Aktualisiert 10.06.2011 16:26

Kündigung wegen Planking«Die Sicherheit war kein Problem»

Ihm wurde gekündigt, weil er auf der Flugzeugturbine plankte. Doch mit Sicherheitsbedenken habe die Kündigung nichts zu tun, sagt der Betroffene.

von
Annette Hirschberg

«Es ist relativ einfach, einen anderen Kündigungsgrund zu finden »: Leander Zemp, juristischer Mitarbeiter der Gewerkschaft Syna, über die Entlassungen. <i>(Video: Keystone)</i>

Die Kündigung der beiden SR-Technics-Mitarbeiter, die ihre Planking-Aktion auf einer Flugzeugturbine im Bild festhielten, hat hohe Wellen geworfen. 70 Prozent der User finden die Kündigung berechtigt. Auch in den Kommentarspalten überwiegt die Kritik: «Absolut verständlich diese Vorgehensweise von SR Technics.» Andere halten dagegen und glauben dass «die zwei Mechaniker die Turbinen sicher am besten kennen und ihr Tun einschätzen können». Eine schriftliche Verwarnung hätte gereicht.

Jetzt wehrt sich der plankende Mitarbeiter. «Sicherheitstechnisch war die Aktion kein Problem», sagt der Entlassene, der anonym bleiben will. Dass er mit seiner Aktion auf der offenen Turbine hätte Schaden anrichten können, schliesst er aus. «Zum Abschluss der Kontrollarbeiten müssen die Techniker auch auf die Turbine stehen.» Hätte er erahnt, welche Konsequenzen sein «Kurzplanking» haben würde, hätte der erfahrene Mitarbeiter selbstverständlich darauf verzichtet. Dass ihm allerdings gleich die Kündigung vor die Nase gelegt wurde, kann er nicht nachvollziehen. Er hat sich deshalb einen Anwalt genommen.

Die SR-Technics bestätigte am Donnerstag gegenüber 20 Minuten Online, dass dem Planker und seinem Fotografen wegen der Aktion gekündigt wurde und erklärte: «Wir haben den beiden Mitarbeitern ordentlich gekündigt. Sie gefährdeten bei der Aktion nicht nur sich selbst, sondern insbesondere die Betriebssicherheit.» Heute wollte sich SR Technics nicht mehr zum Fall äussern.

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