Aktualisiert 26.10.2010 18:35

Sportstadt Bern

Die Stars von morgen in der Lehre

Die Lehrwerkstätten (LWB) sind Berns Talentschmieden: Hier lernen Leistungssportler ein solides Handwerk.

von
Patrick Marbach
Spitzensportler in der Werkstatt: Die Sportler-Lehre der LWB machts möglich. (mar)

Spitzensportler in der Werkstatt: Die Sportler-Lehre der LWB machts möglich. (mar)

«Damit sich Bern als Sportstadt entwickelt, braucht es junge Vorbilder, die ihr Talent entfalten können», sagt Ursina Reinhard. Als Koordinatorin der LWB ermöglicht sie es Leistungssportlern, eine handwerkliche Lehre und gleichzeitig ein anspruchsvolles Trainingsprogramm zu absolvieren.

Seit einem Jahr gibts das Angebot – die Bilanz fällt positiv aus. Neben ihren Medaillen haben die Sport-Stifte die Erfahrung gewonnen, dass eine gesunde Balance zwischen Sport und Beruf zu Top-Leistungen anstachelt: «Ohne das Schreinern kann ich nicht segeln und ohne das Segeln nicht schreinern», sagt Juniorenweltmeisterin Maja Siegenthaler (17).

Ihr spezieller Stundenplan ist das einzige Privileg, das die Sportler während der Ausbildung zum Polymech, Schreiner, Spengler, Metallbauer oder Elektroniker geniessen: «Ich werde gleich gefordert wie meine Klassenkameraden, kann aber zweimal täglich trainieren», so YB-Spieler Yanick Gloor (17). «Mit dieser Belastung kann ich leben», ergänzt SCL-Crack Valentin Lüthi (17).

Wer sich für das Ausbildungsangebot der LWB interessiert, kann die Stifte am Samstag von 9 bis 16 Uhr an ihrem Arbeitsplatz besuchen.

Sportkonzept: KaWeDe ade

Bern soll die Sportstadt der Schweiz werden: Dieses Ziel will der Gemeinderat erreichen, indem er Anlagen erneuert, internationale Top-Events nach Bern holt und die Bevölkerung zu mehr Bewegung animiert. So möchte der Gemeinderat etwa prüfen, ob Tram- oder Bushaltestellen zu Mini-Bewegungszentren umgestaltet ­werden könnten. In Widerspruch zu diesen Vorsätzen steht vor allem der marode Zustand vieler Sportstätten. Offenbar lohnt sich eine Sanierung des Hallenbads Hirschengraben nicht. Und auch die KaWeDe soll geschlossen ­werden. Im Gegenzug soll ein neues Hallenbad mit einem 50-Meter-Becken entstehen. Der Standort steht aber ebenso wenig fest wie die Finanzierung – die Stadt hofft auf Investoren.

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