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Coronavirus-Taskforce schlägt Alarm«Die Spital-Kapazität ist möglicherweise schon überschritten»

Obwohl die Infektionszahlen leicht sinken, steigt die Belastung durch das Coronavirus in den Spitälern weiter. Die Taskforce des Bundes sieht die Kapazitätsgrenze erreicht und fordert die Schliessung von Bars und Restaurants.

von
Lucas Orellano
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Gemäss der Coronavirus-Taskforce des Bundesrates haben die Schweizer Spitäler ihre Kapazitätsgrenze erreicht.

Gemäss der Coronavirus-Taskforce des Bundesrates haben die Schweizer Spitäler ihre Kapazitätsgrenze erreicht.

Keystone
Laut neuesten Daten vom 13. November sei die volle Kapazität, aktuell 885 Intensivbetten, quasi erreicht.

Laut neuesten Daten vom 13. November sei die volle Kapazität, aktuell 885 Intensivbetten, quasi erreicht.

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Momentan liegen 867 Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation; 511 davon mit Covid-19.

Momentan liegen 867 Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation; 511 davon mit Covid-19.

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Darum gehts

  • Die Coronavirus-Taskforce des Bundes sieht bei den Fallzahlen noch keine eindeutige Trendwende.

  • 867 von 885 verfügbaren Betten auf den Schweizer Intensivstationen sind derzeit belegt.

  • Die Taskforce fordert deshalb die Schliessung von Bars, Restaurants und anderen Treffpunkten.

In der Schweiz sind die Infektionszahlen rückläufig. Das BAG weist mittlerweile in seinen täglichen Berichten leicht weniger Neuansteckungen mit dem Coronavirus aus als in der Vorwoche. Die Corona-Taskforce des Bundes mag jedoch noch nicht aufatmen. Am Freitag publizierte sie einen Lagebericht, in dem sie eindringlich vor der Pandemie warnt und neue Massnahmen fordert.

«Die zur Überwachung der Epidemie erhobenen Indikatoren (bestätigte tägliche Fallzahlen, Spitalaufenthalte, Verlegungen auf Intensivstationen, Todesfälle) liefern bisher noch keine zuverlässigen Hinweise darauf, dass eine Trendwende erreicht wurde», heisst es im Bericht der Taskforce.

«Spital-Kapazität ist möglicherweise schon überschritten»

Besonders besorgt schauen die Experten des Bundes auf die Spitäler. «Die Schweiz muss die Zahl der neuen Covid-19-Fälle schnell und deutlich senken, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass die Kapazität des Gesundheitssystems überschritten wird», heisst es.

Und weiter: «Trotz grosser Anstrengungen zu ihrer Steigerung ist die Spitalkapazität, insbesondere auf den Intensivstationen, nahezu ausgelastet und möglicherweise bereits überschritten.» Laut neuesten Daten vom 13. November sei die volle Kapazität, aktuell 885 Intensivbetten, quasi erreicht. Momentan liegen 867 Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation; 511 davon mit Covid-19.

Dass die Lage in den Spitälern einige Tage bis Wochen hinter Veränderungen bei den Fallzahlen hinterherhinke, war immer wieder Thema bei Medienkonferenzen des Bundesrates und des BAG. Die Corona-Taskforce warnt: «Die Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivpflege hat sich noch nicht stabilisiert, sie hat in den letzten vier Tagen um 44 Patienten (10 Prozent) zugenommen.» Besonders problematisch ist der lange Verlauf einer Coronavirus-Infektion, denn im Durchschnitt bleiben Covid-Patienten 12 Tage auf der Intensivstation.

Taskforce will Schliessung von Bars und Restaurants

Etwas mehr als zwei Wochen nachdem der Bundesrat seine Massnahmen gegen das Coronavirus verschärft hat, ist gemäss Taskforce nicht klar, ob sie etwas gebracht haben. Die Reduzierung der Fallzahlen hätte stärker ausfallen müssen, um eine klare Aussage treffen zu können.

Deshalb fordert die Taskforce folgenden zusätzlichen Massnahmen: Schliessung von Bars, Restaurants, Sporthallen, Theater, Museen, Konzerträumen. Dazu die weitere Einschränkung privater Zusammenkünfte auf zwei Haushalte, die Förderung von Home-Office und die Bildung (abgesehen von der obligatorischen Schule) komplett ins Internet zu verlegen.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Pro Juventute, Tel. 147

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