iPod Shuffle: Die sprechende Wäscheklammer im Test
Aktualisiert

iPod ShuffleDie sprechende Wäscheklammer im Test

Der neue iPod shuffle ist laut Apple der kleinste digitale Musikplayer der Welt. Er besitzt nur einen einzigen Bedienungsknopf und hat nicht mal ein Display. Dafür spricht er mit seinem Benutzer. 20 Minuten Online testete den neusten iPod.

Der Shuffle der 3. Generation wiegt knapp 11 Gramm und ist halb so gross wie sein Vorgängermodell. Kleiner darf er in der nächsten Generation nicht mehr werden, sonst ist er kaum noch zu greifen. Schon jetzt findet man das Ding in der Tasche nur noch, weil das Kopfhörerkabel dranhängt. Zum Glück muss man am Gerät selbst nicht viel rumfummeln, weil es nur gerade einen einzigen Knopf für die Steuerung besitzt. Dieser Schalter kann entweder auf «Zufallsmodus», «Normalmodus» oder «Off» gestellt werden.

Neuartiges Bedienkonzept

Weil die üblichen Bedien- und Visualisierungselemente für Songauswahl, Play oder Pause fehlen, ist der Shuffle auf andere Kommunikationswege zwischen Benutzer und Gerät angewiesen: Um dem Hörer mitzuteilen, welcher Song gerade läuft oder welche Playlisten sich auf dem Speicher befinden, spricht der Musikplayer mit dem Benutzer. Um diese Informationen abzurufen, gibt es eine im Kopfhörerkabel integrierte Fernsteuerung mit drei Tasten. Für die Lautstärke dienen wie gewöhnlich eine «+»- und eine «-»-Taste. Um zu erfahren, welcher Song gerade läuft, drückt man die mittlere Taste etwa eine Sekunde lang. Danach nennt in der deutschen Version eine Männerstimme Interpret und Titel des Tracks. Für die Ansage der Playliste drückt man etwas länger, um zwischen den Playlisten zu wechseln, klickt man sich über die Lautsprechertasten vor- oder rückwärts (+, -). Um zum nächsten Titel zu gelangen, klickt man zweimal kurz aufeinanderfolgend. Um zu einen Song zurückzugehen, klickt man dreimal hintereinander.

Fehlendes Display

Insgesamt klappt diese aussergewöhnliche Bedienung recht gut, auch wenn man sich blind durch den Speicher vortasten muss. Sogar der Ladezustand der Batterie lässt sich über die Kopfhörer ansagen. Um einfach etwas Musik zu hören, ist der iPod shuffle perfekt. Möchte man aber gezielt einzelne Songs hören oder nach einem Interpret suchen, ist das Ganze ohne Bildschirm je nach Kenntnisstand seiner Playlists fast unmöglich. Da trägt man lieber ein paar Gramm mehr iPod mit sich rum (zum Beispiel den Nano) und hat dafür ein übersichtliches Display dabei.

Sich den Daumen wund klicken

Der 4-GB-Speicher reicht für eine Musiksammlung von etwa 1000 Songs. Da man sich in dieser Musikmenge ohne Display schnell mal verliert, lohnt es sich also, übersichtliche Playlists zu erstellen, die man über die VoiceOver-Funktion erreicht. Für passionierte Podcast-Hörer ist der Mini-Player kaum geeignet. Bis man die richtige Episode einer etwas grösseren Podcast-Liste gefunden hat, klickt man sich auf der kleinen Fernbedienung am Kopfhörerkabel den Daumen wund.

Der iPod shuffle spricht insgesamt 14 Sprachen, die bei angeschlossenem Player in iTunes am PC ausgewählt werden können [Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Chinesisch (Mandarin), Griechisch, Holländisch, Japanisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch und Türkisch]. Die Ansagen in Deutsch sind meist relativ gut verständlich, fremdsprachige Titel werden automatisch erkannt und ebenfalls fehlerfrei angesagt. Bei schweizerdeutschen Titeln hapert es allerdings mit der Aussprache verständlicherweise beträchtlich.

Kopfhörer vermag nicht zu überzeugen

Der mitgelieferte Kopfhörer sorgt wie üblich nicht gerade für einen High-end-Klang. Leider sind noch keine kompatiblen Kopfhörer mit integrierter Fernsteuerung erhältlich, so dass man vorerst mal mit dem weissen iPod-Kopfhörer Vorlieb nehmen muss. Kopfhörer und Kopfhörer-Adapter, die mit Apples VoiceOver-Funktion umgehen können, haben V-Moda, Klipsch und Scosche für dieses Jahr angekündigt. Die Preise bewegen sich zwischen 50 und 100 Dollar. Aufgeladen wird der Shuffle über den USB-Stecker, über den er auch mit Musik gefüllt wird. Auf Wunsch kann der 4-GB-Speicher auch Daten statt Musik aufnehmen. Den iPod shuffle gibt es in Silber und Schwarz in einer 4-GB-Version für 119 Franken.

(ray)

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