Goldgräberstimmung: Die Stunde der Hobby-Spekulanten
Aktualisiert

GoldgräberstimmungDie Stunde der Hobby-Spekulanten

Die Kapriolen an den Währungsmärkten und den Börsen rufen Neueinsteiger auf den Plan. Wer das Risiko nicht scheut, hat Chancen auf das schnelle Geld.

von
Alex Hämmerli

Die Aussichten auf den grossen Gewinn haben etliche Hobby-Spekulanten an die Märkte gelockt. Denn wer in diesen ­Tagen einen guten Riecher für das Auf und Ab von Aktien, Devisen, Gold und Co. beweist, kann haufenweise Kohle scheffeln – und das innert weniger Stunden. Das kurbelt das Geschäft der grössten Schweizer Online-Bank Swissquote an.

Geschäftsführer Marc Bürki berichtet, die Zahl der Konten sei seit Anfang Woche sprunghaft angestiegen. Alleine am Mittwoch seien 324 Kontoeröffnungsanträge eingegangen. In den Monaten davor seien es um die 150 pro Tag gewesen. Parallel dazu habe sich die Zahl der Transaktionen verdreifacht: «Vor der aktuellen Krise liefen pro Tag im Schnitt 10 000 Börsen- und Devisen­geschäfte über unser Online-Portal. Am Dienstag haben wir über 30 000 Bewegungen registriert», freut sich Bürki. Seit der letzten Krise von 2008 habe man keine solchen Zahlen gesehen.

Trotz der wunderbaren Gewinnchancen: Laut Bürki birgt das neu gefundene Interesse der Schweizer am Börsenspiel auch grosse Risiken. Das Daytrading, also der Handel innerhalb eines Handelstages, sei «extrem schwierig». Wer nicht ständig vor dem Bildschirm sitze, verpasse womöglich den richtigen Zeitpunkt zum Kauf oder Verkauf – und riskiere dadurch substanzielle Verluste. «Normalen Anlegern» rät Bürki deshalb einfach, jetzt solide Aktien zu kaufen und diese erst einmal zu halten. «Die schlechten Nachrichten sind hoffentlich alle raus. Jetzt sind nur noch Emotionen im Markt», begründet Bürki seine Empfehlung.

Starker Franken zeigt Schwäche

Der Franken hat gestern an Wert verloren: Der Euro stieg zeitweise auf über 1,09 Franken, der Dollar von 72 bis auf über 76 Rappen. Inwiefern die Massnahmen der Nationalbank zur Abschwächung des Frankens beigetragen haben, ist unklar. Die Börse reagierte mit starken Gewinnen: Der Swiss Market Index kletterte um fünf Prozent auf 5032,75 Punkte. Der deutsche Leitindex DAX schloss mit einem Plus von rund drei Prozent, der Dow Jones mit knapp vier Prozent.

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