Fukushima : Die Sperrzone ist menschenleer - fast
Aktualisiert

Fukushima Die Sperrzone ist menschenleer - fast

Neue, eindrückliche Bilder zeigen die komplett leergefegte Sperrzone rund um das AKW Fukushima Daiichi. Jedoch täuscht der Eindruck. Noch leben elf Menschen im verseuchten Gebiet.

von
aeg

Mit voller Wucht traf das Erdbeben die Region Fukushima am 11. März 2011. Strassen und Häuser wurden zerstört, Menschen starben. Doch es kam noch schlimmer für die Bevölkerung: Die Havarie des Atomkraftwerkes Fukushima Daiichi verstrahlte die Region, ihre Heimat wurde unbewohnbar.

Die japanische Regierung liess am 12. März 2011 eine 20-Kilometer-Zone rund um das zerstörte Kraftwerk evakuieren. 78 000 Menschen wurden in provisorischen Unterkünften versorgt. Einen Monat später wurde das Gebiet zur Sperrzone erklärt. Die Anwohner durften noch kurz ihre Habseligkeiten holen gehen, dann verbot das Militär den Zutritt unter Strafandrohung.

Lieber sterben in der Heimat

Doch nicht alle Bewohner hielten sich an die Anordnungen der Regierung. Elf Menschen harren trotz hoher Strahlung in ihren Häusern aus. Sie wollen nicht gehen und kümmern sich um ihre kranken Angehörigen oder um ihre Haustiere. «Lieber lebe ich hier in meiner Heimat für eine kurze Zeit, als dass ich an einem fremden Ort für Jahrzehnte lebe», sagte einer der elf laut der «Japan Times» einem Beamten.

Neues Video aus Atomkraftwerk Fukushima

Ein anderer Mann hatte kurz nach der Atom-Katastrophe die Region verlassen, kehrte aber später wieder in seine Heimat Tamura zurück, wo er jetzt mit drei weiteren Personen lebt. Zwei davon sind laut den Behörden in einer sehr schlechten körperlichen Verfassung. Und obwohl in den verlassenen Regionen weder die Stromversorgung noch fliessend Wasser funktionieren, will die Polizei die Menschen nicht mit Gewalt aus ihren Häusern holen. Auch von einer Strafe sehen die Behörden bisweilen ab.

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Sperrzone lange Zeit unbewohnbar

Von der Sperrzone betroffen sind die Regionen Minamisoma, Futaba, Okuma, Namie, Katsurao, Tamura, Tomioka, Naraha und Kawauchi. Die Zurückgebliebenen verteilen sich auf die vier letztgenannten. Sie sind alle zwischen 50 und 90 Jahre alt.

Rückkehr ins radioaktive Gebiet

Wie lange die Sperrzone eingerichtet bleibt, ist derzeit noch nicht geklärt. Aussagen von Umweltorganisationen, wonach das Gebiet für mindestens 20 Jahre unbewohnbar bleibt, haben die Behörden zurückgewiesen. Sie haben teilweise mit der Dekontamination verseuchter Gebiete begonnen. Dazu werden Strassen, Erde und Häuser von der aufliegenden verstrahlten Schicht befreit.

Japan hält an Atomkraft fest

Ende April will die japanische Regierung die Linie der Sperrzone neu ziehen. Möglicherweise werden tausende Japaner wieder in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Gebiete mit einer gemessenen Strahlung von mehr als 50 Millisievert werden aber für mindestens fünf Jahre unbewohnt bleiben.

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