Aktualisiert 25.09.2014 09:52

Tram Region Bern

«Die Stadt Bern dürfte Ja stimmen»

Am Sonntag stimmen die Berner, Könizer und Ostermundiger über das umstrittene Tram Region Bern ab. Politologe Mark Balsiger analysiert den möglichen Ausgang des Abstimmungskampfes.

von
Nora Camenisch
Wird die Linie 10 auch in Zukunft mit Bussen bedient? Dies entscheiden am Sonntag die Stimmbürger von Bern, Köniz und Ostermundigen.

Wird die Linie 10 auch in Zukunft mit Bussen bedient? Dies entscheiden am Sonntag die Stimmbürger von Bern, Köniz und Ostermundigen.

Herr Balsiger, wie schätzen Sie den Ausgang der Abstimmung ein?

Ostermundigen wird klar Ja zum Tram sagen, weil dort der Leidensdruck am grössten ist. Im 10er-Bus steht man ja schon seit Jahren zusammengequetscht wie Sardinen. Die Stadt Bern dürfte Ja stimmen, Köniz eher Nein. Solidarität spielt kaum eine Rolle, es denken alle für sich.

Wie war die Stimmung im Abstimmungskampf?

Die Gegner haben emotional und wie Löwen gekämpft, die Befürworter sachlich. Ein wichtiger Aspekt ging praktisch unter: Von den 56 städtischen Agglomerationen in der Schweiz hat Bern seit Jahrzehnten das schwächste Wachstum. Ein leistungsfähiges Tram könnte das korrigieren.

Wie hoch schätzen Sie die Stimmbeteiligung ein?

In Ostermundigen kann sie auf über 50 Prozent klettern, weil viele Leute persönlich betroffen sind. In Bern und Köniz erwarte ich eine durchschnittliche Beteiligung, zumal die nationalen Vorlagen nicht stark mobilisieren.

Ist es aus Ihrer Sicht denkbar, dass bei einem Nein wie 2004 beim Tram Bern West rasch ein neues Projekt vorgelegt wird?

Nein, die beiden Projekte sind nicht vergleichbar. Die Opposition gegen Tram Region Bern hat die unterschiedlichsten Gründe, entsprechend hätte es auch ein neues Projekt wieder sehr schwer.

Tram Region Bern - die Szenarien

Am Sonntag stimmen die Gemeinden Bern, Köniz und Ostermundigen über das Projekt Tram Region Bern ab. Dieses sieht vor, die bisherige Buslinie 10 durch ein Tram zu ersetzen. Sind die Stadtberner Stimmbürger allerdings gegen das Tram, ist das Projekt vom Tisch. Die ganze Linie von Köniz-Schliern nach Ostermundigen-Rüti würde nur dann gebaut, wenn alle drei Gemeinden zustimmen.

Falls die Gemeinden Köniz und Bern ihrem Anteil zustimmen, die Gemeinde Ostermundigen das Projekt jedoch ablehnt, soll der Abschnitt vom Kursaal bis nach Köniz gebaut werden.

Sagt die Gemeinde Köniz allerdings Nein, die Gemeinden Bern und Ostermundigen jedoch Ja, würde das Tram vom Eigerplatz bis nach Ostermundigen fahren.

Sollten hingegen die Gemeinden Köniz und Ostermundigen das Projekt ablehnen und die Stadtberner sich für das Tram aussprechen, ist das Projekt ebenfalls vom Tisch. (nc)

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