Aktualisiert 08.09.2009 09:30

ArbeitsmarktDie Situation bleibt düster

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Arbeitslosigkeit in der Schweiz massiv zu: Sie stieg um 60,4 Prozent und liegt nun bei 3,8 Prozent. Und die Lage bleibt angespannt, wie ein Blick in die Zukunft zeigt.

Das zeigt der Manpower Arbeitsmarktbarometer, das für das vierte Quartal den tiefsten Stand seit der Einführung 2005 erreicht hat. Gerade noch 7 Prozent von 928 befragten Arbeitgebern rechnen mit einer Zunahme ihres Personalbestands, wie die Zeitarbeitsfirma Manpower am Dienstag mitteilte. Von einem Rückgang gehen 10 Prozent aus, 81 Prozent erwarten keine Veränderung.

Die Netto-Arbeitsmarktprognose, also die Differenz zwischen Arbeitgebern, die im Vergleich zum Vorquartal eine Beschäftigten-Zunahme erwarten und Arbeitgebern, die mit einer Abnahme rechnen, sank auf -3 Prozent. Für das dritte Quartal hatte das Barometer mit -1 erstmals einen negativen Wert angezeigt.

Die Beschäftigungsaussichten gehen im Quartalsvergleich um 5 und im Jahresvergleich um 8 Prozentpunkte zurück. Das widerspiegle die Zurückhaltung der Arbeitgeber angesichts einer Krise, die heute im Grossteil aller Wirtschaftssektoren spürbar sei, schreibt Manpower in der Mitteilung.

Schlusslicht Espace Mittelland

Von den sieben untersuchten Regionen weist nur die Zentralschweiz positive Beschäftigungsaussichten für das vierte Quartal 2009 auf. Mit einer Netto-Arbeitsmarktprognose von +11 Prozent verzeichnet die Region auch den grössten Anstieg im Jahresvergleich (11 Prozentpunkte).

Schlusslicht ist in diesem Quartal das Espace Mittelland mit -16 Prozent. Genau wie die Genferseeregion (-9 Prozent), die Ostschweiz (-8 Prozent) und das Tessin (-1 Prozent) verzeichnet das Espace Mittelland sein tiefstes Ergebnis seit Einführung der Umfrage in der Schweiz.

Im Quartalsvergleich weist die Nordwestschweiz den grössten Zuwachs (14 Prozentpunkte) und das Espace Mittelland den grössten Rückgang (20 Prozentpunkte) auf.

Banken zuversichtlich

Die Arbeitgeber im Bank- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungssektor (+8 Prozent) zeigen sich am zuversichtlichsten, gefolgt von den Arbeitgebern der Sektoren Service public und Sozialwesen (+4 Prozent) und Verkehr und Nachrichtenwesen (+2 Prozent).

Der tiefste Wert wurde im Gastgewerbe (-20 Prozent) gemessen. Es handelt sich um die niedrigste Netto-Arbeitsmarktprognose für diesen Sektor seit Einführung der Studie in der Schweiz.

Das Gleiche gilt für die Sektoren Bergbau und Rohstoffgewinnung (-10 Prozent), Energie- und Wasserversorgung (-5 Prozent), Land- und Forstwirtschaft (-4 Prozent) und verarbeitende Industrie (-2 Prozent). (sda)

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