Bericht veröffentlicht: Die Sperma-Sammlung in DSKs Hotelsuite
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Bericht veröffentlichtDie Sperma-Sammlung in DSKs Hotelsuite

Im Zimmer von Dominique Strauss-Kahn fanden die New Yorker Forensiker verschiedene Spermaspuren. Sie stammten auch, aber nicht nur vom Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds.

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Unappetitliche Neuigkeiten im Fall DSK: Im Hotelzimmer von Strauss-Kahn wurden Spermaspuren von mehreren Männern auf dem Teppich und an der Tapete gefunden. Dies ist den unauffälligen Fussnoten eines Schreibens der New Yorker Staatsanwaltschaft zu entnehmen.

Darin listeten die mit dem Fall beauftragten Forensiker die Anzahl Flecken von Körperflüssigkeiten auf, die sie in Strauss-Kahns Hotelzimmer im New Yorker Sofitel gefunden hatten. Die ultraviolette Lichtquelle, mit der die Spezialisten nach Sperma suchten, zeigte DNA-Spuren von acht verschiedenen Männern an.

Drei verschiedene Ejakulate in einem Fleck

Einer der Flecken auf dem Teppich der 3000-Dollar-Suite enthielt DNA-Material von Dominique Strauss-Kahn. Gleich daneben fanden sie zudem Speichel, der offenbar vom Zimmermädchen stammte. Doch ausserdem gab es drei Spermaflecken auf dem Boden von drei verschiedenen, unidentifizierbaren Quellen, schrieben die Forensiker in ihrem Bericht. Ein vierter Fleck auf der Tapete stamme von einem vierten, ebenfalls unbekannten Mann. Doch wohl am meisten wird sie ein weiterer Fleck auf dem Teppich überrascht haben: Darin befanden sich Spermareste von drei verschiedenen Männern sowie Speichel.

«Er verhielt sich wie ein Verrückter»

Die Experten konnten den Zeitpunkt nicht bestimmen, an dem die sieben fremden Spermaquellen entstanden waren. Darum hätten «die Umstände, unter denen die unidentifizierte DNA deponiert wurde, sehr wahrscheinlich keinen Bezug zum Treffen zwischen dem 62-jährigen Strauss-Kahn und der Hotelangestellten Nafissatou Diallo».

Der Bericht der Forensiker kam als Fussnote im Antrag der Staatsanwaltschaft. (Screenshot: The Smoking Gun)

(Für eine Grossansicht des Textdokuments klicken Sie bitte auf das Bild.)

Strauss-Kahn könnte heute freikommen

Die New Yorker Staatsanwaltschaft beantragte, die Anklage gegen Strauss-Kahn fallen zu lassen. Es bestünden Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Klägerin, hiess es. Nafissatou Diallo habe gegenüber den Ermittlern wiederholt falsche Angaben zu ihrem Leben, ihrer Vergangenheit und ihrem Verhalten nach dem Zusammentreffen mit Strauss-Kahn gemacht, so der Antrag an das zuständige Gericht. «In nahezu jeder Befragung der Ermittler hat sie trotz der Aufforderung, die Wahrheit zu sagen, in kleinen und grossen Angelegenheiten nicht die Wahrheit gesagt», schrieben die Staatsanwälte.

Strauss-Kahns Anwälte begrüssten die jüngste Entwicklung. Sie hätten von Anfang an gesagt, dass ihr Klient unschuldig sei, erklärten William Taylor und Benjamin Brafman. Der frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) und seine Familie seien dankbar für die Entscheidung. Wird der Antrag der Staatsanwaltschaft von Richter Michael Obus am Dienstag angenommen, könnte der Angeklagte sofort freikommen.

Dennoch hat der Franzose weitere Klagen am Hals: Diallo verklagte ihn am 8. August auf Schadensersatz in unbekannter Höhe. Sie wolle nicht, dass das, was ihr passiert sei, irgendeiner anderen Frau passiere, sagte sie. Die Anwälte des Franzosen warfen der Frau vor, auf Geld aus zu sein.

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