Die Sieger, die Verlierer, der Sündenbock
Aktualisiert

Die Sieger, die Verlierer, der Sündenbock

Für die englische Presse ist klar: Der Aargauer Urs Meier ist Schuld daran, dass England verloren hat. Presse stimmen aus England und Portugal.

Betrogen fühlen sich die englischen Boulevardblätter nach der Penalty-Niederlage ihrer Nationalmannschaft im EM-Viertelfinal in Lissabon gegen Gastgeber Portugal. Die heftige Kritik richtet sich gegen den Aargauer Ref Urs Meier.

«Betrogen. Ein Bankier beraubt England. England ist draussen, weil der Schiedsrichter uns bestohlen hat», schrieb «The Sun» und bezog sich auf das (zurecht) nicht gegebene Tor von Sol Campbell durch den Schweizer Schiedsrichter Urs Meier. Dagegen priesen die portugiesischen Blätter ihr Team und die Stimmung. «Phantastische Emotionen, mitreissend und dramatisch. Dieses Portugal - England schreibt EM-Geschichte, egal, wie das Turnier ausgeht. Dieser Sieg über England ist ein Sieg über Jahrhunderte von Schicksalsergebenheit», kommentierte «A Bola.»

Pressestimmen aus England:

The Guardian: «Englands Fussballer haben wieder einmal bei einem grossen Turnier den bitteren Inhalt des Kelchs nach einer Niederlage kosten müssen.»

Daily Mail: «Svens Männer sind draussen nach einem weiteren Elfmeter-Albtraum.»

Daily Express: «Es ist immer wieder die alte traurige Geschichte.»

Daily Mirror: «Nicht schon wieder! 134 Minuten schierer Todeskampf ... und dann dieses Desaster. Aber sie haben nie aufgegeben, auch wenn es Kräfte gab, die gegen sie gearbeitet haben.»

The Times: «England wird wieder vom Elfmeter-Fluch getroffen. Machen sie 40 Jahre Schmerzen für den englischen Fussball daraus. Das Instrument der Folter war ein bekanntes. Es war eine atemlose, unvergessliche, aber letztendlich qualvolle Nacht.»

The Sun: «Betrogen. Ein Bankier beraubt England. England ist draussen, weil der Schiedsrichter uns bestohlen hat. England verlor seinen Talisman Wayne Rooney und musste in einem weiteren Shoot-out den grausamten aller Euro-K.o.'s einstecken.»

Pressestimmen aus Portugal:

Record: «Nur der Himmel setzt uns jetzt noch Grenzen. Das Fest kann weiter gehen und der Traum auch. Also lasst uns weiter träumen!»

A Bola: «Phantastische Emotionen, mitreissend und dramatisch. Dieses Spiel war eines Finales würdig. Dieser Sieg über England ist ein Sieg über Jahrhunderte von Schicksalsergebenheit.»

24 Horas: «Ricardo mit den goldenen Händen. Dieser Typ ist ein Held! Es war ein Kampf der Titanen, der in einer Tragödie hätte enden können.»

Diario de Noticias: «Yes! Ricardo 'Löwenherz' hat die Engländer überrascht. Er zog die Handschuhe aus, hielt den letzten Elfmeter und schoss das Siegtor.»

Correio da Manha: «Ach, unser Herz! Wir Portugiesen haben bis zum letzten Augenblick gelitten, aber das war es wert. Die Seleccao hat dem Land einen spektakulären Sieg geschenkt.»

Publico: «Ein episches Treffen wie im Kino. Ein unvergessliches Spiel mit einem Ende wie in einem Western, wo die Guten gewinnen.»

A Capital: «Wir werden den 24. Juni nie vergessen.»

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