Lötschers Förderer: «Die Situation ist fast unerträglich»
Aktualisiert

Lötschers Förderer«Die Situation ist fast unerträglich»

Biels Trainer Kevin Schläpfer lernte Kevin Lötscher in den letzten zwei Jahren fast wie kein anderer kennen. Die Meldung vom Unfall war für ihn «ein grosser Schlag ins Gesicht».

von
Reto Fehr
Kevin Schläpfer (l.) und Kevin Lötscher (r.) gingen in den letzten beiden Jahren mit dem EHC Biel durch Dick und Dünn.

Kevin Schläpfer (l.) und Kevin Lötscher (r.) gingen in den letzten beiden Jahren mit dem EHC Biel durch Dick und Dünn.

Kevin Lötscher liegt im Berner Inselspital weiterhin im künstlichen Koma. Welche Verletzungen er sich beim Autounfall zugezogen hat, bleibt unklar. «Falls es Neuigkeiten gibt, werden wir informieren», sagte SCB-Manager Sven Leuenberger, welcher im Fall die Kommunikation übernommen hat. Derweil erzählte ein Augenzeuge, wie es zum Unfall kam.

Die Ereignisse im Wallis schlagen vor allem auch beim EHC Biel, Lötschers ehemaligem Klub, hohe Wellen. «Natürlich sind wir betroffen. Es ist bei uns täglich ein Thema im Team», sagt Trainer Kevin Schläpfer. Bis im Frühling schnürte Lötscher die Schlittschuhe noch für den EHCB: «Er hatte bei uns eine riesige Verantwortung. Die Spieler hörten auf ihn. Er war auch als Mensch wichtig für unser Team.»

«Das war eine Schockmeldung»

Der Trainer steht Lötscher sehr nahe. Er holte ihn als Sportchef 2009 von Sierre aus der National League B zu Biel und formte aus dem Flügel einen Nationalspieler. «Wir haben die letzten zwei Jahre fast täglich Zeit miteinander verbracht. In dieser Zeit hat sich auch eine Freundschaft entwickelt, welche wir weiter pflegen werden», so Schläpfer. Er habe beispielsweise noch während der WM mit dem Spieler telefoniert und gesagt, er solle Gas geben auf dem Eis. Der 41-Jährige wollte sich nach der WM und vor dem Trainingsstart beim SCB nochmals bei Lötscher für die gute Zeit bedanken und ihm viel Glück für die Zukunft wünschen.

Die Meldung des Unfalls war daher eine «Schockmeldung» und ein «grosser Schlag ins Gesicht». «Es ist schwierig zu beschreiben, das will und kann man fast nicht glauben», sagt Schläpfer. Jetzt leidet er mit seinem ehemaligen Spieler und der Familie mit. «Ich habe praktisch täglich Kontakt zu seinem Vater. Die Situation ist fast unerträglich, wenn man nicht weiss, was läuft.»

Die Ungewissheit wird bis auf Weiteres bestehen bleiben. Neuigkeiten vom Inselspital gibt es noch keine. Für Schläpfer ist aber klar: «Wir werden den Kontakt aufrechterhalten. Das war schon bei seinem Abschied aus Biel klar.»

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