Archäologen entdecken Unglaubliches - Die Stadt Luzern ist plötzlich 2000 Jahre älter
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Archäologen entdecken Unglaubliches Die Stadt Luzern ist plötzlich 2000 Jahre älter

Beim Bau einer Seewasserleitung sind vier Meter unter der Wasseroberfläche im Luzerner Seebecken die Spuren eines versunkenen, rund 3000-jährigen Dorfes aus der Bronzezeit zum Vorschein gekommen. Damit bestätigt sich endlich die These, dass das Luzerner Seebecken früher geeignetes Siedlungsgebiet war, teilte die Stadt mit.

von
Cheyenne Wyss
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Beim Bau einer Seewasserleitung sind vier Meter unter der Wasseroberfläche die Spuren eines versunkenen Dorfes aus der Bronzezeit zum Vorschein gekommen. 

Beim Bau einer Seewasserleitung sind vier Meter unter der Wasseroberfläche die Spuren eines versunkenen Dorfes aus der Bronzezeit zum Vorschein gekommen.

Emanuel Ammon/AURA
Die neuen Funde aus dem Luzerner Seebecken bestätigen, dass bereits vor 3000 Jahren an dieser Stelle Menschen siedelten, teilte die Stadt mit.

Die neuen Funde aus dem Luzerner Seebecken bestätigen, dass bereits vor 3000 Jahren an dieser Stelle Menschen siedelten, teilte die Stadt mit.

Emanuel Ammon/AURA
Damit ist die Stadt Luzern auf einen Schlag 2000 Jahre älter, als bisher belegt werden konnte. Seit Dezember 2019 kontrollierte und dokumentierte die Tauchequipe der Unterwasserarchäologie des Amts für Städtebau der Stadt Zürich die jeweils freigelegten Leitungsgrabenabschnitte.

Damit ist die Stadt Luzern auf einen Schlag 2000 Jahre älter, als bisher belegt werden konnte. Seit Dezember 2019 kontrollierte und dokumentierte die Tauchequipe der Unterwasserarchäologie des Amts für Städtebau der Stadt Zürich die jeweils freigelegten Leitungsgrabenabschnitte.

Unterwasserarchäologie UWAD Zürich

Darum gehts

  • Neue Funde aus dem Luzerner Seebecken bestätigen, dass bereits vor 3000 Jahren an dieser Stelle Menschen siedelten.

  • Mit diesem Nachweis wird die Stadt Luzern auf einen Schlag 2000 Jahre älter, als bisher belegt werden konnte.

  • Luzern stelle sich damit in die Reihe bedeutender Städte wie Zürich oder Genf und belegt, dass auch in der heutigen Zentralschweiz die Lage am Ausfluss grosser Seen seit Urzeiten begehrt war, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

Diese Entdeckung ändert die Geschichte der Stadt Luzern: Aus dem Luzerner Seebecken wurden Holzpfähle ans Tageslicht gebracht und damit ein Stück der bislang ältesten Siedlung Luzern, teilt der Kanton Luzern am Donnerstag mit. Diese neuen Funde aus dem Luzerner Seebecken würden bestätigen, dass bereits vor 3000 Jahren an dieser Stelle Menschen siedelten – mit diesem Nachweis werde die Stadt Luzern auf einen Schlag um rund 2000 Jahre älter, als dies bisher belegt werden konnte. Luzern stelle sich damit in die Reihe bedeutender Städte wie Zürich oder Genf und belege, dass auch in der heutigen Zentralschweiz die Lage am Ausfluss grosser Seen seit Urzeiten begehrt und der politischen wie wirtschaftlichen Entwicklung der Siedlungen förderlich war.

Seespiegel war fünf Meter tiefer

Vor 800 Jahren wurde die Stadt Luzern gegründet, ihre Geschichte sei jedoch älter. «Einige archäologische Überreste in der Altstadt gehen bis ins 10. Jahrhundert zurück, und das bei der Hofkirche gelegene frühere Kloster St. Leodegar erscheint in schriftlichen Quellen bereits im 8. Jahrhundert», schreibt der Kanton Luzern weiter. Und: «Bislang zeugten nur einzelne verstreute Fundstücke aus der Stein- und Römerzeit sowie archäobotanische Proben davon, dass Luzern im frühen Mittelalter nicht «aus dem Nichts» entstanden ist, sondern auch die vorangehenden Epochen Teil ihrer Geschichte sein müssen».

Bis vor kurzem habe es aber an Belegen für die Lokalisierung älterer Siedlungen gefehlt. Grund für das Fehlen älterer Siedlungsreste sei der markante Pegelanstieg des Vierwaldstättersees bis zirka ins 15. Jahrhundert. Der Krienbach brachte bei Unwettern grosse Mengen an Geröll und Geschiebe Richtung Reuss und engte den Seeausfluss zunehmend ein. Ab dem 9. und 10. Jahrhundert habe sich der Seespiegelanstieg durch den Eingriff des Menschen beschleunigt. «Zur Nutzung der Wasserkraft wurde ein Stauwehr für die Mühlen errichtet, zudem wuchsen die Bauten der mittelalterlichen Stadt in die Reuss hinaus und schmälerten den Seeausfluss zusätzlich», heisst es in der Mitteilung weiter. Vor diesen Ereignissen sei der Seespiegel allerdings rund fünf Meter tiefer als heute gewesen, so dass das Seebecken trocken gelegen und ein ideales, verkehrsgünstiges Siedlungsgebiet sich gebildet habe. Das Seeufer sei damals etwa auf der Linie Verkehrshaus - Tribschen verlaufen und habe hinter dem Tribschenhorn eine kleine Bucht gebildet.

Wasserleitung bringt den Durchbruch

Das seichte Luzerner Seebecken stehe deshalb seit Langem im Fokus der Archäologie. Bislang hätten jedoch gezielte Hinweise auf diese «versunkenen Siedlungen» gefehlt, da «der Seegrund mit einer dicken Schlammschicht bedeckt ist, die nur im Zusammenhang mit Bauarbeiten durchdrungen werden kann». Die Verlegung der Seewasserleitung für das See-Energiezentrum Inseliquai der EWL habe erstmals die Gelegenheit geboten, einen archäologischen Einblick in die Schichtverhältnisse des Luzerner Seegrunds zu erhalten. Seit Dezember 2019 kontrolliere und dokumentiere die Tauchequipe der Unterwasserarchäologie des Amts für Städtebau der Stadt Zürich die jeweils freigelegten Leitungsgrabenabschnitte. Die Arbeiten haben in rund drei bis vier Metern Tiefe stattgefunden und seien, nach ein paar ergänzenden Tauchgängen im Februar, nun abgeschlossen.

Bereits im März 2020 habe der Bagger neben Schwemmsedimenten zahlreiche Holzpfähle aus dem Wasser gehoben. Den Taucharchäologie-Fachleuten sei schnell klar gewesen, dass es sich bei den künstlich zugerichteten Pfählen um prähistorische Bauhölzer handelt. Bald seien auch Keramikscherben zum Vorschein gekommen. «Der Leitungsgraben führt somit mitten durch ein Areal mit Resten von Pfahlbausiedlungen. Die Datierung der Bauhölzer mit der C14-Methode und die Analyse der Keramik belegen die Datierung dieser Siedlungsreste in die späte Bronzezeit, in die Jahre um etwa 1000 vor Christus», so der Kanton Luzern.

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