21.06.2020 16:19

19 Polizisten verletzt

Randalierer von Stuttgart riefen «Allahu Akbar»

Randale, Prügel, Plündereien: In Stuttgart ist es in der Nacht auf Sonntag zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Hunderte von vorwiegend jungen Menschen haben in der Nacht zum Sonntag in der Innenstadt von Stuttgart randaliert und Geschäfte geplündert.

(Video: Twitter)

Darum gehts

  • In Stuttgart ist es in der Nacht auf Sonntag zu schweren Krawallen gekommen.
  • Einige Personen und Polizisten wurden verletzt, es kam zu Festnahmen.
  • Auslöser soll eine Personenkontrolle aufgrund eines Drogendeliktes gewesen sein.

Bei Strassenschlachten mit der Polizei haben in der Nacht zum Sonntag dutzende gewalttätige Kleingruppen die Stuttgarter Innenstadt verwüstet und mehrere Beamte verletzt. «Die Situation ist völlig ausser Kontrolle», sagte ein Polizeisprecher. Nach mehreren Stunden beruhigte sich die Situation am Morgen. Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesland Baden-Württemberg waren nach Stuttgart beordert worden, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Im Kurznachrichtendienst Twitter kursierten Videoaufzeichnungen von jungen Männern, die gegen Schaufensterscheiben von Geschäften traten oder Pflastersteine aus dem Boden rissen. Der Polizeisprecher sagte: «Es wurde richtig randaliert.» Eine ganze Reihe von Geschäften und Fahrzeuge seien betroffen gewesen. Es habe auch Plünderungen gegeben. Schwerpunkte seien der Schlossplatz und die benachbarte Königstrasse gewesen, die als Stuttgarts Shoppingmeile bekannt ist.

Auslöser vermutlich Drogendelikt

Von einer «unglaublichen Dimension der Gewalt» und «blinder Zerstörungswut» schreibt die «Bild». Rund 500 Randalierer hätten die Stadt zu einem Schlachtfeld gemacht. In einem Video sei zu sehen, wie die Randalierer in der Innenstadt «Allahu Akbar!» gerufen hätten.

Wie die Zeitung schreibt, sollen bei den Randalen vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund ganz vorne mit dabei gewesen sein. Von 24 Festgenommenen soll rund die Hälfte Deutsche sein. Laut Polizei stammen sie aus der Partyszene, die sich seit Wochen in sozialen Medien mit aggressivem Verhalten gegenüber der Polizei brüste.

Über die Hintergründe der Auseinandersetzung und die genaue Anzahl der Randalierer war zunächst nichts bekannt. Die Polizei sprach von mehreren hundert Menschen, die in Kleingruppen unterwegs gewesen seien. Wie ARD berichtet, soll der Auslöser eine Personenkontrolle wegen eines möglichen Rauschgiftdeliktes gewesen sein. Geschehen sei dies in der Nähe des Schlossplatzes, wo sich am Wochenende oft viele Menschen versammeln, um zu feiern.

Auf Twitter wurden zahlreiche Videos veröffentlicht, auf denen die heftigen Randale in Stuttgart zu sehen sind. Hunderte Teenager und junge Erwachsene feierten am Samstagabend in der Innenstadt. Als Polizisten wegen eines Drogendelikts einschritten, eskalierte die Lage.

(Video: Twitter)

Verletzte und Festnahmen

Es habe Verletzte, auch unter Polizisten, gegeben. Laut «Bild» wurden 19 Beamte verletzt. Von schweren Verletzungen wusste der Sprecher zunächst nichts. Wie viele Menschen festgenommen wurden, war ebenfalls zunächst unklar. Die Krawalle hätten gegen Mitternacht begonnen, sagte der Polizeisprecher. Am Sonntagmorgen hiess es, die Lage habe sich beruhigt.

Zu sehen waren noch die Schäden: So waren die Schaufensterscheiben mehrerer Handy-Läden eingeschlagen. Zur Sicherheit bleibe die Polizei mit einem Grossaufgebot in der Innenstadt präsent, sagte der Polizeisprecher am Morgen.

Auch an vergangenen Wochenenden war es zu Auseinandersetzungen von überwiegend jungen Menschen mit der Polizei gekommen – allerdings nicht in dem Ausmass wie dieses Mal.

1 / 8
In Stuttgart kam es gestern Nacht zu Strassenschlachten, Randalen und Plündereien.

In Stuttgart kam es gestern Nacht zu Strassenschlachten, Randalen und Plündereien.

keystone-sda.ch
Am stärksten betroffen war die Königsstrasse, die Shoppingmeile der Stadt.

Am stärksten betroffen war die Königsstrasse, die Shoppingmeile der Stadt.

keystone-sda.ch
Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort.

keystone-sda.ch
(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.