Eurovision Song Contest 2021 - Die Sieger des ersten Halbfinals stehen fest
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Eurovision Song Contest 2021Die Sieger des ersten Halbfinals stehen fest

Der ESC 2021 ist offiziell eröffnet. Von 16 Teilnehmern haben sich in der ersten Qualifikationsrunde am Dienstagabend zehn Länder für das Finale qualifiziert. Die Show war teuflisch, himmlisch und akrobatisch.

von
Katrin Ofner
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Am 18. Mai fand in der Ahoy-Arena in Rotterdam nach einjähriger Pause wieder der Eurovision Song Contest statt. 16 Länder traten im ersten Halbfinale an. Doch nur zehn Teilnehmer konnten ein Ticket für das Finale ergattern. Hier sind die Teilnehmer der ersten Qualifikationsrunde: The Roop sangen für Litauen den Song «Discoteque».

Am 18. Mai fand in der Ahoy-Arena in Rotterdam nach einjähriger Pause wieder der Eurovision Song Contest statt. 16 Länder traten im ersten Halbfinale an. Doch nur zehn Teilnehmer konnten ein Ticket für das Finale ergattern. Hier sind die Teilnehmer der ersten Qualifikationsrunde: The Roop sangen für Litauen den Song «Discoteque».

AFP
Ana Soklic (37) ging für Slowenien ins Rennen. Sie sang «Amen» – der selbe Titelname, wie vom österreichischen Teilnehmer Vincent Bueno (35), der am Donnerstag startet. 

Ana Soklic (37) ging für Slowenien ins Rennen. Sie sang «Amen» – der selbe Titelname, wie vom österreichischen Teilnehmer Vincent Bueno (35), der am Donnerstag startet.

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Russlands Manizha (29) begann ihre Performance von «Russian Woman» ganz passend als grosse Matrjoschka-Puppe. Sie befreite sich aber relativ schnell aus dem Kostüm – und freute sich. 

Russlands Manizha (29) begann ihre Performance von «Russian Woman» ganz passend als grosse Matrjoschka-Puppe. Sie befreite sich aber relativ schnell aus dem Kostüm – und freute sich.

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Darum gehts

  • Nachdem der Eurovision Song Contest 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, findet das grosse Musikereignis in diesem Jahr wieder statt.

  • Am Dienstagabend wurde der 65. ESC feierlich mit dem ersten Halbfinale in der Ahoy-Arena in Rotterdam eröffnet.

  • 16 Ländern performten ihre Teilnehmer-Songs auf der grossen Show-Bühne, doch nur zehn konnten sich für das Finale kommenden Samstag qualifizieren.

  • Gjon’s Tears singt mit «Tout l’univers» für die Schweiz und tritt beim zweiten Halbfinale am Donnerstag an.

Am Dienstagabend ging das erste Halbfinals des 65. Eurovision Song Contest in der Ahoy-Arena in Rotterdam über die Bühne. 16 Länder traten gegeneinander an und präsentierten ihre Songs, doch nur zehn konnten sich ein Ticket für das grosse Finale am 22. Mai sichern: Norwegen, Israel, Russland, Aserbaidschan, Malta, Litauen, Zypern, Schweden, Belgien und Ukraine sind weiter gekommen.

Wie bereits Ende April vom niederländischen Kultur-Ministerium angekündigt, fand die Show vor Publikum statt. Der Wettbewerb ist ein sogenanntes «Fieldlab-Experiment», bei dem man schauen möchte, wie Grossereignisse auch in Corona-Zeiten funktionieren. Dementsprechend gut und laut war auch die Stimmung in der Halle.

So lief das erste ESC-Halbfinale

Moderiert wurde die Show von Chantal Janzen (42), Jan Smit (35), Edsilia Rombley (43) sowie Nikkie de Jager (27). Der ESC-Gewinner von 2019, Duncan Laurence (27), eröffnet das erste Halbfinale mit dem Song «Feel Something». Weitere Acts der Show: Sängerin Davina Michelle (25) und die Schauspielerin Thekla Reuten (45), die den Titel «The Power Of Water» performten, eine Hommage an die niederländische Geschichte der Wasserwirtschaft.

Auf eine Auslosung für die beiden Halbfinal-Runden wurde in diesem Jahr verzichtet. Stattdessen gilt die Halbfinal-Zuordnung aus 2020, in dem der komplette Eurovision Song Contest aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. In dieser Qualifikationsrunde stimmten neben den ersten Halbfinal-Ländern auch die Final-Fixstarter Deutschland, Italien und die Niederlande ab.

Die 16 Performances im ersten Halbfinale

  • Litauen:

Das Lied «Discoteque» ist gut, aber nicht gut genug für den ESC. Im letzten Jahr hätte die Band The Roop mit «On Fire» eine reelle Chance auf den Sieg gehabt. Da war der Überraschungseffekt auch noch da. 2021 fehlt dieser, dafür gab es umso mehr von der Farbe Gelb. Schade! Doch der Final-Einzug ist ihnen trotzdem gelungen.

  • Slowenien:

Tiefe Stimme, ein Cape, eine wichtige Message und gaaanz viel LED-Feuer auf der Bühne: So müssen perfekte ESC-Balladen sein. Toll gemacht von Sängerin Ana Soklic (37) mit dem Song «Amen». Witzige Anekdote: Auch der Song des österreichischen Teilnehmers Vincent Bueno (35) heisst «Amen». Er geht am Donnerstag um den Final-Einzug ins Rennen, Ana muss sich hingegen jetzt schon vom ESC verabschieden.

  • Russland:

Russlands Manizha begann ihre Performance von «Russian Woman» als grosse Matrjoschka-Puppe, die auf der Bühne hin und her geschupst wurde. Das farbenfrohe Kostüm kam allerdings schnell wieder weg. Die 29-Jährige hätte sich dem Outfit anschliessen sollen. Die Punk-Pop-Rave-Band Little Bug, die Russland im Vorjahr vertreten hätte, wären auch 2021 definitiv besser gewesen. Ihr Song «Uno» hatte im Gegensatz zu Manizhas Track die richtige ESC-DNA. Trotzdem steht Russland im Finale.

  • Schweden:

Auf Frauen-Power von The Mamas, die Schweden letztes Jahr schicken wollten, wurde 2021 verzichtet. Aber nicht weniger talentiert: Sänger Tusse (19) mit «Voices». Ein klassischer Songcontest-Track mit rhythmischen Pop-Beats, wie er im Buche steht. Ins Finale hat es Tusse geschafft, für den Eurovision-Sieg wird es eher nicht reichen.

  • Australien:

Montaigne (25) trat für Down Under mit dem Song «Technicolour» beim ersten Halbfinale an. Oder besser gesagt: Australien schickte eine Live-on-tape-Performance, also ein Video von dem Auftritt. Wegen der anhaltenden Pandemie hat sich das australische Team gegen eine Reise nach Rotterdam entschieden. Dies tat der Show keinen Abbruch. Starke, stimmliche Leistung von Montaigne, aber im Finale ist Australien nicht dabei.

  • Nordmazedonien:

Vasil (36) aus Nordmazedonien verarbeitet in seinem Song «Here I Stand» seine Trauer über die ESC-Absage im vergangenen Jahr. Mit dem Discokugel-Shirt hatte er nun seinen grossen Auftritt auf der Wettbewerb-Bühne. Gott sei Dank! Der Sänger setzte dabei auf grosse Gesten und viel Mimik. Stimmlich gab es bei einigen Stellen aber Verbesserungspotenzial. Im Finale darf Vasil nicht mehr antreten, Nordmazedonien ist raus.

  • Irland:

Für Irland ging Lesley Roy (34) mit «Maps» ins Rennen. Ihr Auftritt verzögerte sich etwas, da trotz kurzer Pause das Bühnenbild nicht rechtzeitig aufgebaut wurde – Live-Show-Charakter eben! Und warum es solange gedauert hat, wurde schnell klar: Die Sängerin tanzte sich durch ein Märchenbuch-Land, inklusive einem überdimensionalen Daumenkino für den Bildschirm. Vom Lied und ihrer Stimme bekam man nicht viel mit, man hatte mit Schauen zu tun. Dafür bekam Lesley die Quittung: kein Finale für Irland.

  • Zypern:

Teuflisch wurde es bei Sängerin Elena Tsagrinou (26). Ihr Song, der sehr an ein Lady Gaga-Hit-Medley erinnert, heisst nämlich «El Diablo». Bei der Performance trug sie ein silbernes Fransen-Glitzerkleid, ihre vier Background-Tänzer wurden in hautenge rote Anzüge à la Britney Spears in «Oops!…I Did It Again» gesteckt. Da haben die ganz Grossen im Show-Business wohl als Inspirationsquelle gedient. Der Auftritt selbst: Elena tanzte sich teuflisch gut ins Finale.

  • Norwegen:

Das kitschige Kontrastprogramm zu Zypern kam gleich danach. Sänger Tix (28) trat – perfekt abgestimmt auf den Titelnamen «Fallen Angel» – mit mega Engels-Flügel auf die Bühne. Der Song: super Nummer, aber Tix wird damit garantiert keinen Höhenflug haben. Zumindest fürs Finale hat es aber gereicht.

  • Kroatien:

Eine dynamische Performance kam von Albina (22). Mit dem Song «Tick Tock» besingt sie nicht die beliebte Social-Media-App, sondern ihren Liebsten, der sich lieber beeilen und sich nicht länger spielen sollte. Bei ihrem 80er Jahre angehauchten Auftritt hatte die Sängerin an alles gedacht: Hebefigur, Lichteffekte, Hologramme. Dem Song selbst fehlt es aber an ESC-Hit-Potenzial, daher kam es nicht zum Final-Einzug.

  • Belgien:

«Ich wache auf und brauche gleich einen Drink» singt Hooverphonic in ihrem Song «The Wrong Place», und spricht damit nach den letzten Monaten wohl vielen aus der Seele. Der Track lief allerdings so dahin, der Auftritt war zu statisch. Der so dringend gewünschte Höhepunkt blieb bei Belgien aus. Ins Finale haben es Hooverphonic dennoch geschafft.

  • Israel:

Anders sah es bei der israelischen Teilnehmerin Eden Alene (21) mit «Set Me Free» aus. Ihre Single ist poppig, schwungvoll und mitreissend. Auch die Musikerin selbst nutzte mit ihren Tänzern die komplette Spannweite der Bühne aus. Es hat sich ausgezahlt: Israel steht im Finale.

  • Rumänien:

«Ein Lied für alle, deren Stimme bis jetzt nicht gehört worden ist», sagte Sängerin Roxen im Vorfeld über ihren Track «Amnesia». Der Auftritt der 21-Jährige war okay, stimmlich allerdings schwach. Daher muss Rumänien die Heimreise antreten.

  • Aserbaidschan:

2020 wollte Samira Efendi (30) eigentlich in die Rolle der «Cleopatra» schlüpfen und den ESC-Sieg erneut nach Aserbaidschan holen. Daraus wurde aufgrund der Corona-Pandemie ja bekanntlich nichts. In diesem Jahr performte sie als die niederländische Spionin «Mata Hari». Sagen wir es mal so: Qualifiziert hat sie sich mit ihrem Gähn-Auftritt für den Spioninnen-Job nicht, dafür aber fürs Finale.

  • Ukraine:

Den auffälligsten Auftritt hatte die Band Go_A. Der Song «Shum» stach zwischen den anderen Ländern mehr als nur hervor. Die Performance: ziemlich schräg, ziemlich aggressiv, ziemlich verstörend. Top!

  • Malta:

Sie ist zurecht die Favoritin der Buchmacher: Destiny (18). Mit dem Song «Je me casse» (zu deutsch: «Ich hau ab») kämpft sie für mehr Selbstbestimmtheit. Der Überraschungseffekt kam übrigens mit dem Refrain: Es gibt kaum Text, nur einen mitreissenden Beat, der zum Tanzen einlädt. Aufgrund der knalligen Farben und der starken Message ihres Songs erinnerte der Auftritt sehr an jenen von Netta Barzilai (28), der ESC-Gewinnerin von 2018. Alles in allem ein souveräner Auftritt und damit verdient im Finale.

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Schweiz tritt im zweiten Halbfinale an

Am Donnerstag, den 20. Mai, haben die nächsten 17 Nationen eine Chance auf den Einzug ins Finale – darunter auch Gjon’s Tears. Der Freiburger, der mit bürgerlichem Namen Gjon Muharremaj heisst, tritt mit der emotionalen Nummer «Tout l’univers» für die Schweiz an.

Da der Eurovision Song Contest im vergangenen Jahr pandemiebedingt abgesagt wurde, bekommt der 22-Jährige nun eine zweite Chance. Erstmals seit elf Jahren präsentiert die Schweiz beim Eurovision Song Contest übrigens einen französischen Titel. Bei den Wettquoten ist die Schweiz seit Monaten ganz vorne dabei.

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