Das sind die spektakulärsten Gerichtsfälle der Modewelt

Gucci verlor dieses Jahr einen Gerichtsfall gegen einen japanischen Parodiekünstler.

Gucci verlor dieses Jahr einen Gerichtsfall gegen einen japanischen Parodiekünstler.

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Von Gucci bis NikeDie spektakulärsten Gerichtsfälle der Modewelt

Die Hells Angels gegen Alexander McQueen oder Saint Laurent gegen Louboutin: In der Mode kommt es vor Gericht zu kuriosen Zusammentreffen – das sind die spannendsten Fälle.

von
Johanna Senn

Wenn Modehäuser vor Gericht ziehen oder gar auf der Anklagebank sitzen, geht es um Beträge in Millionenhöhe. Kürzlich musste dies auch die Produktionsfirma erfahren, die für Balenciaga das Fotoshooting umsetzte, das aufgrund von Kindern und BDSM-Teddys für einen Skandal sorgte. Die spanische Modemarke reichte eine Klage in der Höhe von 25 Millionen Dollar ein. Balenciaga wurde darauf vorgeworfen, sich aus der Affäre ziehen zu wollen. Das Luxuslabel hat die Klage in der Zwischenzeit bereits wieder zurückgezogen.

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Doch Balenciaga ist nicht das einzige Modehaus, das mit einem Gerichtsfall für Furore sorgt:

Dior vs. Valentino

Valentino inszeniert eine spektakuläre Haute Couture Show auf der berühmten Piazza di Spagna in Rom. Die Herbst- und Winterkollektion des italienischen Labels wird gefeiert und auch Stars wie Anne Hathaway und Naomi Campbell sind zu Gast.

Die einzigen, die dieses Spektakel nicht so lustig finden, ist das Modehaus Dior. Das französische Luxushaus betreibt an der Piazza di Spagna eine Boutique, die aufgrund Valentinos Show den ganzen Tag leer steht. Das beanstandet das Luxuslabel zumindest in seiner Klage gegen Valentino. Wegen angeblich ausbleibender Verkäufe fordert Dior im Sommer 2022 von Valentino eine Summe von 100’000 Euro. Im Netz trifft diese Forderung auf Hohn. Kurz darauf zieht Dior die Klage «angesichts der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Häusern», zurück.

Nike vs. Lil Nas X

Passend zu Lil Nas X Song «Montero (Call Me By Your Name)», in dem der Musiker in der Hölle landet, veröffentlicht der Rapper einen Sneaker. Dabei handelt es sich aber nicht um irgendeinen Schuh. In Kollaboration mit dem Künstlerkollektiv MSCHF brachte Lil Nas X einen neu gestalteten Nike Air Max 97er Turnschuh heraus. In der Sohle des Sneakers soll jeweils ein Tropfen menschliches Blut enthalten sein, der Rest des Hohlraums ist mit Tinte aufgefüllt.

Nicht nur der Schuh sorgte für Furore, sondern auch der Rechtsstreit, den die Sportmarke Nike daraufhin vom Zaun bricht. Nike war bei der Kreation des Schuhs nicht beteiligt und ist auch vom Sneaker selbst kein Fan: «Wir befürworten solche Schuhe nicht», heisst es vom Sneaker-Giganten. Knapp eine Woche später kommt es zur Einigung zwischen den Parteien: Nike lässt die Klage fallen, dafür erklären sich MSCHF und Lil Nas X zum freiwilligen Rückruf der Satan-Sneaker bereit.

Hells Angels vs. Alexander McQueen

Im Jahr 2010 wird das Luxusmodehaus Alexander McQueen aus unerwarteter Ecke verklagt – und zwar von den Hells Angels. In einer Kollektion benutzt das britische Modehaus den geflügelten Death Head. Das Symbol zeigt einen Totenkopf mit Flügeln, den die Bikergang in den USA als geschütztes Markenzeichen registriert hat und der unter anderem auf Lederjacken des Motorradclubs prangt. McQueen verwendete laut der «Vogue» den Totenkopf aber auf einem Ring, einem Kleid, einer Handtasche sowie auf einem Schal. Die Stücke verkaufte das Label zwischen 460 und 2200 Franken. 

«Die Hells Angels betrachten dieses Zeichen als ziemlich exklusiv», so der Anwalt der Hells Angels zum Modemagazin «WWD». «Sie betrachten sich als Mitglieder und nicht als jemanden, der einfach einen 500-Dollar-Ring gekauft hat.» Den Rechtsstreit legen die Parteien rasch bei – Alexander McQueen entfernt die Stücke aus dem Sortiment.

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Yves Saint Laurent vs. Christian Louboutin

Die Schuhe mit der roten Sohle – dafür ist Christian Louboutin mit seinen High Heels weltweit bekannt. Seit 2008 hat die französische Luxusmarke die rote Schuhsohle beim US-Patentamt als Markenzeichen registriert. Als bekannt wird, dass auch Konkurrent Saint Laurent in seiner Monochrom-Linie Schuhe verkauft, die samt der Sohle rot sind, macht Louboutin eine Markenrechtsverletzung geltend. 

Daraufhin entbrennt ein Rechtsstreit zwischen den Luxushäusern, der vor dem New Yorker Berufungsgericht endet. Das Gericht entscheidet, dass Louboutins rote Sohle markenrechtlich schützenswert ist, ausser der Schuh selbst ist rot. Das erlaubt es Yves Saint Laurent, die roten Schuhe mit roter Sohle weiterhin zu vertreiben. 

Gucci vs. Cuggl

Für einen viralen Moment sorgt dieses Jahr der Rechtsstreit zwischen Gucci und dem japanischen Künstler Nobuaki Kurokawa. Kurokawa spezialisiert sich auf Parodien und macht auch vor dem italienischen Modehaus nicht Halt. Für eine Kollektion registrierte er in Japan «Cuggl» als Bekleidungsmarke. Die Shirts lässt Kurokawa mit dem Namen des Labels bedrucken und platziert einen Balken so darüber, dass auf dem Shirt nun scheinbar «Gucci» steht.

Das Luxushaus beantragt die Löschung von Cuggl. Gucci argumentiert, dass Kunden durch die Shirts getäuscht und dadurch die eigene Marke abgewertet würde. Das japanische Patentbüro entscheidet zugunsten von Cuggl mit der Begründung, dass die Marken Gucci und Cuggl hinreichend unterscheidbar seien. 

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