Die Snowboarder wollen abräumen
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Die Snowboarder wollen abräumen

Philipp Schoch strebt das «Double» an. Auch die anderen fünf Alpinen sind Siegfahrer. Selbst neutrale Beobachter sehen die Spiele als «eine Schweizer Meisterschaft mit internationaler Beteiligung.»

Das Schweizer Snowboard-Team ist seit der offiziellen Aufnahme ins Olympia-Programm 1998 ein sicherer Medaillengarant. Sowohl in Nagano als auch in Salt Lake City sicherten sich die Brettkünstler Gold und Bronze.

die grössten Chancen auf Edelmetal bestehen ohne Zweifel bei den Alpinen. Der Herren-Weltcup wird von den Schoch-Brüdern angeführt. Knapp dahinter folgen mit Heinz Inniger sowie dem früheren FIS-Weltmeister Gilles Jaquet die weiteren zwei Olympia-Teilnehmer der Schweizer Alpinen. Bei der Selektion gab es bereits Härtefälle: Urs Eiselin, vor Jahresfrist WM-Zweiter und erster Verfolger Schochs im internationalen Zirkus, schaffte den Cut ebenso nicht wie Marc Iselin, die Nummer 6 der Weltrangliste.

Auch die Schweizerinnen stehen den Herren in nichts nach. Daniela Meuli ist überlegene Führerin des Gesamtweltcups. Die 24-Jährige reiht - oft in Sichtweite der bald 36-jährigen Doppel-Weltmeisterin Ursula Bruhin - einen Erfolg an den anderen. Alles andere als eine Medaille in Turin wäre eine Enttäuschung.

Um die eindrückliche Bilanz noch zu komplettieren einige Zahlen von 2004: 24 von 28 Rennen endeten im letzten Winter mit einem Erfolg der seit 2004 in die Organisation von Swiss Ski eingegliederten Boarder. Viermal in Serie gewannen Ursula Bruhin und die aktuelle Weltmeisterin Daniela Meuli den Gesamtweltcup. Bei den Männern deklassierte Philipp Schoch die Konkurrenz förmlich. Mit 4200 Punkten Vorsprung sicherte sich der 26-Jährige die Kristallkugel.

Zudem sind die Schweizer mit dem besten Material unterwegs. Sie kümmerten sich bedeutend früher als die Kontrahenten um die Brettentwicklung. Der Teamspirit ist vermutlich nicht mehr zu übertreffen - trotz interner Härtefälle innerhalb der Olympia-Ausscheidung.

In den Freestyle-Wettbewerben werden Gian Simmen, Therry Brunner, Frederik Kalbermatten und Markus Keller antreten. Sie alle gehören nicht zum engen Favoritenkreis, doch Trainer Marco Bruni ist überzeugt «bei einer Finalqualifikation liegt für jeden Fahrer auch ein Medaillengewinn drin.» Das Schweizer Snowboard-Team ist seit der offiziellen Aufnahme ins Olympia-Programm 1998 ein sicherer Medaillengarant. Sowohl in Nagano als auch in Salt Lake City sicherten sich die Brettkünstler Gold und Bronze.

die grössten Chancen auf Edelmetal bestehen ohne Zweifel bei den Alpinen. Der Herren-Weltcup wird von den Schoch-Brüdern angeführt. Knapp dahinter folgen mit Heinz Inniger sowie dem früheren FIS-Weltmeister Gilles Jaquet die weiteren zwei Olympia-Teilnehmer der Schweizer Alpinen. Bei der Selektion gab es bereits Härtefälle: Urs Eiselin, vor Jahresfrist WM-Zweiter und erster Verfolger Schochs im internationalen Zirkus, schaffte den Cut ebenso nicht wie Marc Iselin, die Nummer 6 der Weltrangliste.

Auch die Schweizerinnen stehen den Herren in nichts nach. Daniela Meuli ist überlegene Führerin des Gesamtweltcups. Die 24-Jährige reiht - oft in Sichtweite der bald 36-jährigen Doppel-Weltmeisterin Ursula Bruhin - einen Erfolg an den anderen. Alles andere als eine Medaille in Turin wäre eine Enttäuschung.

Um die eindrückliche Bilanz noch zu komplettieren einige Zahlen von 2004: 24 von 28 Rennen endeten im letzten Winter mit einem Erfolg der seit 2004 in die Organisation von Swiss Ski eingegliederten Boarder. Viermal in Serie gewannen Ursula Bruhin und die aktuelle Weltmeisterin Daniela Meuli den Gesamtweltcup. Bei den Männern deklassierte Philipp Schoch die Konkurrenz förmlich. Mit 4200 Punkten Vorsprung sicherte sich der 26-Jährige die Kristallkugel.

Zudem sind die Schweizer mit dem besten Material unterwegs. Sie kümmerten sich bedeutend früher als die Kontrahenten um die Brettentwicklung. Der Teamspirit ist vermutlich nicht mehr zu übertreffen - trotz interner Härtefälle innerhalb der Olympia-Ausscheidung.

Neben all den positiven Meldungen ist jedoch weiterhin die finanzielle Unterstützung und TV-Präsenz ungenügend. Rund 250'000 Franken stehen Teamchef Franco Giovanoli zur Verfügung. Gemessen an den Erfolgsquoten ist dieser Betrag zu gering. "Die Betreuung ist sicher nicht optimal", erklärte der Bündner.

In den Freestyle-Wettbewerben werden Gian Simmen, Therry Brunner, Frederik Kalbermatten, Markus Keller und Manuela Pesko antreten. Sie alle gehören nicht zum engen Favoritenkreis, doch Trainer Marco Bruni ist überzeugt «bei einer Finalqualifikation liegt für jeden Fahrer auch ein Medaillengewinn drin.» Denn das technische Potenzial für einen Exploit ist zweifellos bei allen fünf selektionierten Athleten vorhanden. Gian Simmen, der nach seinem im März 2005 erlittenen Kreuzbandriss von einem gelungenen Comeback sprechen darf, hat spätestens mit seinem Olympiasieg in Nagano seine Fähigkeiten bewiesen, der zweite Teamroutinier Therry Brunner ist wie Simmen schon lange mit den Gegebenheiten im Circuit vertraut. Wie die beiden Youngsters Markus Keller (23), der FIS-Weltmeister von 2003, und Frederik Kalbermatten (21) wird auch Brunner in der Halfpipe von Bardonecchia seine Olympia-Feuertaufe erleben. In der Frauen-Konkurrenz darf die einzige Schweizerin Manuela Pesko mit der Finalqualifikation liebäugeln. Mit drei Podestplätzen (zwei Siege, ein dritter Platz) deutete die WM-Zweite des Vorjahres ihre Ambitionen bereits mehrfach an.

Die Boardercrosser werden sich im Piemont erstmals auf olympischer Ebene im sprichwörtlichen Vier(er)kampf messen. Mit vier Podestplätzen, zwei davon durch Olivia Nobs, zeigten die Schweizer Vertreter während der acht bisherigen Weltcup-Rennen auf, dass mit ihnen zu rechnen sein wird. Jeder der fünf Rider aus Harald Benselins Team überstand in diesem Winter mindestens vier Mal - Tanja Frieden sogar jedes Mal - die Qualifikation. Für den einzigen Sieg einer Olympia-Starterin war Mellie Francon in Bad Gastein verantwortlich.

Für Ueli Kestenholz, der zusammen mit Marco Huser das Schweizer Männerteam vertritt, ist die Teilnahme an der olympischen Snowboardcross-Premiere aus mehreren Gründen aussergewöhlich. Der ehemalige Alpin-Spezialist wird als einer von wenigen Athleten in einer zweiten Diszplin vertreten sein. 1998 hatte der Thuner vier Tage vor Simmens Halfpipe-Triumph als Dritter des Riesenslalom-Rennens für die erste Olympia-Medaille eines Schweizers Boarders gesorgt und sich im Lauf der Zeit zum wohl bekanntesten Vertreter der helvetischen Zunft aufgeschwungen. Ein ansprechendes Resultat im Boardercross würde Kestenholz' Popularität ohne Zweifel weiter steigern und den missratenen Olympia-Aufritt im Parallel-Riesenslalom von Park City (2002) definitiv vergessen machen.

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