Bubble-Tea-Perlen werden in der Spitzenküche als Beilage serviert
Die Perlen werden aus dem Mehl der Maniokwurzel hergestellt.

Die Perlen werden aus dem Mehl der Maniokwurzel hergestellt.

Pexels/Kim Cruz
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Tapioka-TrendDie Spitzenküche serviert jetzt Bubble-Tea-Perlen

Bubble Tea feiert sein Comeback. Die Attraktion des Kultgetränkes aus den frühen 2010er Jahren sind noch immer die Tapioka-Perlen. Sie schmecken nicht nur im gehypten Getränk, sondern auch in diversen Gerichten.

von
Sonja Siegenthaler

Wenn sich eine lange Warteschlange mit Teenagern vor einem Geschäft bildet, kann sich an dessen Ende nur ein Donut-Laden befindenoder seit kurzem auch wieder ein Bubble-Tea-Shop, denn das bunte Getränk erlebt erneut einen starken Hype.

Wie so oft ist der Trend Tiktok zuzuschreiben, das dem Bubble Tea erneut den Status eines Kultgetränks verliehen hat. Kein Wunder: Mit seinen bunten Farben, den glasig gekochten Perlen, die durch einen breiten Trinkhalm und lautstark hinauf geschlürft werden passen schon nur optisch auf die Kurzvideo-Plattform. Aufwind verliehen hat dem Getränk sicherlich auch die Take-Away-Kultur, die durch die Pandemie zusätzlich gestärkt wurde.

Wieder beliebt: Bubble Tea in allen Variationen.

Wieder beliebt: Bubble Tea in allen Variationen.

Pexels / Rodnae Productions

Grundsätzlich besteht Bubble Tea aus einem Basisgetränk, meist gesüsstem Schwarz- oder Grüntee. Viele Teehäuser geben ihm auch Saft, Kaffee oder Joghurt bei. Dieses Gemisch wird mit Milch und Sirup in allen Geschmacksrichtungen versetzt. Viele der neu gegründeten Bubble-Tea-Läden, wie etwa Got Boba aus Zürich, setzen ganz zeitgemäss auf Qualität und Nachhaltigkeit: statt künstlicher Massenware werden die Tees frisch gebraut und in Bio-Qualität serviert, worin hausgemachte Tapioka-Perlen schwimmen. Diese haselnussgrossen, weichen Stärkekugeln, die aus dem Mehl der Maniokwurzel hergestellt werden, machen die berühmte, klassische Version des Süssgetränkes erst aus.

Woher kommt Bubble Tea?

Der Bubble-Tea wurde in den 1980er Jahren in Taiwan erfunden. Um die genaue Entstehung ringen sich einige Geschichten: Ob nun aus der Intention heraus, die Kinder zum vermehrten Teetrinken zu animieren oder aus purem Zufall, weil einer Teehaus-Angestellten in einem langweiligen Meeting versehentlich Tapioka-Perlen in den Tee gefallen sind, kann man nicht genau sagen.

Wie dem auch sei: Ehe der Bubble Tea Japan, Korea und dann die westliche Welt von sich überzeugen konnte, wurde er mit seinen stärkehaltigen Tapioka-Perlen als günstiges und dennoch nahrhaftes Getränk von den Armen geschätzt.

Tapioka-Perlen als Beilage? Wieso nicht?

In Wasser gekocht sind die Tapioka-Perlen, deren Konsistenz der von Wackelpudding gleicht, relativ geschmacksneutral das süssliche Aroma für den Tee entsteht erst durch die Mischung mit Sirup. Aufgrund dieser Wandlungsfähigkeit solltest du den Tapiokaperlen mit einer gewissen kulinarischen Ernsthaftigkeit begegnen, denn die Stärken der kleinen Kugeln werden nicht nur in Teegetränken geschätzt, sondern mittlerweile auch in Sternerestaurants. Dort werden sie nebst Desserts auch zu Fisch, Austern, Gemüse oder als Knusperelemente serviert.

Eine nachgekochte Tapioka-Beilage mit Limetten, Gurke und Avocado aus dem Kochbuch «Gewürze» von Tanja Grandits.

Eine nachgekochte Tapioka-Beilage mit Limetten, Gurke und Avocado aus dem Kochbuch «Gewürze» von Tanja Grandits.

Kochpoetin

Besonders die Schweizer Spitzenköchin Tanja Grandits, Chefin vom Basler Restaurant Stucki, ergänzt nicht nur gerne ihre Gerichte mit aromatisierten Perlen, sondern serviert sie etwa mit einer Limettenmarinade, Gurken und Avocado angereichert als Beilage zu Lachs. Der amerikanische Starkoch und Restaurantbesitzer Thomas Keller hat die Stärkekügelchen sogar zum zentralen Bestandteil seiner wohl berühmtesten Kreation gekürt: das «Oysters and Pearls» besteht aus Tapioka-Perlen, pochierten Austern und Kaviar. Auch Riccardo Camanini serviert im Lido84 am Gardasee Tapioka-Perlen neben Saiblingskaviar – der optische Unterschied soll kaum erkennbar sein.

Da die Perlen rein pflanzlich sind, eignen sie sich aber auch hervorragend für vegetarische oder vegane Gerichte – oder wenn du auf Gelatine verzichten willst. So kannst du beispielsweise Backwaren mit Tapiokaperlen Textur verleihen oder sie zum Binden von Saucen und Suppen verwenden. Oft werden sie auch zu Desserts wie Kokospudding verarbeitet.

Tapioka-Pudding mit Mango.

Tapioka-Pudding mit Mango.

Getty Images/iStockphoto

Einfach in der Zubereitung

Entweder greifst du zu vorgefertigten Tapioka-Perlen oder du stellst sie selbst her. Die Perlen, die du etwa im Reformhaus oder in diversen asiatischen Supermärkten findest, weichst du in einer grossen Menge Wasser ein, ehe du sie ohne Deckel in Wasser oder anderen Flüssigkeiten wie etwa Kokosmilch oder Milch kochst, bis sie glasig sind und oben auf schwimmen. Zum Aromatisieren der Perlen kannst du dem Garwasser Zucker, Honig oder diverse Gewürze beigeben. Damit die Stärke nicht verklebt, spülst du sie mit viel kaltem Wasser ab. Nun kannst du sie für den Bubble Tea benutzen oder wonach dir auch immer ist.

Diese Perlen von Morga sind bei Coop Vitality für Fr. 6.70 erhältlich.

Diese Perlen von Morga sind bei Coop Vitality für Fr. 6.70 erhältlich.

Morga

Wenn du sie selber machen willst, mischst du 100 Gramm Tapioka-Mehl mit 50 Milliliter kochendem Wasser und bei Belieben mit Ahornsirup. Die Masse knetest du dann mit den Händen, bis ein homogener Teig entsteht. Danach formst du kleine, etwa erbsengrosse Kügelchen, die du in einem Topf mit kochendem Wasser 10 bis 15 Minuten kochen lässt. Damit die Perlen nicht zusammen kleben, spülst du sie mit Wasser ab.

Hast du schon mal mit Tapioka-Perlen gekocht oder gebacken? Verrate uns dein Rezept in den Kommentaren.

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