Aktualisiert

Die Stadtpolizei muss sich nach der Decke strecken

Die Kantonspolizei muss sparen und streicht mindestens 200 Stellen. Die Stadtpolizei ist gefordert, wenn die Lage nicht eskalieren soll.

Stapo-Kommandant Philipp Hotzenköcherle weiss, dass sich seine Truppe «nach der Decke strecken muss» – auch wenn bei der Stadtpolizei eine personelle Aufstockung um rund 60 Stellen ansteht. «Das Polizeinetz wird danach nicht gleich dicht sein, aber wir müssen gleichen Erfolg haben», sagt Hotzenköcherle.

Der Sparschnitt bei der Kantonspolizei wird gemäss Kommandant Peter Grütter Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit haben: Keine Unterstützung für die Stadt an der Langstrasse, weniger Radarkontrollen, mehr Raser. Grütter befürchtet auch eine neue Drogenszene, wie er dem «Tages-Anzeiger» sagte.

«Wir sind gefordert und werden alles daran setzen, dass sich keine Szene bildet», beruhigt Stapo-Kommandant Hotzenköcherle. Er arbeite eng mit Grütter zusammen und werde sein Konzept an die Lage anpassen müssen. So bleibe etwa die Brennpunkt-Spezialeinheit länger an der Langstrasse: «Wir müssen flexibel sein.»

Für SVP-Gemeinderat Mauro Tuena ist der Abbau bei der Kapo «eine Katastrophe». Max Künzig, Präsident des Quartiervereins Aussersihl/Hard, nennt ihn «idiotisch und strafbar».

(alk)

Spardruck bremst Zürcher Justiz

Auch die Zürcher Strafverfolger erhalten weniger Geld: Auf Grund der Sparvorgabe von 3,5 Millionen Franken befürchtet der leitende Oberstaatsanwalt Andreas Brunner, dass von total 140 Staatsanwälten rund ein Dutzend samt Sekretären gehen müssen – bei 42 000 Delikten im Jahr 2004 ein deutlicher Aderlass.

Brunner erwägt, nicht mehr alle Delikte zu verfolgen, sondern nur noch «schwer sozialschädliches Verhalten».

Auch könnte man laut Brunner das eine oder andere Delikt aus dem Ahndungskatalog streichen und sich auf die Schwerpunkte konzentrieren.

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