Aktualisiert 19.05.2012 19:12

Überraschend im Final

Die Slowakei eliminiert den grossen Bruder

Im zweiten Halbfinal der Eishockey-WM gewinnt der Underdog aus der Slowakei gegen Tschechien 3:1. Im Final am Sonntag kommts zum Duell mit Russland.

Der Finaleinzug der Slowakei ist die grösste WM-Überraschung seit zehn Jahren. Damals gewannen die Slowaken in Göteborg sensationell die Goldmedaille. Nun kämpfen die Osteuropäer erneut um den Pokal - und wie damals beim 4:3 heisst der Finalgegner Russland.

Die favorisierten Tschechen, die nun gegen Finnland um Bronze kämpfen, vermochten den erneut ausgezeichnet funktionierenden slowakischen Defensiv-Riegel um Torhüter Jan Laco (36 Paraden) nicht zu knacken. Nebst Laco, der die tschechischen Angriffe Mal für Mal stoppte, war Miroslav Satan der Matchwinner für die Slowakei. Der mittlerweile 37-jährige Oldie erzielte zwei Tore. Satan ist neben Michal Handzus der einzige im Team übrig gebliebene Weltmeister von 2002.

Satan brachte sein Team in der 16. Minute 1:0 in Führung. Und nach dem Ausgleich durch Michael Frolik (31.) entwischte der Stürmer unmittelbar nach der zweiten Pause in Unterzahl der tschechischen Abwehr und legte mit einem Shorthander erneut vor. Libor Hudacek machte die Sensation mit dem 3:1 perfekt. Beide Toren im Schlussdrittel hatten ihren Ursprung in tschechischen Puckverlusten. Bemerkenswert: Die Slowakei beendete die Partie mit fünf Verteidigern, nachdem Tomas Starosta Anfang zweites Drittel verletzt ausfiel. Zwei Verteidiger waren bereits in der Vorrunde ausgeschieden.

Noch vor einem Jahr hatten die Slowaken bei ihrer Heim-WM in Bratislava mit Platz 10 bitter enttäuscht. Nun feierten sie an diesem Turnier nach zwei Auftaktniederlagen den siebten Sieg in Serie. Nach Kanada im Viertelfinal schalteten sie nun auch Tschechien aus. Die K.o.-Phase hatte die Slowakei erst im letzten Vorrundenspiel und einem hart erkämpften 5:4-Sieg gegen Frankreich erreicht. «Von uns hat man nicht einmal erwartet, dass wir die Viertelfinals erreichen», sagte Handzus nach dem Finaleinzug, «aber wir halten zusammen als Team. Das macht uns so stark».

Tschechien - Slowakei 1:3 (0:1, 1:0, 0:2)

Hartwall Arena, Helsinki. - 12'355 Zuschauer. - SR Brüggemann/Levonen (De/Fi), Schulz/Wilmot (De/Ka).

Tore: 16. Satan (Sekera, Baranka) 0:1. 31. Frolik (Plekanec) 1:1. 41. (40:56) Satan (Handzus/Ausschluss Bliznak!) 1:2. 45. Hudacek (Surovy) 1:3.

Strafen: keine gegen Tschechien, 3mal 2 Minuten gegen die Slowakei.

Tschechien: Kovar (47. Stepanek); Nakladal, Blatak; Nemec, Caslava; Krajicek, Mojzis; Krejcik; Erat, Plekanec, Michalek; Frolik, Krejci, Tenkrat; Hemsky, Nedved, Koukal; Petruzalek, Novotny, Prucha; Vondrka.

Slowakei: Laco; Sekera, Baranka; Chara, Sersen; Vydareny, Starosta; Radivojevic, Handzus, Kopecky; Satan, Surovy, Hudacek; Miklik, Mikus, Tatar; Hovorka, Bliznak, Bartovic; Hascak.

Bemerkungen: Tschechien ohne Kutlak (Ambri-Piotta/verletzt), Slowakei ohne Granak, Kudroc und Marcel Hossa (alle verletzt). Pfostenschüsse Frolik (8.) und Blatak (12.). Erat (10.) und Starosta (25.) verletzt ausgeschieden (10.). Timeout Tschechien (59:07). Tschechien ab 58:17 ohne Torhüter. (si)

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