Jungfernflug: Die «Solar Impulse» ist gelandet

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JungfernflugDie «Solar Impulse» ist gelandet

Das revolutionäre Solarflugzeug des Schweizer Abenteurers Bertrand Piccard hat seinen eineinhalbstündigen Testflug erfolgreich absolviert.

Bertrand Piccards Solarflugzeug «Solar Impulse» hat am Mittwochvormittag seinen ersten Testflug in Payerne VD absolviert. Das Flugzeug kreiste während knapp zwei Stunden über dem Militärflugplatz - ohne Zwischenfälle. Dies sei ein unglaublicher Moment, jubelte Piccard nach dem Flug.

Viele Schaulustige und Journalisten hatten sich beim Militärflugplatz in Payerne versammelt, um den Jungfernflug des Solarflugzeugs mitzuverfolgen. Die «Solar Impulse» war um 10.30 Uhr gestartet und schnell aufgestiegen. Nach knapp zwei Stunden landete sie unbeschadet. Ihm sei ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen, beschrieb Piccard seine Gefühle.

Auch für das Publikum war der Flug ein Moment voller Emotionen. Heftiger Applaus begleitete die in der Luft schwebende «Solar Impulse», die von vier Elektromotoren angetrieben wurde. Geflogen wurde die Maschine vom Deutschen Piloten Markus Scherdel, der den Flug als «einen besonderen Moment» bezeichnete. Und der Astronaut Claude Nicollier, der den Jungfernflug überwachte, bezeichnete dessen Gelingen als einen «grossen Erfolg».

Piccard gab sich erleichtert, dass der Testflug so gut gelaufen ist. Dieser sollte zeigen, ob das Verhalten des Flugzeugs den Berechnungen und Simulationen entspricht. Denn die Flugleistung der «Solar Impulse» ist bis anhin noch völlig unerforscht. Das Solarflugzeug sei etwa sehr empfindlich gegen Wind und Turbulenzen, erklärte Piccard.

Weltumrundung erst 2013 statt 2012

Nach rund 7-jähriger Vorbereitungszeit seien dies zwei Stunden «voller Emotionen» gewesen, sagte André Borschberg, Generaldirektor von «Solar Impulse». Das Team rund um die «Solar Impulse» besteht aus gut 70 Leuten. Nicht mitgezählt seien die rund 80 Partner, die mithalfen, das Solarflugzeug zum Erfolg zu führen, so Borschberg.

Im Sommer wird es weitere Testflüge geben - in erster Linie während der Nacht. So soll getestet werden, ob die Energiereserven des Solarflugzeugs auch wirklich ausreichen. Höhepunkt wird dann die Weltumrundung sein, aber nicht wie bisher vorgesehen 2012, sondern erst 2013, wie Borschberg präzisierte.

Das erste Solarflugzeug der Welt hat eine Spannweite von 63,4 Metern und wiegt dank dem Karbonfasergerüst lediglich 1600 Kilogramm. Auf der Oberfläche der Flügel sind 12 000 Silizium-Zellen eingelassen, welche die nötige Energie produzieren.

Der erste Start der «Solar Impulse»:

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