FCB-Erbe : Die Suche beginnt – oder ist sie gar schon durch?
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FCB-Erbe Die Suche beginnt – oder ist sie gar schon durch?

Basel und Murat Yakin gehen getrennte Wege. Noch vor dem letzten Saisonspiel ist nun Raum da für Spekulationen über einen Nachfolger des zweifachen Meistertrainers.

von
ete

Der FC Basel hat am Samstag in einem Communiqué über die Trennung vom erfolgreichsten Trainer der Neuzeit informiert. Offiziell äussern wird man sich zum Thema erst am Montag in einer Medienkonferenz, hiess es in dem Schreiben weiter. Dass aber Spekulationen über mögliche Nachfolger von Yakin spätestens mit der Bekanntgabe losgehen, ist courant normale. Die Trennung weniger. Sich schon nach 19 Monaten vom «absoluten Wunschtrainer» zu trennen, den man allen Widerständen zum Trotz aus dem Vertrag mit dem FC Luzern (Yakin war zu dem Punkt lediglich freigestellt) losgeeist hat, ist zumindest fragwürdig.

Die Suche hat begonnen

Namen für die mögliche Nachfolge gibt es einige. Wohl sicher darunter ist Thorsten Fink, der bei Rotblau 2009 nach Christian Gross schon einmal ein schwieriges Erbe angetreten hat. Allerdings im Oktober 2011 mit wehenden Fahnen auch gern in die Bundesliga zum HSV weitergezogen war. FCB-Boss Bernhard Heusler war vom Glamour und der überzeugenden Rhetorik des ehemaligen Bayern-Stars immer angetan. Eine Rückholung ist nicht unmöglich, allerdings ist Fink auch als möglicher Nachfolger von Armin Veh (zu Stuttgart) bei Frankfurt noch unter den möglichen Kandidaten – wenn auch nur als zweite Wahl nach Roberto di Matteo (ex Chelsea). Gespräche mit der Eintracht haben stattgefunden und, dass Fink in der Bundesliga bleiben will, ist kein Geheimnis.

Der schweizerisch-italienische Doppelbürger Di Matteo ist auch ein Kandidat auf der Liste von FCB-Sportchef Georg Heitz. Der Schaffhauser, der nicht erst seit dem Gewinn der Champions League 2012 mit Chelsea einen exzellenten Ruf geniesst, zögert noch mit einer Zusage bei der Eintracht. Basel wäre eine interessante Aufgabe für den Schaffhauser, wie er in der Vergangenheit immer betont hat.

Skibbe und weitere Deutsche

Ins Profil passt auch Michael Skibbe. Der Name des mit GC erfolgreichen Deutschen war im Zusammenhang mit Basel bereits in einigen Medien zu lesen. Skibbe ist ein hervorragender Rhetoriker, ein umgänglicher Typ (auch für Präsidenten und Sportchefs) und mit dem FCB könnte er seinen bislang titellosen Leistungsausweis ziemlich sicher komplettieren. Die Turbulenzen in der Führungsetage der Zürcher könnten dem FCB in die Karten spielen. Allerdings hat Skibbe bereits signalisiert, dass er seinen Vertrag bei GC erfüllen wird – was das auch immer heisst im Fussball.

Markus Babbel (im Dezember 2012 bei Hoffenheim entlassen) könnte einer für Basel sein. Auch er passt in die Reihe «deutscher Trainer» unter FCB-Boss Heusler. Für ihn spricht, dass er in Marco Streller, seinen einstigen Mannschaftskollegen aus gemeinsamer Zeit bei Stuttgart, einen gewichtigen Fürsprecher hätte. Den Captain hätte er wohl hinter sich.

Er oder auch Thomas Tuchel, der bei Mainz trotz Vertrag bis 2015 hingeschmissen hat, um sich neu zu orientieren, wären zu haben. Die Schweizer Fussballlehrer René Weiler (Aarau) und auch U21-Naticoach Pierluigi Tami (er soll als Nummer 4 auf der Heitz-Liste stehen) könnten ebenfalls in Frage kommen. Aber eben: Alles Spekulation.

Ein schwieriges Erbe

Aufgrund der Reaktionen des Basler Managements in den letzten Wochen ist aber anzunehmen, dass man den Yakin-Nachfolger bereits in der Hinterhand hat. Wer auch immer das Erbe von Yakin antritt, er wird es nicht einfach haben. Die Ansprüche am Rheinknie sind mit den Erfolgen Yakins weiter angestiegen und die letzte schwierige Saison zeigt, dass selbst Erfolg einem Trainer in Basel nicht reicht.

Und wie geht es mit Yakin weiter? Der zweifache Meistertrainer verfügt im Ausland über einen exzellenten Ruf und hatte schon im Winter Anfragen von Lazio Rom, Sunderland und Hannover. Sampdoria ist an einer Verpflichtung interessiert und es liegen auch lose Anfragen aus England und der Bundesliga vor. Die Liste der Interessenten wird jetzt, da er frei ist, nicht kleiner werden.

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