecken seien auch ohne Erdungskabel befahrbar. Für die SBB resultiere einzig bei der Rückführung im Stromkreis ein grösserer Energieverlust. Das Kupferkabel erdet die Strommasten bei einem Blitzschlag und verläuft üblicherweise parallel zur Fahrleitung.

Zeugenaufruf:

Personen, die Beobachtungen gemacht haben die mit diesen Straftaten im Zusammenhang stehen könnten, werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei in Brugg, Telefon 062 835 85 00, zu melden.

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