Rio de Janeiro: Die Sommerspiele 2016 sind eröffnet
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Rio de JaneiroDie Sommerspiele 2016 sind eröffnet

Mit einer bunten, lebendigen Show startete das grösste Sportspektakel der Welt in Rio de Janeiro. Die Turnerin Giulia Steingruber führte das Schweizer Team an.

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mch/woz

Quelle: Reuters

Um 23.27 Uhr erfolgte im Maracanã durch die Worte von Brasiliens Interimspräsident Michel Temer, der bei seinem Auftritt ausgepfiffen wurde, der Startschuss zu den ersten Olympischen Spielen in Südamerika. Der ehemalige brasilianische Marathonläufer Vanderlei de Lima entzündete vor dem abschliessenden Feuerwerk das olympische Feuer mit der Fackel, die der dreimalige French-Open-Sieger Gustavo Kuerten ins Stadion getragen hatte.

Die Olympischen Sommerspiele sind eröffnet

Vor der Eröffnung hatten Carlos Nuzman, der Chef des Organisationskomitees, und Thomas Bach ihre Reden gehalten. Der IOC-Präsident bedankte sich bei den Gastgebern für ihren Effort, den sie «in einer sehr schwierigen Zeit der Geschichte» geleistet und mit dem sie aus der «Cidade Maravilhosa» eine noch schönere Stadt gemacht hätten. Bach sprach von der Kraft der olympischen Bewegung, die in einer Welt von Krisen, Misstrauen und Ungewissheit eine Antwort bereit hat. «10'000 Athleten leben friedlich zusammen in einem Dorf und teilen zusammen das Essen und ihre Emotionen.»

Botschaft an Flüchtlinge

Im Besonderen hiess Bach die Flüchtlinge Willkommen, die erstmals als eigene Delegation unter der olympischen Flagge eingelaufen waren. «Ihr sendet ein Zeichen der Hoffnung an alle Flüchtlinge in dieser Welt. Wir begrüssen euch als Bereicherung», sagte Bach, der zuvor den kenianischen Olympiasieger Kipchoge Keino (76) mit dem erstmals vergebenen Lorbeerkranz für einen aussergewöhnliche Beitrag zur olympischen Bewegung ausgezeichnet hatte.

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Nach dem offiziellen Teil wurde in der Stadt weiter gefeiert. Zum ersten Mal ist das Olympische Feuer in diesem Jahr auch außerhalb des Stadions zu sehen.

Die Schweizer Delegation war unter den Augen von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und dem Schweizer Botschafter André Regli ins Maracanã eingelaufen. Die 33 Sportler und 38 Funktionäre wurden angeführt von der Fahnenträgerin Giulia Steingruber. Gut zwei Drittel der mehr als 100 im Einsatz stehenden Schweizer Athleten mussten auf die Teilnahme an der Eröffnungsfeier allerdings verzichten, weil sie am ersten Wettkampftag im Einsatz stehen oder noch gar nicht nach Rio de Janeiro gereist sind.

Steingruber befand sich als Fahnenträgerin in exklusiver Gesellschaft: Der 18-fache Schwimm-Olympiasieger Michael Phelps trug die Fahne der USA, Rafael Nadal führte seine Delegation ebenso an wie Andy Murray (Grossbritannien), Federica Pellegrini (Italien), Shelly-Ann Fraser-Pryce (Jamaika) oder Catalina Ponor (Rumänien). Neben Schneider-Ammann wohnten unter anderen auch der französische Staatspräsident François Hollande, Italiens Premierminister Matteo Renzi und der amerikanische Aussenminister John Kerry dem knapp vier Stunden dauernden Spektakel bei.

Die fünfzig Minuten dauernde Show vor dem zweistündigen Einmarsch der Delegationen hatte farbenfroh und stimmungsvoll mit viel Musik, Tanz und Akrobatik die geschichtliche, kulturelle und soziale Vielfalt des Gastgeberlandes gezeigt. Die Biodiversität des Landes mit einer der grössten Artenvielfalt der Welt wurde ebenso thematisiert wie technische Innovationen, die Ankunft europäischer, afrikanischer und arabischer Einwanderer sowie die verschiedenen Tanz- und Musikstile des mit gut 200 Millionen Einwohnern fünftgrössten Landes der Welt.

Ein Zeichen für die Umwelt

Dabei wurde auch auf aktuelle ökologische Probleme aufmerksam gemacht. In einem Videofilm wurde unter anderem mit einer Animation der weltweiten Kohlendioxid-Konzentration das Thema «Global Warming» aufgegriffen. Es reiche nicht, nur mit der Zerstörung des Planeten aufzuhören, es sei an der Zeit, damit zu beginnen, ihn zu heilen, lautete die olympische Message der Produzenten der Show. Dafür setzten die Athleten im Stadion 11'000 Setzlinge für 207 Baumarten als Symbol der 207 teilnehmenden Delegationen. Das «Saatgut der Hoffnung» dient nach den Spielen für die Aufforstung des Athleten-Waldes im Stadtteil Deodoro, wo ein Teil der Wettkämpfe stattfinden wird. Es ist das Vermächtnis der Spiele an die Stadt Rio de Janeiro.

Ihren letzten Auftritt auf einem Laufsteg hatte das brasilianische Top-Model Gisele Bündchen, die zu dem von Antonio Carlos Jobim komponierten Lied «The Girl of Ipanema» auf dem mit rund 100 Metern wohl längsten Catwalk der Welt elegant durch das Maracanã stolzierte. Den stimmungsvollen Höhepunkt war ein von Gitarrist Jorge Ben Jor und der Sängerin Regina Casé vorgetragene und von 1500 tanzenden Volunteers unterstützende typische «Baile Charme», zu dem die 60'000 Zuschauer auf den Rängen des Maracanã ausgelassen mitfeierten.

Die Schweizer Flagge neben dem Olympischen Feuer in Sotschi 2014. (Symbolbild) (Bild: Laurent Gillieron)

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