Aktualisiert 08.12.2011 19:27

Kein Wunschkandidat mehr

Die SP lässt Walter im Regen stehen

Die SVP zaubert mit Hansjörg Walter einen Kandidaten aus dem Hut, der die Wahl in den Bundesrat einst haarscharf verpasste. Dennoch hat er bei den anderen Parteien heute schlechte Karten.

von
hhs
SVP-Fraktionschef Caspar Baader zeigt Hansjörg Walter seinen Platz. Ob der Bauernpräsident den zweiten Bundesratssitz für die SVP zurückholen kann, ist fraglich.

SVP-Fraktionschef Caspar Baader zeigt Hansjörg Walter seinen Platz. Ob der Bauernpräsident den zweiten Bundesratssitz für die SVP zurückholen kann, ist fraglich.

Vor drei Jahren war Hansjörg Walter der Mann der Stunde für die Linke: Sie lancierte ihn in der Bundesratskür als Sprengkandidaten gegen Ueli Maurer – obwohl der Bauernpräsident die Annahme einer Wahl aus Loyalität zu seiner Partei ausschloss. Trotz dieser Erklärung Walters schaffte Maurer die Wahl letztlich mit nur einer Stimme Vorsprung.

Die damalige breite Unterstützung für Walter bedeutet aber nicht, dass er am nächsten Mittwoch bedeutend bessere Karten als Bruno Zuppiger hat. Der Grund dafür ist seine Weigerung, den FDP-Sitz anzugreifen. Hansjörg Walter sei ein ernst zu nehmender Kandidat, sagt zwar SP-Vizefraktionschef Andy Tschümperlin gegenüber 20 Minuten Online. Aber die Situation sei nicht mehr die gleiche wie vor drei Jahren. «Wenn er nicht gegen die FDP antreten will und wir davon ausgehen, dass Widmer-Schlumpf relativ ungefährdet ist, müsste er ja einen SP-Sitz attackieren.» In diesem Fall erübrige sich eine Vorladung durch die SP-Fraktion, betont Tschümperlin.

Nur Chancen bei Duell gegen Schneider-Ammann

Der Präsident der Grünen, Ueli Leuenberger, billigt zwar Walter durchaus Chancen auf eine Wahl zu – aber nur, wenn dieser zum Duell gegen Johann Schneider-Ammann bereit ist. Die Nomination des Thurgauers bezeichnet Leuenberger gegenüber der SDA als «intelligent und gschpürig».

Für einen Erfolg wäre Walter möglicherweise auch auf Stimmen aus der CVP angewiesen. Die Spitzen der Partei wollen sich nicht äussern. Der St. Galler Landwirt Jakob Büchler könnte sich zwar «durchaus vorstellen, Walter aus Bauernsolidarität wählen» Doch er sei schon überrascht von der SVP-Kehrtwende – und sähe Walter eigentlich lieber weiterhin als Nationalratspräsidenten.

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