Aktualisiert 13.08.2009 23:15

BundestagswahlDie SPD ist tief gesunken

Die SPD kommt nicht aus dem Umfragetief heraus. In dem am Donnerstag veröffentlichten neuen ARD-Deutschlandtrend sackte sie mit bundesweit 22 Prozent auf den tiefsten jemals bei diesen Erhebungen gemessenen Wert ab.

Gegenüber der Vorwoche büssten die Sozialdemokraten damit einen weiteren Punkt ein. Die Union legte dagegen zwei Punkte zu und erreichte 37 Prozent, wie der WDR mitteilte. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier will sich aber von den schlechten Umfragewerten nicht irritieren lassen, wie er bei einem Betriebsbesuch im niedersächsischen Varel sagte.

FDP und Grüne verloren im ARD-Deutschlandtrend jeweils einen Punkt und fielen auf 15 beziehungsweise 12 Prozent. Die Linke büsste ebenfalls einen Punkt auf 9 Prozent ein. Union und FDP hätten damit eine rechnerische Mehrheit von 52 Prozent.

Bei der Direktwahlfrage wuchs der Abstand zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer: Könnten die Deutschen den Bundeskanzler direkt wählen, würden sich 62 Prozent für Angela Merkel (plus 1) und 23 Prozent für Steinmeier (minus 1) entscheiden. Der Abstand zwischen den beiden Kanzlerkandidaten sei mit 39 Punkten so gross wie nie zuvor, hiess es.

Manche Meinungsumfragen freuten ihn, sagte Steinmeier am Donnerstag auf Journalistenfragen, fügte aber hinzu: «Es gibt viele, über die ich mich nicht freue.» Doch wenn man Richtung habe in der Politik und sich auf dem richtigen Weg wisse, «darf man sich nicht durch Umfragen verrückt machen lassen», fuhr der Bundesaussenminister fort. Man müsse vielmehr öffentliche Zustimmung für die eigene Politik erreichen. Dafür wolle er in den verbleibenden Wochen bis zur Bundestagswahl kämpfen. Auf seiner Sommerreise besichtigte Steinmeier in Varel das Werk des privatisierten Airbus-Zulieferers Premium Aerotec.

Merkel führt Liste der beliebtesten Politiker an

Bundeskanzlerin Merkel führt die Deutschlandtrend-Liste der beliebtesten Parteipolitiker an: Mit ihrer Arbeit sind demnach unverändert 72 Prozent der Deutschen zufrieden. Auf Platz zwei liegt weiterhin Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der gegenüber der Vorwoche einen Punkt einbüsste und auf 67 Prozent Zustimmung kam. Platz drei belegen mit einer Zustimmung von jeweils 57 Prozent Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU, minus 6) und Aussenminister Steinmeier (minus 1).

Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-»Tagesthemen» befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Dienstag bis Mittwoch dieser Woche bundesweit 1.000 Wahlberechtigte telefonisch. (dapd)

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