Aktualisiert 23.12.2013 14:25

Ein paar Jahre mehr

Die SNB läuft der Fed den Rang ab

Die mächtigste Notenbank der Welt hat Grund zu feiern: Sie wird diesen Monat 100 Jahre alt. Dieses Jubiläum hat unsere Nationalbank bereits hinter sich.

von
hoy

Am 23. Dezember wird die US-Notenbank Fed 100 Jahre alt. Am Anfang eine Notenbank unter vielen, wurde die Fed nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem unaufhaltsamen Aufstieg des Dollars zur Leitwährung die wichtigste Zentralbank auf dem Globus. Da kann die Schweizerische Nationalbank SNB natürlich in keiner Weise mithalten. Doch in einem Punkt läuft die SNB der Fed den Rang ab: dem Alter. Die SNB feierte ihr 100-jähriges Bestehen nämlich bereits 2007 und hat damit ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel als die Fed.

Die SNB führt ihre Geschichte auf das Jahr 1907 zurück. Wie die USA war die Schweiz eines der letzten Industrieländer, das eine Zentralbank ins Leben rief. Durch die Ausgabe der Banknoten durch den Bund ab 1881 war die Schweizer Wirtschaft auch ohne Zentralbank stabil.

Goldgeschäfte mit der deutschen Reichsbank

Das Finanzsystem prägten damals die Banken. Der Wert des Frankens war von den Finanzmärkten und auch der Politik anderer Länder abhängig, insbesondere jener Deutschlands und Frankreichs. Es war lange umstritten, ob die Schweiz eine Zentralbank erhalten sollte. Diese wurde schliesslich mit Sitz in Bern und Zürich gegründet.

Am Anfang ihrer Geschichte bestand die Herausforderung der SNB darin, den Konflikt zwischen Preisstabilität und Wechselkurs zu lösen, auch durch Kriegszeiten hindurch. Dies gelang den Währungshütern mit wechselhaften Resultaten.

Mit der Abwertung des Frankens, die erst 1936 erfolgte, verlängerte sie aus Sicht heutiger Wirtschaftshistoriker die Krise der frühen Dreissigerjahre in der Schweiz. Sehr kontrovers waren auch die Goldgeschäfte mit der Deutschen Reichsbank im Zweiten Weltkrieg.

Währungskäufe schon früher ein Thema

Devisenkäufe waren schon vor Jahrzehnten ein grosses Thema: Wegen der lockeren US-Geldpolitik gab es ein Überangebot an Dollar, was die SNB mit Dollarkäufen auszubalancieren versuchte. Im Januar 1973 endeten die Dollarinterventionen der SNB. Damals endete auch das internationale System der fixen Wechselkurse.

Bis Ende der 90er-Jahre hielt die SNB am Instrument der Geldmengensteuerung fest. 1999 wurde das bis heute gültige, auf drei Prinzipien beruhende System zur Grundlage der SNB-Politik: die Definition einer langfristigen Preisstabilität, einer Inflationsprognose als Richtschnur für geldpolitische Entscheidungen und ein Zielband für den Dreimonats-Zinssatz für die Umsetzung der Geldpolitik.

Im September 2008 flutete die SNB im Verbund mit anderen Notenbanken die Geldmärkte, um die Eskalation der Finanzkrise einzudämmen. Die Zinsen wurden auf historische Tiefstände gedrückt, damit sich die Banken billig Geld leihen können und so den Wirtschaftskreislauf auf Trab halten.

Seit dem 6. September 2011 verteidigt sie den Kurs von mindestens 1,20 Fr. für den Euro, dessen Wert mit der europäischen Schuldenkrise in den Keller gerauscht ist. Der dadurch hohe Frankenkurs ist ein Problem für die Schweizer Exportwirtschaft.

Und noch dies: Im Gegensatz zur Bank of England sind die SNB wie auch die Fed noch Jungspunde. Die altehrwüdige Nationalbank Englands gibt es schon seit mehr als 400 Jahren. (hoy/sda)

US-Senat verschiebt Abstimmung über neue Fed-Spitze ins neue Jahr

Die endgültige Entscheidung über die Nachfolge an der Spitze der US-Notenbank Fed fällt nicht mehr in diesem Jahr. Der amerikanische Senat wird die finale Abstimmung auf den 6. Januar verschieben. Dies teilte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, am späten Donnerstagabend mit. Ursprünglich war geplant gewesen, dass der Senat die designierte neue Fed-Chefin Janet Yellen an diesem Freitag bestätigt. Yellen soll dem Ende Januar scheidenden Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke nachfolgen. (SDA)

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