Kauflust: Die sieben Typen der Luxuskäufer
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KauflustDie sieben Typen der Luxuskäufer

Weltweit kaufen 330 Millionen Menschen Luxuswaren. Jährlich kommen 10 Millionen hinzu. Wo kommen die Kunden her und wofür geben sie Geld aus?

von
Claudia Landolt

In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Konsumenten von Luxusartikeln weltweit mehr als verdreifacht: von rund 90 Millionen im Jahr 1995 auf 330 Millionen Ende 2013. Dies zeigt die Studie «Lens on the Worldwide Luxury Consumer» der internationalen Managementberatung Bain&Company, die auf der Befragung von 10'000 Konsumenten basiert.

Jahr für Jahr kommen neue Luxuskäufer dazu: bis 2020 wird es weltweit rund 400 Millionen, bis 2030 an die 500 Millionen Luxuskonsumenten geben. Die Macher der Studie haben das Verhalten dieser Kunden analysiert und sieben Käufertypen definiert.

Die Alleskäufer

Sie geben 2350 Euro pro Kopf und Jahr aus. Diese Käufergruppe ist neu im Luxussegment, im Durchschnitt jünger als die anderen Kundensegmente und es sind vor allem Frauen, die Schmuck und Uhren mögen. Sehr gerne lassen sie ihr Geld in markeneigenen Fachgeschäften liegen und kaufen auf Reisen ein. Sie experimentieren mit neuen Marken, ihre Markentreue ist relativ gering.

Die Überzeugten

Sie geben 1750 Euro pro Kopf und Jahr aus. Bei ihnen handelt es sich um gebildete Kunden der Generation X (34 bis 48 Jahre) und Y (13 bis 33 Jahre). Lederwaren und Uhren haben Priorität. Die Überzeugten kaufen häufig am Wohnort ein und lassen sich durch Informationen aus dem Internet und über soziale Medien lenken.

Die Investoren

Sie geben 1450 Euro pro Kopf und Jahr aus. Diese Käufergruppe achtet besonders auf Qualität und Langlebigkeit von Luxusprodukten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Lederwaren und Uhren, die auch von Generation zu Generation vererbt werden können. Einkäufe werden sorgfältig recherchiert, Empfehlungen anderer Konsumenten spielen eine grosse Rolle.

Die Hedonisten

Sie vermelden Ausgaben von 1100 Euro pro Kopf und Jahr. Sie lieben Luxus und das Erlebnis, Luxusprodukte kaufen zu können. Auch haben sie eine hohe Affinität für Markenzeichen, kaufen vor allem Accessoires und sind durch Werbung beeinflussbar. Obwohl die Hedonisten ihr Interesse an Luxus gerne zur Schau stellen, finden sich in dieser Gruppe kaum offene Befürworter von Markenprodukten.

Die Konservativen

1000 Euro pro Kopf und Jahr ist ihr Budget. Es sind reifere Kunden, die sich nicht als Trendsetter sehen. Sie favorisieren Schmuck und Uhren bekannter Marken, kaufen in Warenhäusern und lassen sich vor allem durch Empfehlungen von Freunden und Familienmitgliedern überzeugen.

Die Desillusionierten

Sie geben 800 Euro pro Kopf und Jahr aus. Diese Konsumentengruppe umfasst in erster Linie die Babyboomer (49 bis 67 Jahre), die unter Luxusmüdigkeit leiden. Sie kaufen Lederwaren und Kosmetika und halten Ausschau nach Waren, die mehr als eine Saison überdauern. Auf die Desillusionierten haben Markenbotschaften oder Werbung kaum Einfluss. Sie konsumieren unregelmässig und kaufen weitgehend im Internet.

Die Neugierigen

Sie haben 500 Euro pro Kopf und Jahr zur Verfügung. Diese vor allem weiblichen Konsumenten fahnden nach Einstiegsprodukten, speziell bei Kosmetik und Schuhen. Sie freuen sich über Erschwinglichkeit und mischen in der Regel Luxusprodukte mit Durchschnittswaren. Die Neugierigen sind Impulskäufer mit geringer Markenloyalität, stark beeinflusst von Freunden oder Modetrends.

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