Riesenslalom: Die Sorgendisziplin des grossen Sorgenkindes
Aktualisiert

RiesenslalomDie Sorgendisziplin des grossen Sorgenkindes

Im WM-Riesenslalom gibt es für Ex-Champion Carlo Janka wohl keine Medaille zu gewinnen. Um die goldene streiten sich wohl die Superstars Ted Ligety und Marcel Hirscher.

von
Marcel Allemann
Schladming

Carlo Janka glaubt an keine Wunder beim WM-Riesenslalom. (Video: 20 Minuten Online)

Manch einer (Silvan Zurbriggen, Didier Défago oder Sandro Viletta) zeigte an dieser WM Aufwärtstendenz. Nicht so Carlo Janka. Seine Ränge 25 (Super-G), 19 (Abfahrt) und 8 (Super-Kombi) stellten eine weitere Enttäuschung in einer enttäuschenden Saison dar. «Da muss ich jetzt durch», sagt der 26-jährige Bündner.

Doch die grösste Sorgendisziplin steht für das grosse Sorgenkind mit dem Riesenslalom am Freitag erst noch bevor. Es war schon fast ein Desaster, was der vierfache Riesen-Weltcupsieger und Olympiasieger von 2010 in dieser Saison in seiner einstigen Paradedisziplin zumeist ablieferte. Und deshalb darf man auch für das WM-Rennen nicht auf eine wundersame Auferstehung hoffen. Das tut nicht mal er selbst selbst: «Um diese WM noch zu retten, müsste ich eigentlich eine Medaille holen. Aber das ist im Moment im Riesenslalom leider nicht realistisch. In dieser Disziplin bin ich am weitesten von der Spitze entfernt.»

Rückfall in der Startliste droht

Im Hinterkopf denkt der Bündner bereits weiter – an die kommende Saison, in der er sein Tief endlich hinter sich lassen will. In den noch verbleibenden Rennen geht es darum, noch zu retten, was zu retten ist. «Ich habe noch einiges an Punkten für die Startliste zu verteidigen und muss aufpassen, dass ich nicht noch weiter abrutsche», rechnet der Obersaxer vor. Zumindest der Carlo-Janka-Fanclub hat den Glauben an seinen Liebling noch nicht verloren - er ist in Schladming prominent vertreten. «In guten wie in schlechten Zeiten, sie sind immer dabei. Für mich ist das natürlich schön», sagt Janka nicht ohne Stolz. Nur zu gerne würde er seinem treuen Anhang dafür etwas zurückgeben.

Duell der Superlative

Zwei Namen für ein Duell im Riesenslalom: Ted Ligety gegen Marcel Hirscher. Der Amerikaner ist mit zweimal Gold (Super-G, Super-Kombi) der bisherige Super-Star dieser WM – und das bevor mit dem Riesen seine eigentliche Paradedisziplin ansteht. Doch ganz Österreich hofft, dass am Freitag die Hirscher-Festspiele, die am Dienstag mit Gold im Teamevent begonnen haben, weitergehen.

Ein Inder bei der Riesenslalom-Quali

«Ted ist mir schon fast unheimlich. Aber vielleicht fällt mir trotzdem etwas ein, wie man ihn schlagen kann», sagt Hirscher über seinen Gegenspieler. Von der Aufregung um seine Person will er sich nicht beeindrucken lassen: «Ich kann locker an die Sache herangehen, denn ich durfte schon so viele Erfolge feiern, dass das für mich keine schlechte Saison mehr werden kann.» Und eine Gewissheit hat der Salzburger: «Wenn ich ohne grossen Fehler runterkomme, bin ich auf dem Podest. Zumindest war das bisher in dieser Saison immer so.»

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