Siegeszug des Euro: Die Slowakei wird Euro-Land
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Siegeszug des EuroDie Slowakei wird Euro-Land

Die Slowakei wird zum 1. Januar 2009 Euro-Land. Die EU-Staats- und Regierungschefs gaben bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel grünes Licht für die Einführung der Gemeinschaftswährung in dem ehemaligen Ostblock-Staat.

Die für den 8. Juli geplante Zustimmung der EU-Finanzminister zum dem Beitritt ist nur noch Formsache. Die Slowakei wird damit das 16. Mitglied der Euro-Zone.

Die Slowakei erfüllt die Kriterien für die Mitgliedschaft. So betrug das Haushaltsdefizit 2007 nur 2,2 Prozent und lag damit unter dem Limit von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Schuldenquote betrug 29,4 Prozent; zulässig wären bis zu 60 Prozent. Die Teuerungsrate liegt mit 2,2 Prozent einen ganzen Prozentpunkt unter der zulässigen Höchstgrenze für Euro-Mitglieder von 3,2 Prozent. Dies wurde auf den hohen Wert der slowakischen Krone gegenüber dem Euro zurückgeführt.

Die Regierung in Bratislava (Pressburg) war von der Europäischen Zentralbank allerdings zu einer Fortsetzung der Wirtschaftsreformen und einer weiteren Öffnung der Märkte aufgerufen worden. Besonders auf dem Energiesektor müsse der Wettbewerb gefördert werden, hiess es. Der wachsenden Inflationsgefahr müsse mit geringeren öffentlichen Ausgaben und einer Begrenzung der Lohnsteigerungen entgegen gewirkt werden.

Die Slowakei ist erst seit vier Jahren EU-Mitglied. Sie verfolgte einen strikten wirtschaftlichen Reformkurs, um fit für den Euro zu werden. Von den EU-Neumitgliedern sind Slowenien seit 2007 sowie Zypern und Malta seit 2008 Teil der Euro-Zone. Das Euro-Bargeld wurde 2002 in den ersten zwölf EU-Staaten eingeführt - in Belgien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Österreich, Finnland und Griechenland. (dapd)

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